[IMP] l10n_at_hr_payroll_private: Mutterschutz/Wochengeld — Entgelt-Stopp, volle §-162-Abs-3-Berechnung, fiktive BV (AP7)

Rollenklärung (lb-msf-03, ASVG § 162 Abs 1): Wochengeld ist eine
KV-Leistung — die ÖGK zahlt; der Dienstgeber stoppt das Entgelt in
den Beschäftigungsfristen (MSchG §§ 3/5), liefert die Bemessungsdaten
(Arbeits-/Entgeltbestätigung folgt mit AP8) und fuehrt die Abfertigung
Neu auf fiktiver Grundlage.

- models/mutterschutz.py: _at_msch_status (Kalendertage/Arbeitstage/
  Episode aus der neuen Urlaubsart 'Mutterschutz-Frist', WET ATP_MSCH),
  _at_wochengeld — volle Wochengeld-Rechnung § 162 Abs 3 ASVG:
  Ø-Netto der drei Referenzmonate (letzte 13 Wochen) x (1 + satzungs-
  SZ-Prozentsatz 14/17/21 %, Parameter at_msch_sz_prozentsatz,
  vor Erstverwendung mandantenseitig zu verifizieren) ÷ Kalender-
  tage; Fallback kurzes DV (lb-msf-03)
- Regel MSCH_ENTGELT: Entgelt-Stopp je Arbeitstag der Frist (negativ,
  Brutto; Tagesatz-Helper mit EFZG geteilt)
- Fiktive BV-Grundlage § 7 Abs 4 BMSVG (RIS verifiziert):
  Monatsentgelt-Ø der letzten drei Kalendermonate vor dem Versicherungs-
  fall der Mutterschaft inkl. anteiliger Sonderzahlungen x Bezugs-KT/30,
  im _at_bv_basis_laufen-Hook neben der Krankengeld-Fiktion (AP4)
- Rechenfaelle docs/rechenfaelle/mutterschutz.md; 4 Tests
  (Entgelt-Stopp + fiktive BV, §-162-Abs-3-Arithmetik, Wirkungslosigkeit
  ohne Frist, kurzes-DV-Fallback); Optionen dokumentiert:
  Sonderwochengeld § 163, Ruhen § 166, Karenz-Referenzmonat § 7 Abs 4 Z 1-3
This commit is contained in:
2026-09-12 23:27:20 +02:00
parent 0abc1383d1
commit 290b432b73
11 changed files with 556 additions and 9 deletions
@@ -0,0 +1,79 @@
# Rechenfälle Mutterschutz/Wochengeld (AP7)
Modell: `models/mutterschutz.py`, Regel `MSCH_ENTGELT`
(`data/salary_rules_msch_private.xml`), Parameter
`at_msch_sz_prozentsatz` (⚠ satzungsabhängig, vor Erstverwendung
verifizieren).
## Rechtsquellen (verifiziert 2026-09-12)
- **MSchG § 3 Abs 1** (Achtwochenfrist vor der voraussichtlichen
Entbindung, ärztliches Zeugnis) und **§ 5 Abs 1** (8 Wochen
Wochenbett; mindestens 12 bei Früh-/Mehrlingsgeburten oder
Kaiserschnitt; Verlängerung um vorzeitig verkürzte Achtwochenfrist,
max. 16 Wochen) — lokal, RIS.
- **ASVG § 162 Abs 1/3/4** (lb-msf-03, Stand 2026-07): Wochengeld =
**Leistung aus der Krankenversicherung**; Bemessung nach dem Ø-
Arbeitsverdienst der letzten 13 Wochen (drei Kalendermonate),
vermindert um Lohnsteuer, SV-Anteil, Kammerumlage, WBF-Beitrag,
Aufwandersätze, SW-Beitrag; erhöht um den satzungsmäßigen
**SZ-Prozentsatz (14/17/21 %)**; je Kalendertag.
- **BMSVG § 7 Abs 4** (RIS, verifiziert): während des Anspruchs auf
(Sonder-)Wochengeld bei aufrechtem Arbeitsverhältnis fiktive
BV-Grundlage = Monatsentgelt aus den letzten **drei
Kalendermonaten vor dem Versicherungsfall der Mutterschaft,
einschließlich anteiliger Sonderzahlungen**; Spezial-Referenzmonat
bei neuerlichem Verbot unmittelbar nach Karenz (Z 13, dort Monat
vor dem der Karenz vorangegangenen Verbot) — dokumentierte Option.
## Rollenverteilung (klärt die frühere Plan-Annahme)
Die ÖGK zahlt das Wochengeld direkt (§ 162 Abs 1 ASVG) — der
Dienstgeber zahlt für die Verbotstage **kein Entgelt**
(`MSCH_ENTGELT`-Reduktion je Arbeitstag), liefert die
Bemessungsdaten (hier vollständig berechnet; AEB mit AP8) und führt
die BV auf fiktiver Grundlage weiter (§ 7 Abs 4 BMSVG).
Eine „Dienstgeber-Wochengeldzahlung" (deutsches
Mutterschaftsgeld-Modell) existiert in Österreich nicht.
## RF-MS-1 — Entgelt-Stopp und fiktive BV
Eintritt 1. 7. 2026, KV-Gruppe II/1 (2.059,41 €), Referenzläufe
Aug/Sep/Okt voll entlohnt; Mutterschutz-Frist 1.15. 11. 2026
(15 Kalendertage, 10 Arbeitstage):
- `MSCH_ENTGELT` = (2.059,41 ÷ 21 AT) × 10 = 980,67 €.
- Fiktive BV-BG (§ 7 Abs 4) = Ø-Monatsentgelt der Monate AugOkt
(je 2.059,41, keine SZ-Zeilen) × 15/30 = 1.029,71 €.
- Wochengeld-Ausweis: Ø-Netto der drei Referenzläufe + 17 %
SZ-Prozentsatz ÷ 92 Kalendertage (31+30+31).
## RF-MS-2 — Wochengeld-Berechnung (§ 162 Abs 3)
Je Kalendertag: (Σ Netto der drei Referenzmonate × (1 + SZ-%)) ÷
Kalendertage der drei Monate. Kurzes Dienstverhältnis: Ø über die
vorhandenen Monate; ohne jede Historie: Netto des laufenden Monats
(lb-msf-03). SZ-Fortzahlung während des Bezugs (vereinbart) wäre
reale Grundlage statt der fiktiven — Option.
## RF-MS-3 — Fristenmodell
Schutzfristen als Urlaubsart „Mutterschutz-Frist" (WET `ATP_MSCH`,
Krankmeldungspflicht-Feld zweckentfremdbar); die Berechnung der
Achtwochenfrist aus dem ärztlichen Zeugnis (§ 3 Abs 2 MSchG) und
Verlängerungen (§ 5 Abs 1) bleibt beim Mandanten.
## Offene Punkte / dokumentierte Reste
- **Sonderwochengeld** (§ 163 ASVG, Günstigkeitsvergleich § 162
Abs 3b; Versicherungsfall ≤ 13 Wochen nach Karenzende bzw.
Teilzeit nach KBG) — Option, braucht Verdienthistorie vor dem
letzten Entgeltanspruch inkl. Valorisierung.
- **Ruhen** (§ 166 ASVG): EFZ > 50 %, Erwerbseinkommen,
Pflegekarenzgeld — Abrechnungs-/Melde-Schnittstelle (AP8-Kontext).
- **SZ-Prozentsatz** 14/17/21 % satzungsabhängig — Parameter vor
Erstverwendung gegen die Satzung des KV-Trägers verifizieren.
- **Karenz-Referenzmonat** (§ 7 Abs 4 Z 13 BMSVG): Folgeschwangerschaft
unmittelbar nach Karenz — Sonder-Bemessungsmonat, Option.
- **AEB SART 75/76** (Arbeits- und Entgeltbestätigung Wochengeld,
seit 2025 inkl. Prämien-/Provisionsfelder netto) — AP8.