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id: lb-beh-01
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batch: 2
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title: "Barrierefreiheitsbeauftragte"
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work: "Lexis Briefings Personalrecht"
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chapter: "Beschäftigungsverhältnisse"
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topic: behinderte
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author: "Gilhofer-Lenglinger"
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stand: 2026-06
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source:
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pdf: ".lexis360/Lexis360_barrierefreiheitsbeauftragte.pdf"
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text: ".lexis360/md/barrierefreiheitsbeauftragte.md"
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legal_bases: ["BEinstG §§ 4, 6, 9, 22a, 22c-22h", "ArbVG §§ 34, 105 Abs 3, 120 ff", "ABGB § 879", "UN-BRK Art 9", "Barrierefreiheitsgesetz"]
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tags: [behinderte, barrierefreiheit, barrierefreiheitsbeauftragte, schwellenwert, beinstg]
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cross_refs: ["lb-beh-02", "lb-beh-03", "lb-beh-04"]
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# Barrierefreiheitsbeauftragte
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*Lexis Briefings Personalrecht, Gilhofer-Lenglinger, Stand Juni 2026 (lb-beh-01).*
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## Zusammenfassung
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- **Bestellungspflicht seit 1. 1. 2025:** Private Unternehmen mit mehr als
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400 Arbeitnehmern sowie bestimmte öffentliche Dienststellen müssen
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Barrierefreiheitsbeauftragte bestellen (§ 22h BEinstG; Änderungspaket
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BGBl I 2024/98 zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention).
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- **Schwellenwert:** Die 400er-Grenze orientiert sich laut Materialien an der
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Ausgleichstaxe (§ 9 Abs 2 BEinstG); die Zählweise folgt daher der dortigen
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Judikatur (Köpfe statt Beschäftigungsausmaß). Anders als bei der
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Behindertenvertrauensperson (§ 22a BEinstG) ist unerheblich, ob überhaupt
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behinderte Menschen im Unternehmen beschäftigt sind.
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- **Rolle:** beratend und koordinierend; Aufgaben nach § 22d BEinstG ua
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Barrierefreiheit für Arbeitnehmer **und externe Personen** (Kund:innen,
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Vertragspartner:innen) sowie angemessene Vorkehrungen iSd § 6 BEinstG —
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deren Unterlassen mittelbare Diskriminierung und Schadenersatz auslösen
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kann (→ lb-beh-04). Mitwirkung schon in Vergabeverfahren (zB
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Leistungsbeschreibung), bei Sicherheits-/Krisen-/Notfallplänen,
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Veranstaltungen, baulichen und IuK-Themen.
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- **Bestellung:** durch den Arbeitgeber mit Zustimmung der Person; diese muss
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dem Personalstand angehören; Dauer fünf Jahre, Wiederbestellung zulässig;
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Tätigkeit mit jener als Behindertenvertrauensperson vereinbar.
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- **Rechte:** ehrenamtliche Ausübung neben den Berufspflichten (§ 22f Abs 1
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BEinstG); Freistellung **unter Entgeltfortzahlung** für die Aufgaben und
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für Aus-, Weiter- und Fortbildungen; Geheimhaltungspflicht (§ 22g BEinstG).
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- **Kein Kündigungsschutz:** weder Bestandsschutz (§§ 120 ff ArbVG) noch
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Schutz vor Motivwidrigkeit (§ 105 Abs 3 ArbVG); in Betracht kommt nur
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Sittenwidrigkeit (§ 879 ABGB). Für das Unterlassen der Bestellung sieht
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das Gesetz keine Sanktionen vor.
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## Kernwerte & Fristen (Stand 2026-06)
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| Wert / Regel | Detail |
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|---|---|
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| Schwellenwert | private Unternehmen mit **mehr als 400 Arbeitnehmern** (§ 22h BEinstG), Pflicht seit 1. 1. 2025; daneben bestimmte öffentliche Stellen (§ 22c BEinstG) |
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| Zählweise | nach Judikatur zu § 9 BEinstG: Beschäftigungsausmaß irrelevant; geringfügig und Teilzeit Beschäftigte zählen. **Nicht** zählen: Lehrlinge und Arbeitnehmer ohne Entgeltanspruch (keine Entgeltfortzahlung, zB Krankengeld-/Wochengeldbezug, Karenzierung), freie Dienstnehmer:innen, überlassene Arbeitskräfte |
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| Bezugsebene | alle Arbeitnehmer eines Arbeitgebers im Bundesgebiet (§ 4 Abs 2 BEinstG); keine Aufteilung in Betriebe iSd § 34 ArbVG; keine konzernweite Betrachtung |
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| Bestellung | durch Arbeitgeber mit Zustimmung der Person (§ 22e BEinstG); aufrechtes Arbeitsverhältnis erforderlich; Dauer **5 Jahre**, Wiederbestellung zulässig; mehrere Beauftragte und Stellvertretungen (§ 22c) möglich |
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| Ausübung | ehrenamtlich neben den Berufspflichten (§ 22f Abs 1 BEinstG); Freistellung unter Entgeltfortzahlung für Aufgaben und Aus-/Weiter-/Fortbildungen |
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| Kündigungsschutz | keiner — weder §§ 120 ff noch § 105 Abs 3 ArbVG; allenfalls Sittenwidrigkeit § 879 ABGB |
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| Sanktionen | keine für das Unterlassen der Bestellung; unterlassene angemessene Vorkehrungen (§ 6 BEinstG) können mittelbare Diskriminierung mit Schadenersatz bedeuten |
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## Rechtsgrundlagen
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- **BEinstG:** §§ 22c–22h (Einrichtung samt Stellvertretungen, Aufgaben,
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Geheimhaltung, Bestellungsmodalitäten, Schwellenwert für private
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Unternehmen); § 9 Abs 2 iVm § 4 Abs 1 und 2 (Kopfzahl-Anknüpfung an die
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Ausgleichstaxe); § 6 (angemessene Vorkehrungen); § 22a
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(Behindertenvertrauensperson als Nachbarfunktion).
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- **ArbVG:** § 34 (Betriebsbegriff — für den Schwellenwert gerade nicht
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herangezogen), § 105 Abs 3 (Motivwidrigkeit) und §§ 120 ff (Bestandsschutz)
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— beide ausdrücklich **nicht** anwendbar.
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- **ABGB § 879** (Sittenwidrigkeit als einziger denkbaren Kündigungsangriff).
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- **UN-BRK Art 9** (Barrierefreiheit, ua für Arbeitsstätten);
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**Barrierefreiheitsgesetz** (BGBl I 2023/76) für Produkte und digitale
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Dienstleistungen.
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- Materialien/Judikatur: IA 4116/A 27. GP; VwGH 30. 4. 2014, 2013/11/0220
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und VwGH 2. 4. 2014, 2011/11/0010 (Kopfzählung, überlassene
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Arbeitskräfte); VwGH 1. 3. 1988, 87/09/0158 (Entgeltfortzahlung).
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## Payroll-Relevanz (Odoo)
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- **Schwellenwert-Auswertung „> 400“:** Monatsstichtagsabfrage auf
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Mitarbeiterebene mit den genannten Ein-/Ausschlüssen — dieselbe
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Kopfzahl-Logik, die auch die Ausgleichstaxe-Pflichtzahl trägt (→ lb-beh-03);
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ein gemeinsamer Report genügt für beide.
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- **Freistellung unter Entgeltfortzahlung** (Aufgaben, Aus-/Fortbildung):
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als bezahlten Work-Entry-Typ abbilden; die zusätzlichen Belastungen sind
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bei der Einsatzplanung zu berücksichtigen, führen aber zu keinem
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Entgeltabzug.
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- **Kein Bestandsschutz-Flag** analog Betriebsrat/Behindertenvertrauensperson;
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die Bestellung ist ein HR-Attribut (Dauer 5 Jahre, Wiederbestellung),
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kein Abrechnungsmechanismus.
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## Verweise
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- **KB-intern:** lb-beh-02 (Behindertenvertrauensperson, Besonderheiten) ·
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lb-beh-03 (Beschäftigungspflicht/Ausgleichstaxe — gleiche Kopfzahl-Logik) ·
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lb-beh-04 (mittelbare Diskriminierung durch unterlassene Vorkehrungen)
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- **Projekt:** `personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md` (Kernregime der
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Privatwirtschaft; Barrierefreiheits-Pflichten sind dort kein Abrechnungswert).
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Reference in New Issue
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