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id: lb-bnd-28
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batch: 8
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title: "Entlassung Arbeiter – Krankheit und Arbeitsunfähigkeit"
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work: "Lexis Briefings Personalrecht"
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chapter: "Beendigungsarten"
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topic: beendigungsarten
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author: "Vinzenz"
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stand: 2026-08
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source:
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pdf: ".lexis360/Lexis360_entlassung_arbeiter_krankheit_und_arbeitsunfahigke.pdf"
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text: ".lexis360/md/entlassung_arbeiter_krankheit_und_arbeitsunfahigke.md"
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legal_bases: ["GewO 1859 § 82 lit b", "GewO 1859 § 82 lit h"]
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tags: [abschreckende-krankheit, ansteckende-krankheit, arbeitsunfaehigkeit, unzumutbarkeit]
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cross_refs: ["lb-bnd-22", "lb-bnd-31", "lb-bnd-33"]
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# Entlassung Arbeiter – Krankheit und Arbeitsunfähigkeit
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*Lexis Briefings Personalrecht, Vinzenz, Stand August 2026 (lb-bnd-28).*
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## Zusammenfassung
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- **Entlassungsgrund (§ 82 lit h GewO 1859):** zwei getrennte Tatbestände —
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**Fall 1: Behaftung mit einer abschreckenden Krankheit**,
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**Fall 2: durch eigenes Verschulden verursachte Arbeitsunfähigkeit**. Beide
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Tatbestände gelten als „antiquiert"/selten anwendbar; sie sind
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**subjektiv-teleologisch** (nach der Absicht des historischen Gesetzgebers)
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auszulegen, weshalb bei der Rechtfertigungsprüfung in besonderem Maße die
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**Unzumutbarkeit der Weiterbeschäftigung** zu beachten ist.
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- **Abschreckende Krankheit — Begriff unklar:** keine gesetzliche Definition,
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nur wenige aktuelle Entscheidungen; Einzelfallprüfung (Tätigkeit des
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Arbeiters, Art des Unternehmens). Die bislang überwiegenden Entscheidungen
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stammen aus der Jahrhundertwende (Krätze des Kellners, Geschlechtskrankheit
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eines Lebensmittelgehilfen, Epilepsie eines Zuckerbäckergehilfen) und sind
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heute nicht mehr aussagekräftig.
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- **OGH 2005 (Tuberkulose eines Lehrlings):** eine an und für sich ansteckende
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Krankheit führt **nicht** zu einer gerechtfertigten Entlassung, wenn sich
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der AN sofort in den Krankenstand begibt und während der akuten
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Ansteckungsphase den Betrieb nicht betritt. Daraus: (1) nicht jede
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ansteckende Erkrankung genügt — es braucht **Unzumutbarkeit**; nach der
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Auslegung des Briefings, wenn die Krankheit **ansteckend** ist und
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Übertragung durch soziale Kontakte **nicht ausgeschlossen** werden kann bzw
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eine **ernstzunehmende Gefahr für Leben und Gesundheit** besteht. Ältere
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Wertungen („grobe äußerliche Entstellung", Ekelerregung) sind heute nicht
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mehr tragfähig — Geschlechtskrankheit oder Epilepsie begründen nach heutigem
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Medizinstand **keine** berechtigte Entlassung mehr.
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- **Verhalten des Arbeiters zählt:** berechtigt ist die Entlassung insb, wenn
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der erkrankte Arbeiter der **Weisung, während der gefährlichen Phase dem
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Arbeitsplatz fernzubleiben**, nicht nachkommt; oder wenn er die ansteckende
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Erkrankung dem AG **vorsätzlich verschweigt** und so andere gefährdet.
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- **Behinderungsgrenze:** kein Entlassungsgrund nach Fall 1, wenn die
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Krankheit das **Stadium einer Behinderung** erreicht hat.
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- **Fall 2 — verschuldete Arbeitsunfähigkeit:** nur selten anwendbar;
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Voraussetzungen: (1) Arbeitsunfähigkeit, die **nicht bereits § 82 lit b
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GewO** erfasst (→ lb-bnd-22); (2) nur **Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit**
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berechtigen zur Entlassung; (3) Arbeitsunfähigkeit während einer
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**erheblichen Zeit** — der Zeitrahmen hängt in erster Linie vom
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Verschuldensgrad ab. OGH (einzige Entscheidung): durch Raufhandel grob
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fahrlässig herbeigeführte **sechswöchige** Arbeitsunfähigkeit → gerechtfertigte
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Entlassung.
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- **Geltendmachung:** Fall 1 ist ein **Dauerzustand** — Entlassung möglich,
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solange die abschreckende Krankheit anhält; nicht mehr gerechtfertigt, wenn
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die Infektion nicht mehr ansteckend ist.
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## Kernwerte & Fristen (Stand 2026-08)
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| Wert / Regel | Detail |
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|---|---|
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| Entlassungsgrund | Fall 1: abschreckende Krankheit · Fall 2: verschuldete Arbeitsunfähigkeit, § 82 lit h GewO 1859 ✅ |
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| Tauglichkeit heute | beide Tatbestände „antiquiert", nur mehr selten anwendbar; Maßstab: Unzumutbarkeit der Weiterbeschäftigung |
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| Abschreckende Krankheit | keine Begriffsdefinition; Einzelfall (Tätigkeit, Betriebsart); historische Urteile (Krätze, Geschlechtskrankheit, Epilepsie) nicht mehr aussagekräftig ✅ |
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| Ansteckende Krankheit | Entlassung nicht gerechtfertigt bei sofortigem Krankenstand + Fernbleiben während akuter Ansteckungsgefahr (OGH 2005, Tuberkulose) |
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| Unzumutbarkeit (Fall 1) | Briefing-Auslegung: ansteckend + Übertragung durch soziale Kontakte nicht ausschließbar bzw ernstzunehmende Gefahr für Leben/Gesundheit |
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| Verhalten (Fall 1) | Nichtbefolgung der Fernbleib-Weisung oder vorsätzliches Verschweigen mit Gefährdung → Entlassung gerechtfertigt |
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| Behinderungsgrenze | Krankheit im Stadium einer Behinderung → kein Entlassungsgrund nach Fall 1 ✅ |
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| Fall 2: Verschuldensgrad | nur Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit (leichtere Fahrlässigkeit genügt nicht) |
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| Fall 2 — Dauer | Arbeitsunfähigkeit während „erheblicher Zeit"; Zeitrahmen abhängig vom Verschuldensgrad; OGH-Beispiel: 6 Wochen nach Raufhandel → gerechtfertigt ✅ |
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| Abgrenzung | Fall 2 nicht für Konstellationen des § 82 lit b GewO 1859 (→ lb-bnd-22) |
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| Dauertatbestand | Ausspruch solange die abschreckende Krankheit anhält; nach Ende der Ansteckungsfähigkeit nicht mehr gerechtfertigt |
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## Rechtsgrundlagen
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- **§ 82 lit h GewO 1859** (abschreckende Krankheit / verschuldete
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Arbeitsunfähigkeit) — ausdrücklich zitiert ✅
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- **§ 82 lit b GewO 1859** (Arbeitsunfähigkeit, Abgrenzung zu Fall 2) —
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zitiert ✅
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- Der Begriff „abschreckende Krankheit" ist gesetzlich **undefiniert** (❓)
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— Einzelfallbeurteilung nach Unzumutbarkeit; keine Werte aus
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Trainingswissen ergänzen.
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## Payroll-Relevanz (Odoo)
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- **Dauertatbestand (Fall 1):** Ausspruch während der andauernden
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Krankheitsphase möglich — der Ausspruchstag bestimmt den letzten
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Entgelttag; Entgeltfortzahlung läuft bis zur Beendigung nach den krs/efz-
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Regeln.
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- **Kein automatisierbarer Tatbestand:** beide Fallgruppen hängen von
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Unzumutbarkeit bzw Verschuldensgrad ab — im Beendigungs-Workflow der
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hr_payroll-Engine nur als Verfahrens-/Rechtshinweis führen, keine
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Abrechnungslogik ableitbar.
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- Abrechnung von Krankenentgelt/Krankengeld bleibt unabhängig vom
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Entlassungstatbestand (krs-Cluster); Abfertigung/Urlaubsersatzleistung nach
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der Entlassungs-Folgen-Matrix (→ lb-bnd-31).
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- Kein SV-/Meldewesen-Spezifikum im Briefing.
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## Verweise
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- **KB-intern:** lb-bnd-22 (Entlassung Arbeiter – Arbeitsunfähigkeit,
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§ 82 lit b GewO, Abgrenzung) · lb-bnd-31 (Entlassung – Folgen und
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Ansprüche) · lb-bnd-33 (Entlassungsgründe Arbeiter und Angestellte)
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- **Projekt:** `personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md` (GewO/AngG-Regime)
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Reference in New Issue
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