Initialimport: Wissensbasis Layer 2 (601 kuratierte Einträge)

571 Lexis-Briefings (lb-*) + 30 WIKU-Publikationen (wk-*) in 69 Clustern,
Frontmatter-Schema als Single Source of Truth; kb.json + INDEX.md generiert.
.gitignore für lizenzierte/lokale Corpora (.lexis360, .wiku, .firecrawl, .ris)
sowie künftige RAG-Artefakte (data/).
This commit is contained in:
2026-09-14 16:34:07 +02:00
commit 9d141eed9a
605 changed files with 101973 additions and 0 deletions
@@ -0,0 +1,127 @@
---
id: lb-kbg-06
batch: 7
title: "Kinderbetreuungsgeld - Zuverdienstgrenze"
work: "Lexis Briefings Personalrecht"
chapter: "Schwangerschaft & Elternkarenz"
topic: kinderbetreuungsgeld
author: "Sabara"
stand: 2026-07
source:
pdf: ".lexis360/Lexis360_kinderbetreuungsgeld_zuverdienstgrenze.pdf"
text: ".lexis360/md/kinderbetreuungsgeld_zuverdienstgrenze.md"
legal_bases: ["KBGG § 2 Abs 1 Z 3", "KBGG § 8", "KBGG § 8a", "KBGG § 8b", "KBGG § 24", "KBGG § 50 Abs 24", "EStG § 3", "EStG § 26", "EStG § 67", "EStG § 68", "EStG § 104", "EStG § 105"]
tags: [kinderbetreuungsgeld, zuverdienstgrenze, einschleifregelung, individuelle-zuverdienstgrenze, nebenverdienst]
cross_refs: ["lb-kbg-02", "lb-kbg-03", "lb-kbg-04", "lb-kbg-05", "lb-msf-03", "lb-kar-02"]
---
# Kinderbetreuungsgeld - Zuverdienstgrenze
*Lexis Briefings Personalrecht, Sabara, Stand Juli 2026 (lb-kbg-06).*
## Zusammenfassung
- **KBG-Konto** (§ 2 Abs 1 Z 3 KBGG): Anspruch nur, solange der Gesamtbetrag
der maßgeblichen Einkünfte des beziehenden Elternteils im Kalenderjahr
entweder den absoluten Grenzbetrag von € 18.000, (Stand 2026-07; Wert ab
2023, davor € 16.200) oder den — falls höheren — individuellen Grenzbetrag
nicht übersteigt. Individuelle Grenze (§ 8b KBGG): 60 % der maßgeblichen
Einkünfte des letzten Kalenderjahres vor der Geburt ohne KBG-Bezug (max.
drittvorangegangen), lt. ESt-Bescheid; je Elternteil gesondert zu
berechnen, Ermittlung durch die Gesundheitskasse.
- **Einkommensabhängiges KBG** (§ 24 KBGG): niedrigere Grenze von
€ 8.600, ab 1. 1. 2025 (Stand 2026-07; 2024: € 8.100; 2023: € 7.800;
2022: € 7.600).
- Einschleifregelung (§ 8a KBGG): Bei Überschreitung wird nur der
Überschreitungsbetrag zurückgezahlt, das KBG geht nicht gänzlich verloren
(VfGH G 75/2018 und G 187/2018 zur Sachlichkeit); bei mehreren Kindern je
Kalenderjahr nur eine Rückforderung (vgl. lb-kbg-04).
- **Maßgebliche Einkünfte** (§ 8 KBGG): unselbstständige Erwerbstätigkeit,
Gewerbebetrieb, selbstständige Tätigkeit, Land- und Forstwirtschaft;
Auslandseinkünfte zählen auch bei DBA-Steuerfreiheit mit (OGH 10 ObS
173/10d). Kein Abzug von Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen,
Freibeträgen §§ 104/105 EStG, Renten/dauernden Lasten, Prämienausgaben,
Kirchenbeiträgen, Verlustvorträgen.
- **Unselbstständige Einkünfte** (§ 8 Abs 1 Z 1 KBGG) — Berechnung: Brutto-
entgelt der KBG-Bezugsmonate, abzüglich Sonderzahlungen, SV-Beiträge,
steuerfreier Bezüge, Pendlerpauschale, Umlagen, Werbungskosten (mind.
Pauschale); Erhöhung um 30 % (pauschal darin: SV-Beiträge 15 %,
Sonderzahlungen 13./14. und steuerfreie Hinzurechnungen 15 %); ÷
KBG-Bezugsmonate × 12 (Jahresgrenze; Anspruchszeitraum = volle
Kalendermonate). Wochengeld und gleichartige Leistungen bleiben außer
Ansatz; ALV-Leistungen zählen, nur um 15 % erhöht.
- Steuerfreie Einkünfte (§§ 3, 26, 68 EStG) und sonstige Bezüge (Urlaubs-
zuschuss, Weihnachtsremuneration, Bilanzgeld, Prämie, Jubiläumsgeld,
Urlaubsersatzleistung, Kündigungsentschädigung) bleiben außer Ansatz
(Prämie: OGH 10 ObS 68/18z); sonstige Bezüge iSd § 67 EStG auch bei der
individuellen Grenze.
- **Andere Einkünfte** (§ 8 Abs 1 Z 2 KBGG): mit dem Betrag des
Einkommensermittlungszeitraums; sv-pflichtbegründende um 30 % erhöhen. Nur
Einkünfte aus Tätigkeiten während des Anspruchszeitraums zählen
(OGH 10 ObS 123/21t); Abgrenzungsnachweis bis zum Ablauf des zweiten auf
das Kalenderjahr folgenden Kalenderjahres; fehlende Zuordnungserklärung
ist keine Anspruchsvoraussetzung (OGH 10 ObS 146/17v); einseitige Rücknahme
möglich, solange nicht prozessual verwertet (OGH 10 ObS 75/22k).
- Altregelung für Geburten 1. 1. 201228. 2. 2017 (§ 50 Abs 24 KBGG):
Abgrenzungsnachweis bis 31. 12. 2025 möglich; „Jungfamilienfonds"
(BGBl I 2019/75) als Ausgleich für Fristversäumnis-Rückzahlungen.
## Kernwerte & Fristen (Stand 2026-07)
| Wert / Regel | Detail |
|---|---|
| Absolute Grenze KBG-Konto | € 18.000,/Jahr (ab 2023; davor € 16.200) |
| Grenze einkommensabhängiges KBG | € 8.600,/Jahr ab 1. 1. 2025 (2024: € 8.100; 2023: € 7.800; 2022: € 7.600) |
| Individuelle Grenze | 60 % der maßgeblichen Einkünfte des Referenzjahres, wenn über € 18.000 |
| Erhöhungssatz sv-/lohnsteuerpflichtiger Einkünfte | +30 % (pauschale Ansätze: SV 15 %, SZ/steuerfreie Hinzurechnungen 15 %) |
| Erhöhungssatz ALV-Leistungen | +15 % |
| Jahresumrechnung | Einkünfte der KBG-Bezugsmonate ÷ Bezugsmonate × 12; volle Kalendermonate |
| Außer Ansatz | Wochengeld/gleichartige Leistungen; steuerfreie Einkünfte (§§ 3, 26, 68 EStG); sonstige Bezüge (§ 67 EStG) |
| Abgrenzungsnachweis | bis zum Ablauf des zweiten auf das Kalenderjahr folgenden Kalenderjahres (§ 8 Abs 1 Z 2 KBGG) |
| Alt-Fälle (Geburten 1. 1. 201228. 2. 2017) | Nachweisfrist verlängert bis 31. 12. 2025 (§ 50 Abs 24 KBGG); Jungfamilienfonds |
## Rechtsgrundlagen
- **KBGG:** § 2 Abs 1 Z 3 (Grenze Konto), § 8 Abs 1 Z 1 und Z 2
(Ermittlung maßgebliche Einkünfte), § 8a (Einschleifregelung), § 8b
(individuelle Zuverdienstgrenze), § 24 (Grenze einkommensabhängig),
§ 50 Abs 24 (Alt-Fälle).
- **EStG 1988:** § 3, § 26, § 68 (steuerfreie Einkünfte), § 67 (sonstige
Bezüge), §§ 104, 105 (nicht abziehbare Freibeträge).
- Judikatur/Verfassungshöchststufe (Fußnoten): VfGH G 75/2018 und G 187/2018
(Einschleifregelung sachlich), OGH 10 ObS 68/18z (Prämie), 10 ObS 173/10d
(Auslandseinkünfte), 10 ObS 123/21t (Tätigkeitszeitraum), 10 ObS 146/17v
(Zuordnungserklärung), 10 ObS 75/22k (Rücknahme); BGBl I 2019/75
(Jungfamilienfonds).
## Payroll-Relevanz (Odoo)
- KBG ist staatliche Leistung — die Zuverdienstgrenze entscheidet aber über
**Kürzung/Rückforderung** und damit über wirtschaftliche Risiken der
Nebenbeschäftigung während Karenz/KBG-Bezug (lb-kar-02).
- Die Lohnverrechnung liefert die Kerndaten des Zuverdienstes: laufendes
Bruttoentgelt der Bezugsmonate, SV-Beiträge, Sonderzahlungen — deren
korrekte Periodenzuordnung (Bezugsmonat vs. sonstige Bezüge) bestimmt die
Grenzüberschreitung.
- **Wochengeld bleibt außer Ansatz** — in der Wochengeld-Abrechnung
(lb-msf-03) bezogene Beträge dürfen nicht in die Zuverdienstermittlung
fließen; umgekehrt ruht KBG während Wochengeld (lb-kbg-04).
- Grenzbeträge als versionierte Parameter führen (`hr.rule.parameter`),
niemals hard-codieren; historische Werte (€ 16.200 → € 18.000;
€ 7.600 → € 8.600) für Alt-Fälle nachfordern können.
- Individuelle Grenze speist sich aus dem ESt-Bescheid des Referenzjahres —
Jahresbemessungsdaten (inkl. 13./14.) und Arbeitnehmerveranlagung sind
Vorprozesspunkte, keine Odoo-Abrechnungslogik.
- Prozesspunkt Nachweisfristen: Abgrenzungs-/Zuordnungserklärungen betreffen
die SV, nicht die Lohnverrechnung — als Hinweis im HR-Workflow abbilden.
## Verweise
- **KB-intern:** lb-kbg-03 (Grenze einkommensabhängiges KBG), lb-kbg-04
(Einschleifregelung/Ruhen), lb-kbg-05 (Konto-Variante), lb-kbg-02
(Beihilfe zum pauschalen KBG); lb-msf-03 (Wochengeld außer Ansatz);
lb-kar-02 (Beschäftigung neben der Karenz als typischer Zuverdienstfall).
- **Projekt:** `personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md`.
- *Hinweis:* PDF-Footer „Erstellt von … 10.9.2026" = Export-Artefakt,
ignoriert; Arbeitshilfen-/Beispiellinks der Quelle nicht übernommen;
Fußnoten 6/7 der Quelle zitieren doppelt OGH 10 ObS 75/22k.