# Rechenfälle Überstunden/Mehrarbeit/Zuschläge — GP2-Testfixtures **Quellen (✅ verifiziert 2026-09-11):** SI-2203_de.md / SI-2748_de.md (Fassung 20260101) § 4/§ 4a/§ 5/§ 6; AZG §§ 6/7/10/12a/12b/19d (RIS-Volltext 10. 09. 2026); RECHTSQUELLEN-Privat Abschnitt 3. Seed: `data/l10n.at.payroll.kv.wert.csv` (Stand 2026-01-01). **Systematik (§ 5 Abs 6):** ÜStd-Grundvergütung **und** Zuschlagsbasis = Monatsgehalt ÷ Teilungsfaktor (2203: 150; 2748: 143). Mit dem Teilungsfaktor sind alle über 12 Monatsgehälter hinausgehenden Sonderzahlungen abgegolten — keine B13/B14-Anteile in der ÜStd-Basis. 2748: Normalarbeitsstunde/Mehrarbeit = Monatsgehalt ÷ **167**. ## RF-Z1: ÜStd Tag 50 % (SI-2203, VG II Stufe 1) - Monatsgehalt 2.059,41 € → ÜStd-Stunde = 2.059,41 ÷ 150 = **13,73 €**. - ÜStd 18–20 Uhr (Tag-Fenster): Grundvergütung 13,73 € + Zuschlag 50 % (6,86 €) = **20,59 €/ÜStd**. ## RF-Z2: ÜStd Nacht 20–6 Uhr 100 % (SI-2203) - ÜStd 21–23 Uhr: Zuschlag 100 % (Fenster `ue_fenster_von/bis` 20/6): 13,73 € + 13,73 € = **27,46 €/ÜStd**. - Davon in 22–6 (`nacht_sv_fenster_von/bis`): zusätzliche Nacht-Sondervergütung § 6 Abs 1 = **2,62 €/h** (2203), unabhängig vom Gehalt; kumuliert zur ÜStd-Vergütung („für jede in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr … fallende Arbeitsstunde"). Konvention: Höchstzuschlag § 5 Abs 7 gilt **unter den Zuschlägen**; die Sondervergütung § 6 ist keine Zuschlagsposition und kumuliert. ## RF-Z3: Sonntags-/Feiertagsüstd 100 % (beide KVs) - ÜStd Sonntag 10–12 Uhr: Zuschlag 100 % (§ 5 Abs 4) → 27,46 €/ÜStd (2203). Feiertagsüstd ab erster Stunde 100 % (§ 5 Abs 5 iVm ARG; Überstunde am Feiertag = außerhalb der vereinbarten NAZ). - **Achtung Engine-Design:** 2203 kennt **keinen** Zuschlag für Sonntags-**Normalarbeitsstunden** (§ 5 regelt nur ÜStd) — Nacht-Sondervergütung gebührt aber auch an Sonn-/Feiertagen. ## RF-Z4: Höchstzuschlag (§ 5 Abs 7, beide KVs) - ÜStd Montag 23–1 Uhr (Sonntag greift nicht): Zuschläge ÜStd-Nacht 100 % → nur einmal; Nacht-Sondervergütung 2,62 € (2203) zusätzlich. - ÜStd **Sonntag** 23–1 Uhr: Zuschläge ÜStd-So 100 % und ÜStd-Nacht 100 % treffen zusammen → nur der höchste (**100 %**) einmal; + 2,62 € Sondervergütung. Ergebnis je ÜStd: 13,73 + 13,73 + 2,62 = **29,08 €**. ## RF-Z5: Mehrarbeit-Band 38,5→40 h (nur SI-2748, § 4a) - Monatsgehalt 2.199,15 € (VG II Stufe 1); NAZ 38,5 h. - Mehrarbeitsstunde = 38,5.–40. Wochenstunde; Basis ÷ 167: 2.199,15 ÷ 167 = **13,17 €**; Zuschlag 50 % (6,59 €) → **19,75 €/Mehrarbeitsstunde**. - Mehrarbeit zählt nicht gegen das ÜStd-Ausmaß; Stunden mit > 50 %-Zuschlag (§ 5 Abs 2/4/5) sind **keine** Mehrarbeit, sondern ÜStd (÷ 143). - Teilzeit-Abgrenzung: AZG § 19d (Std über Teilzeit-Ausmaß bis Vollzeit-NAZ, gesetzlich 25 %; Abs 3c Differenzstunden) — GP2-Entscheidung, ob Teilzeit-Mehrarbeit KV-§-4a-Satz (50 %) oder §-19d-Satz anwendet. ## RF-Z6: 2748-Sonderbedingungen 100 % (§ 5 Abs 2) - 3. ÜStd und jede weitere **nach 19 Uhr** → 100 %: ÜStd 17:30–20:30 → Stunden 1–2 (17:30–19:30) 50 %, 3. ÜStd (19:30–20:30) → 100 % (Teil nach 19 Uhr). - Nach Nachtschicht **nach 6 Uhr** geleistete ÜStd → 100 %. - ÜStd am **24./31. 12.** nach NAZ → 100 %. - Abgrenzung ÜStd-Zuschlag-Fenster (20–6) vs. Nacht-Sondervergütung (22–6): ÜStd 20–22 Uhr → Zuschlag 100 %, **keine** Sondervergütung. ## RF-Z7: Fenster-Systematik (drei Nachtfenster) Dieselbe Zeitstempel-Menge fällt in unterschiedliche Fenster je Zweck — Engine muss je Position getrenlt klassifizieren: | Fenster | Zweck | Quelle | Code | |---|---|---|---| | 22–5 | AZG Nacht (Arbeitszeit-Regime, Status) | § 12a Abs 1 AZG | — | | 22–6 | Untersuchungen (AZG-intern ⚠ Divergenz) | § 12b Z 1 AZG | — | | 20–6 | ÜStd-Zuschlag 100 % | § 5 Abs 2 KV | `ue_fenster_von/bis` | | 22–6 | Nacht-Sondervergütung | § 6 KV | `nacht_sv_fenster_von/bis` | | 19–7 ≥ 3 h | LSt Nachtzuschlag § 68 | § 68 Abs 6 EStG | Kern-Parameter (GP3) | ## RF-Z8: Zeitausgleich-Optionen (GP2-Flag, keine Geldregel) - 2203 § 5 Abs 9: 1,5 h bezahlte Freizeit je ÜStd, 2,0 h je Nacht-/Sonntagsüstd (statt Entgelt, vorab vereinbart). - 2748 § 5 Abs 9: 50 %-ÜStd 1:1,5; 100 %-ÜStd 1:2; Mehrarbeit (ab 2013) 1:1,25; bei nur 1:1 bleibt der Zuschlagsanspruch bestehen. AZG § 10 Abs 1/4: gesetzlich Zuschlag gesondert auszahlen bzw. einrechnen; Wahlrecht des AN bei > 10 h Tag / > 50 h Woche.