# Rechenfälle Mutterschutz/Wochengeld (AP7) Modell: `models/mutterschutz.py`, Regel `MSCH_ENTGELT` (`data/salary_rules_msch_private.xml`), Parameter `at_msch_sz_prozentsatz` (⚠ satzungsabhängig, vor Erstverwendung verifizieren). ## Rechtsquellen (verifiziert 2026-09-12) - **MSchG § 3 Abs 1** (Achtwochenfrist vor der voraussichtlichen Entbindung, ärztliches Zeugnis) und **§ 5 Abs 1** (8 Wochen Wochenbett; mindestens 12 bei Früh-/Mehrlingsgeburten oder Kaiserschnitt; Verlängerung um vorzeitig verkürzte Achtwochenfrist, max. 16 Wochen) — lokal, RIS. - **ASVG § 162 Abs 1/3/4** (lb-msf-03, Stand 2026-07): Wochengeld = **Leistung aus der Krankenversicherung**; Bemessung nach dem Ø- Arbeitsverdienst der letzten 13 Wochen (drei Kalendermonate), vermindert um Lohnsteuer, SV-Anteil, Kammerumlage, WBF-Beitrag, Aufwandersätze, SW-Beitrag; erhöht um den satzungsmäßigen **SZ-Prozentsatz (14/17/21 %)**; je Kalendertag. - **BMSVG § 7 Abs 4** (RIS, verifiziert): während des Anspruchs auf (Sonder-)Wochengeld bei aufrechtem Arbeitsverhältnis fiktive BV-Grundlage = Monatsentgelt aus den letzten **drei Kalendermonaten vor dem Versicherungsfall der Mutterschaft, einschließlich anteiliger Sonderzahlungen**; Spezial-Referenzmonat bei neuerlichem Verbot unmittelbar nach Karenz (Z 1–3, dort Monat vor dem der Karenz vorangegangenen Verbot) — dokumentierte Option. ## Rollenverteilung (klärt die frühere Plan-Annahme) Die ÖGK zahlt das Wochengeld direkt (§ 162 Abs 1 ASVG) — der Dienstgeber zahlt für die Verbotstage **kein Entgelt** (`MSCH_ENTGELT`-Reduktion je Arbeitstag), liefert die Bemessungsdaten (hier vollständig berechnet; AEB mit AP8) und führt die BV auf fiktiver Grundlage weiter (§ 7 Abs 4 BMSVG). Eine „Dienstgeber-Wochengeldzahlung" (deutsches Mutterschaftsgeld-Modell) existiert in Österreich nicht. ## RF-MS-1 — Entgelt-Stopp und fiktive BV Eintritt 1. 7. 2026, KV-Gruppe II/1 (2.059,41 €), Referenzläufe Aug/Sep/Okt voll entlohnt; Mutterschutz-Frist 1.–15. 11. 2026 (15 Kalendertage, 10 Arbeitstage): - `MSCH_ENTGELT` = −(2.059,41 ÷ 21 AT) × 10 = −980,67 €. - Fiktive BV-BG (§ 7 Abs 4) = Ø-Monatsentgelt der Monate Aug–Okt (je 2.059,41, keine SZ-Zeilen) × 15/30 = 1.029,71 €. - Wochengeld-Ausweis: Ø-Netto der drei Referenzläufe + 17 % SZ-Prozentsatz ÷ 92 Kalendertage (31+30+31). ## RF-MS-2 — Wochengeld-Berechnung (§ 162 Abs 3) Je Kalendertag: (Σ Netto der drei Referenzmonate × (1 + SZ-%)) ÷ Kalendertage der drei Monate. Kurzes Dienstverhältnis: Ø über die vorhandenen Monate; ohne jede Historie: Netto des laufenden Monats (lb-msf-03). SZ-Fortzahlung während des Bezugs (vereinbart) wäre reale Grundlage statt der fiktiven — Option. ## RF-MS-3 — Fristenmodell Schutzfristen als Urlaubsart „Mutterschutz-Frist" (WET `ATP_MSCH`, Krankmeldungspflicht-Feld zweckentfremdbar); die Berechnung der Achtwochenfrist aus dem ärztlichen Zeugnis (§ 3 Abs 2 MSchG) und Verlängerungen (§ 5 Abs 1) bleibt beim Mandanten. ## Offene Punkte / dokumentierte Reste - **Sonderwochengeld** (§ 163 ASVG, Günstigkeitsvergleich § 162 Abs 3b; Versicherungsfall ≤ 13 Wochen nach Karenzende bzw. Teilzeit nach KBG) — Option, braucht Verdienthistorie vor dem letzten Entgeltanspruch inkl. Valorisierung. - **Ruhen** (§ 166 ASVG): EFZ > 50 %, Erwerbseinkommen, Pflegekarenzgeld — Abrechnungs-/Melde-Schnittstelle (AP8-Kontext). - **SZ-Prozentsatz** 14/17/21 % satzungsabhängig — Parameter vor Erstverwendung gegen die Satzung des KV-Trägers verifizieren. - **Karenz-Referenzmonat** (§ 7 Abs 4 Z 1–3 BMSVG): Folgeschwangerschaft unmittelbar nach Karenz — Sonder-Bemessungsmonat, Option. - **AEB SART 75/76** (Arbeits- und Entgeltbestätigung Wochengeld, seit 2025 inkl. Prämien-/Provisionsfelder netto) — AP8.