--- id: lb-sac-11 batch: 2 title: "Sachbezug Dienstwohnung - vom Arbeitgeber angemietete Dienstwohnung" work: "Lexis Briefings Personalrecht" chapter: "Entgelt: Anspruch & Abrechnung" topic: sachbezuge author: "Sicher" stand: 2026-06 source: pdf: ".lexis360/Lexis360_sachbezug_dienstwohnung_vom_arbeitgeber_angemietet.pdf" text: ".lexis360/md/sachbezug_dienstwohnung_vom_arbeitgeber_angemietet.md" legal_bases: ["Sachbezugswerte-VO"] tags: [dienstwohnung, angemietete-wohnung, heizkostenzuschlag, betriebskosten, sachbezugswerte] cross_refs: ["lb-sac-09", "lb-sac-10"] --- # Sachbezug Dienstwohnung – vom Arbeitgeber angemietete Dienstwohnung *Lexis Briefings Personalrecht, Sicher, Stand Juni 2026 (lb-sac-11).* ## Zusammenfassung - **Vergleichsrechnung:** Bei vom Arbeitgeber angemieteten Dienstwohnungen sind die **pauschalen Sachbezugswerte** der um **25 %** gekürzten **tatsächlichen Miete** gegenüberzustellen (samt Betriebskosten und Umsatzsteuer, **exklusive Heizkosten**); der **höhere Wert** bildet den maßgeblichen Sachbezug. - **Betriebskosten:** Die pauschalen Werte enthalten die üblichen Betriebskosten, nicht jedoch Gas-, Strom- und Telefonkosten (dafür die tatsächlichen Kosten). Trägt der Arbeitnehmer die Betriebskosten, ist ein Abschlag von **25 %** zu berücksichtigen. - **Heizkosten:** Trägt der Arbeitgeber sie, ist der Wert um die **tatsächlichen Heizkosten** zu erhöhen; sind sie nicht ermittelbar, ist ein pauschaler **Heizkostenzuschlag von € 0,58/m² ganzjährig** anzusetzen. Der Zuschlag richtet sich nach dem Nutzflächenausmaß, unabhängig von der angewandten Bewertungsmethode, und ist bei angemieteten Objekten **ungekürzt** (keine 25 %-Kürzung); Kostenbeiträge des Arbeitnehmers mindern ihn. ## Kernwerte & Fristen (Stand 2026-06) | Wert / Regel | Detail | |---|---| | Grundsatz | höherer Wert aus: pauschaler m²-Wert vs. tatsächliche Miete − 25 % (samt Betriebskosten + USt, ohne Heizkosten) | | Pauschalwert-Inhalt | übliche Betriebskosten enthalten; Gas/Strom/Telefon mit tatsächlichen Kosten anzusetzen | | AN trägt Betriebskosten | Abschlag **25 %** vom pauschalen Wert | | Heizkosten AG | Erhöhung um die tatsächlichen Kosten; nicht ermittelbar: **€ 0,58/m²** ganzjährig pauschal; ungekürzt (keine 25 %-Kürzung); AN-Beiträge mindern | | Quellenbeispiel 1 (Wien, 100 m², Richtwert 2024: € 6,67/m²) | pauschal € 667,– vs. Miete € 1.100,– − 25 % = € 825,– → **€ 825,– maßgeblich** | | Quellenbeispiel 2 (AN zahlt BK € 220,–, Miete € 1.000,– inkl. BK + USt) | pauschal: € 667,– − 25 % (€ 166,75) = € 500,25 vs. (€ 1.000,– − € 220,–) − 25 % = € 585,– → **€ 585,– maßgeblich** | | Heizkosten-Quellenbeispiele | tatsächliche Heizkosten € 110,– → € 110,– (kein 25 %-Abzug); Zuschlag € 58,– (100 m² × € 0,58) − AN-Beitrag € 35,– = **€ 23,–** | ## Rechtsgrundlagen - **Sachbezugswerte-VO** — Grundlage der pauschalen Werte und des Heizkostenzuschlags; lb-sac-11 selbst zitiert keine Paragraphen, sondern in Fußnoten die Novellen **BGBl II 366/2012** (mit Rz 160 LStR 2002 — Vergleichsrechnung bei angemieteten Dienstwohnungen) und **BGBl II 468/2008** (mit Rz 161 LStR 2002 — Heizkostenzuschlag). - Die m²-Bewertung samt Richtwerten (zB Wien € 6,67/m² ab 1.1.2024) folgt der Systematik des § 2 Sachbezugswerte-VO nach lb-sac-09. ## Payroll-Relevanz (Odoo) - Wohnung als Stammdatum mit zwei Bewertungskomponenten: pauschaler Wert (m² × Richtwert) und tatsächliche Miete; die **„höherer Wert"**-Entscheidung ist je Abrechnungsperiode bzw. bei Mietänderung zu treffen. - Heizkostenzuschlag € 0,58/m² als Parameter (Stand 2026-06) — bei angemieteten Objekten ungekürzt, Kostenbeiträge des Arbeitnehmers als Abzugsposten. - Kein Doppelabzug der Betriebskosten: sie fließen entweder in die Ist-Miete ein oder als 25 %-Abschlag vom Pauschalwert. ## Verweise - **KB-intern:** lb-sac-09 (Dienstwohnung allgemein — m²-Werte, Abschläge, Kleinwohnungen) · lb-sac-10 (Betriebsvermögen — dort Angemessenheits- prüfung gegen die fremdübliche Miete und 25 %-Kürzung der Betriebskosten) - **Projekt:** `personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md`