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lb-asc-07 6 Arbeitsstoffe Lexis Briefings Personalrecht Arbeitnehmerschutz arbeitnehmerschutz Noga 2026-07
pdf text
.lexis360/Lexis360_arbeitsstoffe.pdf .lexis360/md/arbeitsstoffe.md
ASchG § 2 Abs 6
ASchG §§ 4048
ASchG § 41
ASchG § 42
ASchG § 43
ASchG § 46
ASchG § 47
ASchG § 49
ASchG § 12 Abs 5
GKV 2021
VbA
VEXAT
KennV
PSA-V
VGÜ
MSchG
KJBG-VO
CLP-VO
ChemG 1996
DOK-VO § 2 Abs 3 Z 1
arbeitnehmerschutz
aschg
arbeitsstoffe
gkv-2021
mak-trk
gefahrenevaluierung
lb-asc-01
lb-asc-02
lb-asc-05
lb-asc-06
lb-asc-08
lb-jug-02
lb-sch-01
lb-wei-02

Arbeitsstoffe

Lexis Briefings Personalrecht, Noga, Stand Juli 2026 (lb-asc-07).

Zusammenfassung

  • Regelungsrahmen: 4. Abschnitt ASchG (§§ 4048) für den Umgang mit gefährlichen Arbeitsstoffen; die Grenzwerteverordnung 2021 (GKV 2021) legt Arbeitsplatzgrenzwerte fest. Ergänzend sind u. a. VbA, VEXAT, KennV, PSA-V und VGÜ zu berücksichtigen; besondere Regelungen bestehen nach dem MSchG und der KJBG-VO (→ lb-sch-01, lb-jug-02); auszugsweise auch FGV, VbF, DGPLV.
  • Arbeitsstoffbegriff (§ 2 Abs 6 ASchG): alle Stoffe, Gemische (Zubereitungen) und biologischen Agenzien, die bei der Arbeit verwendet werden — umfassend: Einsatzstoffe, Zwischenprodukte, Endprodukte, Reaktionsprodukte, Hilfsstoffe, Abfälle (zB Holzstaub, Metallspäne), unabsichtlich entstehende Stoffe (zB Schweißrauch, Nitrosamine in Kühlschmiermitteln, Dieselmotoremissionen) und Verunreinigungen. „Verwenden" ist jeder mit der Arbeit zusammenhängende Umgang — vom Gewinnen/Erzeugen/Anfallen über Gebrauch, Bearbeitung, Abfüllen, Mischen, Beseitigen, Lagern, Aufbewahren bis zum innerbetrieblichen Befördern.
  • Gefährliche Arbeitsstoffe (§ 40 Abs 1 ASchG): explosionsgefährliche, brandgefährliche und gesundheitsgefährdende Stoffe; biologische Arbeitsstoffe (außer Gruppe 1 ohne erkennbares Risiko); die eingesetzte Menge ist unerheblich (VwGH 96/04/0160). Die Einteilung richtet sich seit 1.9.2015 nach den Gefahrenklassen der CLP-VO (statt ChemG 1996); die alten Definitionen bleiben bis 2027 daneben erhalten (§ 40 Abs 2a, 3a und 4a).
  • Arbeitsstoffevaluierung (§ 41 ASchG): Verpflichtung zur Führung eines Arbeitsstoffverzeichnisses (§ 2 Abs 3 Z 1 Dok-VO; die AUVA bietet ein Webtool an); Feststellen, Einstufen und Beurteilen der Gefahren anhand von Hersteller-/Importeurangaben, praktischen Erfahrungen, Prüf- und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Wichtigste Quelle: das Sicherheitsdatenblatt (im Betrieb aufzubewahren; § 12 Abs 5 ASchG) — dessen bloße Sammlung ist noch keine Evaluierung. Vertrauensgrundsatz für Kennzeichnungen/Deklarationen nach CLP-VO, ChemG 1996, Pflanzenschutzmittelgesetz 2011, Abfallwirtschaftsgesetz 2002, Biozidproduktegesetz.
  • Rangordnung der Gefahrenverhütung (§§ 42f ASchG): (1) Substitution durch ungefährliche/weniger gefährliche Stoffe, (2) Reduzierung der eingesetzten Menge, (3) Beschränkung der Zahl exponierter AN, (4) Reduzierung von Dauer und Intensität der Einwirkung, (5) Gestaltung von Verfahren ohne Stoffkontakt, (6) Erfassung an der Austritts- bzw. Entstehungsstelle, (7) Lüftungsmaßnahmen nach Stand der Technik, (8) persönliche Schutzausrüstung — die rangniedrigere Maßnahme ist nur zulässig, wenn die ranghöhere technisch nicht durchführbar ist (STOP-Prinzip; kollektiver vor individuellem Schutz).
  • Kanzerogene, erbgutverändernde, fortpflanzungsgefährdende und biologische Arbeitsstoffe der Gruppe 24 (§ 42 ASchG): Verwendungsverbot, wenn ein gleichwertiges Arbeitsergebnis mit minder gefährlichen Stoffen erreichbar ist; wenn möglich nur in geschlossenen Systemen. § 47 ASchG: Verzeichnis der exponierten AN — bis zum Ende der Exposition aufzubewahren, danach an den UV-Träger (idR AUVA) zu übermitteln (→ lb-asc-08). Aus der Evaluierung können Eignungs- und Folgeuntersuchungen folgen (§ 49 ASchG → lb-asc-02).
  • Grenzwerte (GKV 2021, Anhang 1): MAK = höchstzulässige Konzentration eines Stoffes als Gas/Dampf/Schwebstoff im Beurteilungszeitraum, festgelegt für gesunde Erwerbstätige; bei Schwangeren/Stillenden kann auch bei Einhaltung eine Beeinträchtigung nicht ausgeschlossen werden; MAK-Werte dürfen niemals überschritten und sind so weit wie möglich zu unterschreiten. TRK = für Stoffe, für die keine unbedenkliche Konzentration angebbar ist: die nach dem Stand der Technik geringstmögliche Konzentration; stets möglichst weit zu unterschreiten. Ohne MAK/TRK: Konzentration stets so gering wie möglich.
  • Messungen (§ 46 ASchG): bei festgelegtem/nicht ausschließbarem MAK/TRK in regelmäßigen Abständen — Grenzwertvergleichsmessungen (§ 28 GKV 2021, repräsentativ für die Exposition); bei Überschreitung sind die Maßnahmen (§ 43 ASchG) auf Wirksamkeit zu prüfen, zu ergänzen und nachzumessen; entbehrlich bei Nachweis der Unterschreitung nach dem Stand der Technik. Bei eingehaltenen Grenzwerten Kontrollmessungen in angemessenen, evaluierungsabhängigen Abständen (§ 29 GKV 2021; auch vereinfachte Verfahren oder neuerliche Grenzwertmessung).

Kernwerte & Fristen (Stand 2026-07)

Wert / Regel Detail
GKV-Fassung Quelle nennt GKV 2021; das Überblicks-Briefing lb-asc-01 (Stand 2026-07) nennt die GKV 2020 — maßgebliche Fassung vor Implementierung gegen RIS klären ⚠
MAK-Werte höchstzulässige Konzentration; keine Überschreitung, möglichst unterschreiten; Restrisiko bei Schwangeren/Stillenden
TRK-Werte geringstmögliche Konzentration nach Stand der Technik; stets weit unterschreiten
CLP-Übergang alte ChemG-Definitionen bleiben bis 2027 relevant (§ 40 Abs 2a, 3a, 4a ASchG)
Exponierten-Verzeichnis (§ 47) bis zum Ende der Exposition aufbewahren, danach an den UV-Träger übermitteln
Rangordnung Substitution zuerst, PSA zuletzt (§§ 42f ASchG)

Rechtsgrundlagen

  • ASchG: §§ 4048 (4. Abschnitt), ausdrücklich § 40 Abs 1 (und 2a, 3a, 4a), §§ 41f, § 42, § 43, § 46, § 47, § 49, § 2 Abs 6, § 12 Abs 5 — .
  • GKV 2021: Anhang 1 (MAK/TRK-Liste), §§ 28, 29 — ⚠ Fassungsfrage gegenüber lb-asc-01 s. o.
  • Genannte VOen/Gesetze: VbA, VEXAT, KennV, PSA-V, VGÜ, CLP-VO, ChemG 1996, Pflanzenschutzmittelgesetz 2011, Abfallwirtschaftsgesetz 2002, Biozidproduktegesetz, MSchG, KJBG-VO, FGV, VbF, DGPLV, § 2 Abs 3 Z 1 Dok-VO.
  • Materialien/Judikatur des Quelltexts: ErläutRV 1590 BlgNR 18. GP; Erlass ZAI 1.6.2015 (CLP-Übergang); Erlass ZAI 2.12.2009 (§ 49); VwGH 96/04/0160 = ARD 4907/18/98.

Payroll-Relevanz (Odoo)

  • Keine Bezugsregeln — HR-Datenpflichten: Arbeitsstoffverzeichnis und Exponierten-Verzeichnis (§ 47) je Person/Tätigkeit als HR-Akten führen (Aufbewahrung, Übergabe an den UV-Träger; Parallele zur Untersuchungsverzeichnis-Logik in lb-asc-02).
  • Untersuchungstermine: Evaluierungsergebnisse lösen Eignungs-/ Folgeuntersuchungen (§ 49) aus — als bezahlte Abwesenheiten und wiederkehrende Fristen je AN/Tätigkeit abbilden (→ lb-asc-02).
  • BK-Kontext: Expositionsverzeichnisse sind Vorstufe zur Berufskrankheiten-Dokumentation beim UV-Träger (→ lb-asc-08); saubere Tätigkeitshistorie je AN erhöht die Beweisqualität.
  • Mutterschutz/Jugendschutz: stoffbezogene MSchG-/KJBG-VO- Restriktionen bei Einsatzplanung berücksichtigen (→ lb-sch-01, lb-jug-02); PSA-/Schutzkleidungsbereitstellung (→ lb-wei-02).

Verweise

  • KB-intern: lb-asc-01 (Überblick/Evaluierung; GKV-Fassungskonflikt dort bereits dokumentiert) · lb-asc-02 (Eignungs-/Folgeuntersuchungen § 49, VGÜ) · lb-asc-05 · lb-asc-06 (Trias) · lb-asc-08 (UV-Träger, BK-Liste) · lb-jug-02 (KJBG-VO-Beschäftigungsbeschränkungen) · lb-sch-01 (stoffbezogene MSchG-Verbote) · lb-wei-02 (PSA/Schutzkleidung)
  • Projekt: personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md; RECHTSQUELLEN-Bgld.md („ASchG in Betrieben" ⚠, → lb-asc-01).