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| lb-krs-02 | 7 | Krankengeld | Lexis Briefings Personalrecht | Krankenstand & Arbeitsunfall | krankenstand | Ruß/Krabath | 2026-07 |
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Krankengeld
Lexis Briefings Personalrecht, Ruß/Krabath, Stand Juli 2026 (lb-krs-02).
Zusammenfassung
- Subsidiärleistung: Krankengeld ist die Geldleistung der Krankenversicherung (idR ÖGK) für den krankheitsbedingten Entgeltausfall, sobald der arbeitsrechtliche EFZ-Anspruch (§ 8 AngG bzw § 2 EFZG) nicht mehr in voller Höhe besteht. Es ersetzt den Dienstgeber nicht, sondern läuft neben ihm.
- Beginn und Höhe: Die Leistung fällt ab dem 4. Tag der Arbeitsunfähigkeit an (§ 138 Abs 1 ASVG) und beträgt 50 % der Bemessungsgrundlage, ab dem 43. Tag 60 % (§ 141 ASVG); Satzungserhöhung bis max. 75 % bei mitversicherten Angehörigen möglich.
- Bemessungsgrundlage (§ 125 ASVG): sv-pflichtiges Einkommen des letzten voll entlohnten Kalendermonats; Sonderzahlungen werden über einen einheitlichen satzungsrechtlichen Zuschlag von 17 % eingerechnet. Die jährliche Valorisierung der Bemessungsgrundlage ist für 2026 bis 2028 ausgesetzt.
- Dauer: grundsätzlich 26 Wochen; 52 Wochen, wenn in den letzten 12 Monaten mindestens 6 Monate Versicherung bestand (ÖGK: bis 78 Wochen, wenn die Wiedereingliederung innerhalb dieses Zeitraums zu erwarten ist); vor Wegfall Information 6 Wochen im Vorhinein.
- Ruhen/Verwirkung: Der Anspruch ruht u. a. bei EFZ > 50 % (zur Hälfte bei EFZ = 50 %), bei Übergangsgeld, Präsenz-/Zivildienst, Pflegekarenzgeld, Wiedereingliederungsgeld und bei Nichtmeldung (Nachholung binnen 1 Woche). Verwirkung bei Raufhandel (§ 91 StGB), Trunkenheit/Suchtgift (§ 142 ASVG) sowie nach § 88 ASVG.
- Lohnsteuer zahlt die ÖGK: Lohnsteuerpflicht erst bei Tagsatz > € 30,– (€ 900,–/Monat); die ÖGK behält 20 % ein, Pflichtveranlagung des Arbeitnehmers — ⚠ Korpus-Widerspruch zu lb-wie-01 (dort 25 %), siehe unten.
Kernwerte & Fristen (Stand 2026-07)
| Wert / Regel | Detail |
|---|---|
| Leistungsbeginn | ab 4. Tag der Arbeitsunfähigkeit (§ 138 Abs 1 ASVG) |
| Höhe | 50 % der Bemessungsgrundlage; ab 43. Tag 60 % (§ 141 ASVG); Satzung max. 75 % bei mitversicherten Angehörigen |
| Bemessungsgrundlage | sv-pflichtiges Einkommen des letzten voll entlohnten Monats (§ 125 ASVG); kurze DV → laufender Beitragszeitraum |
| SZ-Einbezug | einheitlicher satzungsrechtlicher Zuschlag von 17 % (✅ Quelltext); kein Ansatz, wenn der AN kollektiv-/einzelvertraglich auch im Krankengeldbezug ungeschmälerte SZ erhält (10 ObS 95/24d) |
| Valorisierung | BG-Aufwertung seit 2023 jährlich; 2026–2028 ausgesetzt (Budgetbegleitgesetz 2025 bzw 2027–2028) |
| Anspruchsdauer | 26 Wochen; 52 Wochen bei ≥ 6 Monaten Versicherung in den letzten 12 Monaten; ÖGK bis 78 Wochen bei erwarteter Wiedereingliederung (§ 139 ASVG) |
| Vorinformation | Krankenkasse informiert 6 Wochen vor Erreichen der Bezugshöchstdauer; Abschrift an PV-Träger |
| Ruhen (§ 143 ASVG) | Nichtmeldung (Nachholung 1 Woche) · EFZ > 50 % · EFZ = 50 % (zur Hälfte) · Übergangsgeld · Präsenz-/Zivildienst · Pflegekarenzgeld (BPGG) · Wiedereingliederungsgeld · Urlaubsersatzleistung/Kündigungsentschädigung (verlängern die Pflichtversicherung) |
| Verwirkung (§ 142 ASVG) | schuldhafter Raufhandel (rechtskräftige Verurteilung nach § 91 StGB) · unmittelbare Folge von Trunkenheit/Suchtgiftmissbrauch (Bsp.: 1,76 Promille auf der Fahrbahn, kokaininduzierter Sturz) |
| Geringfügig Beschäftigte | grundsätzlich kein Krankengeld (Teilversicherung); bei Mehrfachbeschäftigung über GFG/Vollversicherung doch 50/60 %; § 19a ASVG Selbstversicherung |
| Unbezahlter Urlaub | kein Krankengeld trotz aufrechter Pflichtversicherung (§ 11 Abs 3 ASVG; 10 ObS 23/23i) |
| Lohnsteuer | § 69 Abs 2 EStG: Tagsatz > € 30,– (€ 900,–/Monat); 20 % Quellenabzug durch ÖGK (Stand 2026-07; ⚠ lb-wie-01 Stand 2026-08 nennt 25 % — vor Implementierung gegen RIS klären) |
Rechtsgrundlagen
- ASVG-Kern: §§ 138 (Beginn), 139 (Dauer), 141 (Höhe), 125 (Bemessungsgrundlage), 142 (Verwirkung), 143 (Ruhen), 88 (allgemeine Verwirkung) — alle im Quelltext ausdrücklich zitiert (✅).
- Arbeitsrechtlicher Anknüpfung: § 8 AngG, § 2 EFZG (EFZ-Anspruch, dessen Ausschöpfung dem Krankengeld vorgelagert ist).
- Abgabenrechtlich: § 69 Abs 2 EStG für die Lohnsteuerpflicht der Krankenversicherungszahlungen.
- Nebenzitate: § 91 StGB, § 164 GSVG (Übergangsgeld Selbstständige, kein Ruhen), BPGG, § 11 Abs 3 ASVG, § 19a ASVG — ⚠ Normtexte vor Implementierung gegen RIS verifizieren, insbesondere die aktuelle Lohnsteuer-Quote (20 % vs 25 %, s. o.).
Payroll-Relevanz (Odoo)
- Krankengeld fließt nicht durch den Dienstgeber-Payslip: Zahlung und Lohnsteuer sind ÖGK-Sache; die PV-Relevanz für das AG-System liegt in der Arbeits- und Entgeltbestätigung (ELDA) nach Ausschöpfung des vollen EFZ-Anspruchs — Abschrift unverzüglich an den AN. Ein Hinweis-/Fristenmodell auf dem Payslip („volle EFZ erschöpft am …") vermeidet verspätete AuE-Meldungen.
- Bemessungsgrundlage braucht das letzte volle Bruttoentgelt: Der letzte voll entlohnte Kalendermonat inkl. 17 %-SZ-Zuschlag ist für die ÖGK-Berechnung revisionssicher bereitzustellen (Sonderfall ungeschmälerte SZ im Krankengeldbezug nach 10 ObS 95/24d).
- Ruhen mitführen: EFZ > 50 % bzw = 50 % steuert den Krankengeldanspruch — dasselbe 50 %-Kriterium wie bei der SV-Beitragsfreiheit der EFZ (→ lb-krs-07); die Payslip-Logik sollte den EFZ-Phasenstatus (voll/halb/ erschöpft) als berechnete Größe halten.
- Dauer-Konstanten (26/52/78 Wochen; 50/60 %; 4./43. Tag) als
hr.rule.parameter-Jahreswerte führen, nicht hard-codieren; Geringfügig- und unbezahlte-Urlaubs-Konstellationen müssen das Krankengeld-Null-Ergebnis deterministisch ableiten.
Verweise
- KB-intern: lb-krs-08 (EFZ-Regime als Voraussetzung) · lb-krs-03 (Meldung/Nachweis, Anerkennung durch den KV-Träger — Breadcrumb-Verweis der Quelle) · lb-krs-07 (SV-Behandlung der EFZ und BMSVG-Bemessung) · lb-wie-01 (Wiedereingliederungsgeld verdrängt Krankengeld) · lb-bes-06 (geringfügige Beschäftigung) · lb-kzs-07 (Pflegekarenzgeld als Ruhenstatbestand)
- Projekt:
personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md(SV-Kernregime; ELDA/eSV-Meldewesen-Kontext im payroll-Skill) - Export-Hinweis: ÖGK-Fragenkatalog zur Arbeits- und Entgeltbestätigung ist im Quelltext nur als Kurzlink enthalten, hier nicht reproduziert.