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lb-url-10 7 Urlaubsvereinbarung Lexis Briefings Personalrecht Urlaub & Karenzierung urlaub Niederfriniger 2026-07
pdf text
.lexis360/Lexis360_urlaubsvereinbarung.pdf .lexis360/md/urlaubsvereinbarung.md
UrlG § 4 Abs 1
UrlG § 4 Abs 2
UrlG § 4 Abs 3
UrlG § 4 Abs 4
UrlG § 16 Abs 2
UrlG § 16 Abs 3
ARG § 7a
ArbVG § 97 Abs 1 Z 10
GewO § 82 lit f
AngG § 27 Z 4
ABGB § 1014
ABGB § 1155 Abs 1
urlaub
urlaubsvereinbarung
einseitiger-urlaubsantritt
personlicher-feiertag
urlaubsteilung
rucktritt
lb-url-01
lb-url-05
lb-url-06
lb-url-12
lb-dvh-01
lb-pfl-01
lb-pfl-02

Urlaubsvereinbarung

Lexis Briefings Personalrecht, Niederfriniger, Stand Juli 2026 (lb-url-10).

Zusammenfassung

  • Kernregel (§ 4 Abs 1 UrlG): Urlaubsantritt und -dauer sind zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer (bei Überlassung: Überlasser) unter Rücksichtnahme auf Betriebserfordernisse und Erholungsmöglichkeiten zu vereinbaren — möglichst bis zum Ende des Urlaubsjahres. Keine Formvorschrift: schriftlich, mündlich oder konkludent möglich (konkludent vorsichtig annehmen); bedingte Vereinbarungen zulässig.
  • Urlaubsvereinbarungs-Sperre (§ 4 Abs 2 UrlG): Für Zeiträume mit Anspruch auf Entgeltfortzahlung darf bei Bekanntheit der Umstände keine Urlaubsvereinbarung geschlossen werden (→ lb-url-06). Nach OGH auch keine Vereinbarung von Urlaub zu einer im Arbeitgeberinteresse gelegenen Ausbildungsmaßnahme.
  • Urlaubsteilung (§ 4 Abs 3 UrlG): grundsätzlich nur zwei Teile, wobei ein Teil mindestens 6 Werktage (= 5 Arbeitstage) sein muss; tages-/halbtags-/stundenweiser Verbrauch auf Wunsch des Arbeitnehmers möglich (kein Anspruch des Arbeitgebers darauf, Wirkung nur für das laufende Urlaubsjahr).
  • Durchsetzung: Bei Nichteinigung Duldungsklage; alternativ — nur in Betrieben mit Betriebsrat — einseitiger Urlaubsantritt nach § 4 Abs 4 UrlG (5 Voraussetzungen, s. Tabelle). Der Arbeitgeber kann den Urlaubsverbrauch grundsätzlich nicht erzwingen; bei rechtsmissbräuchlicher Verweigerung während einer Dienstfreistellung Obliegenheit zum Verbrauch.
  • Weitere einseitige Antrittsrechte: zur Pflege eines erkrankten Kindes (< 12 Jahre) bei ausgeschöpfter Pflegefreistellung (§ 16 Abs 3 iVm Abs 2 UrlG); der „persönliche Feiertag" nach § 7a ARG (1× pro Urlaubsjahr, 3 Monate schriftlich vorher; bei Nichtantritt auf Ersuchen des Arbeitgebers doppeltes Entgelt, ohne Verbrauch).
  • Rücktritt: beidseitig aus wichtigen Gründen — Arbeitgeber bei drohendem schwerem wirtschaftlichem Schaden (Schadloshaltung nach § 1014 ABGB analog, zB Stornokosten); Arbeitnehmer bei Unzumutbarkeit aus seine Person betreffenden Gründen.

Kernwerte & Fristen (Stand 2026-07)

Wert / Regel Detail
Vereinbarung § 4 Abs 1 UrlG: Beginn und Ende, formfrei, auch bedingt; schriftlich aus Beweisgründen empfohlen
Sperre § 4 Abs 2 UrlG: keine Vereinbarung für EFZ-Zeiten (Krankenstand, Pflegefreistellung, Hochzeit, Begräbnis, Arztbesuch …)
Urlaubsteilung § 4 Abs 3 UrlG: 2 Teile, ein Teil ≥ 6 Werktage; kürzere Teile nur auf AN-Wunsch (Tage/Halbtage/Stunden)
Einseitiger Antritt (§ 4 Abs 4) nur mit Betriebsrat; Urlaub ≥ 12 Werktage; Urlaubswunsch ≥ 3 Monate vorher bekanntgegeben; erfolgloses Schlichtungsverfahren; keine Arbeitgeberklage 86 Wochen vor Antritt
Antritt zum Kindespflege § 16 Abs 3 iVm Abs 2 UrlG: erkranktes Kind < 12 Jahre (eigene bzw. im Haushalt des Partners), Pflegefreistellung ausgeschöpft (→ lb-pfl-02)
Persönlicher Feiertag § 7a ARG: 1× pro Urlaubsjahr, 3 Monate schriftlich im Vorhinein; Nichtantritt auf AG-Ersuchen → doppeltes Entgelt, kein Verbrauch
Einseitiger Antritt sonst Entlassungsgrund Arbeitspflichtverletzung (§ 82 lit f GewO, § 27 Z 4 AngG) — außer bei rechtmäßigem Hinderungsgrund
AG-Rücktritt bei drohendem schwerem wirtschaftlichem Schaden; Schadloshaltung (§ 1014 ABGB analog); Stornoersatz = beitragsfreier Schadenersatz, lohnsteuerpflichtiger Arbeitslohn (Werbungskosten beim AN)

Rechtsgrundlagen

  • § 4 Abs 14 UrlG — Vereinbarung, Sperrzeitraum, Teilung, einseitiger Antritt nach Schlichtung.
  • § 16 Abs 2, 3 UrlG iVm § 7c VKG/§ 15f MSchG-Umfeld — Antritt zur Pflege erkrankter Kinder (→ lb-pfl-01/02).
  • § 7a ARG — „persönlicher Feiertag" (seit 22. 3. 2019).
  • § 97 Abs 1 Z 10 ArbVG — BV nur über allgemeine Grundsätze (→ lb-url-01 für Betriebsurlaub).
  • § 82 lit f GewO 1859 / § 27 Z 4 AngG — Entlassungsgrund bei eigenmächtigem Urlaubsantritt; § 1014, § 1155 Abs 1 ABGB — Schadloshaltung/Dienstfreistellung.

Payroll-Relevanz (Odoo)

  • Time-Off-Workflow: Urlaubsantrag braucht ausdrückliche Zustimmung (keine Genehmigungsfiktion); Urlaubsarten mit Teilungsvalidierung (≥ 1 Teil ≥ 6 Werktage bei Zwei-Teilung) und Sperre bei überlappenden bezahlten Abwesenheiten (§ 4 Abs 2) als Validierungsregel.
  • Doppeltes Entgelt § 7a ARG als eigene Bezugsart (Urlaubsentgelt
    • Arbeitsentgelt, kein Saldo-Abzug) — Szenario im Abrechnungsregelwerk abbilden, nicht manuell.
  • Stundenweiser Verbrauch erfordert die Umrechnung des Tag-Anspruchs in Stunden (vgl. § 4-Abs-3-Praxis) — nur wenn gewährt, Anspruch in Tagen bleibt unangetastet (→ lb-url-05).
  • Rücktritts- und Storno-Fälle dokumentieren: geänderter Urlaubsantritt ist ein Time-Off-Update mit Historie (§ 8 UrlG → lb-url-08); Stornokosten-Ersatz separat abwickeln (Beitragsfreiheit Schadenersatz).

Verweise

  • KB-intern: lb-url-01 (Betriebsurlaub) · lb-url-06 (Urlaub und Arbeitsverhinderung, Rücktritt im Detail) · lb-url-12 (Urlaubsvorgriff) · lb-url-05 (Anspruch)
  • Querbezüge: lb-dvh-01 (Dienstverhinderungsgründe) · lb-pfl-01, lb-pfl-02 (Pflegefreistellung als § 4-Abs-2-Sperrgrund und § 16-Vorläufer)
  • Projekt: personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md (UrlG ; § 6-Urlaubsentgelt inkl. Vorauszahlung Abschnitt 3)