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| lb-pvs-06 | 9 | Pensionsarten – Korridorpension | Lexis Briefings Personalrecht | Sozialversicherung | pension | Burger | 2026-07 |
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Pensionsarten – Korridorpension
Lexis Briefings Personalrecht, Burger, Stand Juli 2026 (lb-pvs-06).
Zusammenfassung
- Korridorpension (§ 4 Abs 2 APG): Frühpension im Versicherungsfall des Alters; sie kann flexibel in einem „Korridor“ zwischen dem 63. und dem 65. Lebensjahr beansprucht werden — Männer und Frauen gleich (die Altersgrenze 63 ist eine Untergrenze; Antritt auch mit 64 möglich). Voraussetzungen sind nur zwei: bestimmtes Lebensalter und Mindestversicherungszeit.
- Mindestversicherungszeit: grundsätzlich 504 Versicherungsmonate (42 Jahre); ob diese durch eigene Erwerbstätigkeit oder anderweitig erworben wurden (zB ALG-/Notstandshilfe-Bezug, Kindererziehungszeiten), ist unerheblich. Für bis 1966 Geborene bestehen günstigere Übergangsvoraussetzungen (§ 38 Abs 2 Z 2 APG); beim Antrittsalter gilt bis 2028 eine Parallel-Übergangsregel (§ 38 Abs 2 Z 1 APG).
- Pensionsabschlag: 0,425 % je Monat des früheren Antritts vor dem Regelpensionsalter. Indirekt mindert die Korridorpension die Pension zusätzlich, weil ab Antritt keine weiteren PV-Beiträge die Pensionskontogutschrift erhöhen.
- Erwerbsverbot: bis zum Regelpensionsalter keine Erwerbstätigkeit über der Geringfügigkeitsgrenze; Alternative: Teilpension (→ lb-pvs-13).
- Frauen: weil Frauen mit Geburtsdatum vor dem 1. 1. 1967 ohnehin schon mit 63 oder jünger die normale Alterspension erhalten, ist die Korridorpension für sie lt Quelle erst ab 2030 relevant (schrittweise Erhöhung des Regelpensionsalters auf 65).
- Beispiel der Quelle: Gesamtgutschrift € 39.911,–, Antritt 24 Monate vor dem 65. Geburtstag → Abschlag 10,2 % (24 × 0,425 %) → € 2.560,– monatliche Bruttopension; unterstelle Weiterarbeit bis 65 wäre mit € 3.070,– um 16,6 % günstiger — Break-even ab dem 76. Lebensjahr (Sterbetafel-Wahrscheinlichkeit lt Quelle 79,4 %).
Kernwerte & Fristen (Stand 2026-07)
| Wert / Regel | Detail |
|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 4 Abs 2 APG (Korridorpension) ✅; Übergangsregelungen § 38 Abs 2 Z 1 und Z 2 APG ✅ (Stand 2026-07) |
| Frühester Antritt | Vollendung des 63. Lebensjahres, Männer und Frauen; Untergrenze (Antritt mit 64 möglich) (Stand 2026-07) |
| Übergangsregelung Antrittsalter (bis 2028) | vor dem 1. 1. 1964 Geborene: 62 Jahre (Beginn vor 2026); Quartalskohorten 1964: 62 + 2/+4/+6/+8 Monate, 1. 1.–31. 3. 1965: 62 + 10 Monate; ab dem 1. 4. 1965: 63 Jahre (ab 1. 4. 2028) (Stand 2026-07) |
| Übergangsregelung Versicherungsmonate (bis 2029) | vor dem 1. 1. 1964: 480 VM; +2 VM je Geburtsquartal 1964–1966 bis 502 VM (1. 7.–30. 9. 1966); ab dem 1. 10. 1966: 504 VM (Stand 2026-07) |
| Mindestversicherungszeit (Regelfall) | 504 Versicherungsmonate = 42 Jahre; Erwerbsart unerheblich (Stand 2026-07) |
| Pensionsabschlag | 0,425 % je Monat vor dem Regelpensionsalter; Beispiel: 24 Monate → 10,2 % Kürzung der Gesamtgutschrift (Stand 2026-07) |
| Erwerbsverbot | bis Regelpensionsalter über der Geringfügigkeitsgrenze; Alternative Teilpension (→ lb-pvs-13) (Stand 2026-07) |
| Folgekosten des Antritts | keine weiteren beitragsfinanzierten Kontogutschriften; Beispielvergleich: Korridorpension € 2.560,– vs. Alterspension € 3.070,– (−16,6 %); zwei Jahre Frühbezug entsprechen € 71.680,– (Stand 2026-07) |
| Break-even (Quellenbeispiel) | späterer Antritt ab ca. 76. Lebensjahr vorteilhaft; Sterbetafel-Wahrscheinlichkeit lt Quelle: 79,4 % (Stand 2026-07) |
| Frauen-Relevanz | Korridorpension lt Quelle erst ab 2030 relevant (RPA-Anhebung); Altersgrenze 63 unabhängig vom Geschlecht (Stand 2026-07) |
Rechtsgrundlagen
- § 4 Abs 2 APG (Korridorpension) — ausdrücklich zitiert ✅
- § 38 Abs 2 Z 1 APG (Übergangsregelung Antrittsalter bis 2028) — zitiert ✅
- § 38 Abs 2 Z 2 APG (Übergangsregelung Mindestversicherungszeit bis 2029) — zitiert ✅
- Regelpensionsalter (65 Männer; Frauen 60–65 je nach Geburtsdatum) und dessen Anhebung für Frauen im Briefing ohne §-Zitat — ⚠ Detailverifikation via RIS offen; RPA-Staffelung für Frauen auch dokumentiert in lb-swa-03 (Stand 2026-07).
Payroll-Relevanz (Odoo)
- Kein Entgeltbestandteil: die Korridorpension ist eine PV-Leistung und liegt
außerhalb der Dienstnehmer-Payroll-Engine — kein Lohnzettel-, Regel- oder
Beitragsbaustein in
hr_payroll. - HR-Austrittsprozess (echter Anknüpfungspunkt): geplanter Pensionsstichtag und Korridor-Antritt als Datenattribute am Mitarbeitenden/Vertrag führen; Dienstende bzw. Reduktion auf Geringfügigkeit (Erwerbsverbot) im Vertrags-Endetermin abbilden; Meldewesen: Abmeldung zum Stichtag.
- Geringfügigkeitsgrenze als versionierter Jahresparameter (nie hard-coden),
analog
hr.rule.parameter— sie steuert das Erwerbsverbot bis zum Regelpensionsalter. - Pensionskonto-Bezug: Abschlagssatz 0,425 %/Monat und 504-VM-Schwelle sind PV-seitig; für sv-laufbahnbezogene Auswertungen (Versicherungsmonat-Zähler) reichen Datenattribute — keine Abrechnungslogik (→ lb-pvs-11).
- GemBG-Kontext: Pensionistenbezüge (Versorgungszahlungen, Bgm-Pensionen)
betreffen das Bgld-Modul nur als Bezüge-Auszahlung, nicht die DN-Engine —
Anknüpfung über die VRV-Brücke, s.
RECHTSQUELLEN-Bgld.md.
Verweise
- KB-intern: lb-pvs-02 (Pensionsarten – Alterspension) · lb-pvs-07 (vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer) · lb-pvs-11 (Pensionskonto) · lb-pvs-13 (Teilpension – Pension vor 65 & Nebenerwerb) · lb-swa-03 (Schwerarbeitspensionen, Frühpension-Abschlag 0,15 %)
- Projekt:
personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md(PV-Beitragssätze) ·personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Bgld.md(Pensionistenbezüge/Versorgung) - Hinweis: In der Übergangstabelle Antrittsalter nennt die Zeile „1. 1. 1965 bis 31. 3. 1965“ als frühestmöglichen Pensionsbeginn „1. 11. 2027 bis 1. 2. 2027“ — Enddatum vor Startdatum, vermutlich Setz-/Exportfehler (plausibel 1. 2. 2028) ⚠; nicht rekonstruiert.