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lb-bsv-06 9 Bäuerliche Sozialversicherung Mehrfachversicherung Pensionsversicherung Lexis Briefings Personalrecht Sozialversicherung bauerliche-sozialversicherung Fiedler 2026-01
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BSVG
BSVG § 4a
BSVG § 23
BSVG § 33a
BSVG § 33b
BSVG § 33c
BSVG § 39
BSVG § 40
BSVG § 118b
BSVG § 120
APG § 12 Abs 1
ASVG
ASVG § 108 Abs 3
GSVG
GSVG § 35a
FSVG
EStG 1988 § 25 Abs 1 Z 3 lit d
EStG 1988 § 69 Abs 5
Bezügegesetz
VO (EWG) 1408/71
bauerliche-sozialversicherung
mehrfachversicherung
pensionsversicherung
differenzbeitragsvorschreibung
wanderversicherung
hochstbeitragsgrundlage
lb-bsv-03
lb-bsv-05
lb-bsv-12
lb-pvs-11
lb-sva-07
lb-sva-15

Bäuerliche Sozialversicherung Mehrfachversicherung Pensionsversicherung

Lexis Briefings Personalrecht, Fiedler, Stand Jänner 2026 (lb-bsv-06).

Zusammenfassung

  • Betroffene Systeme: Pensionsversicherungen nach ASVG, GSVG und BSVG; die Regeln gelten auch für nach dem FSVG in die gewerbliche PV aufgenommene freiberufliche Ärzte, selbständigen Apotheker und Patentanwälte, wenn sie zusätzlich einer ASVG- oder BSVG-versicherungspflichtigen Erwerbstätigkeit nachgehen.
  • Versicherungsmonate: mehrfach Versicherte erwerben in jedem Pensionssystem Versicherungszeiten; parallel erworbene Monate sind der Pension nur einmal zuzuordnen. Rangordnung: ASVG vor GSVG/FSVG vor BSVG — neben unselbständiger Beschäftigung (ASVG) zählt die Zeit der Mehrfachversicherung unabhängig vom Einkommensverhältnis als ASVG-Zeit; im Rahmen der Mehrfachversicherung kann keine Versicherungszeit nach dem BSVG erworben werden; ein Versicherungsmonat ergibt sich nur, wenn neben der GSVG-Tätigkeit parallel eine BSVG-Tätigkeit ausgeübt wird.
  • Pensionshöhe: Addition der Einkünfte aus allen Tätigkeiten bis zur HBTG kann eine höhere Beitragsgrundlagensumme und damit eine höhere Pension bewirken. PV-Beiträge ab 1. 1. 2005, die über der HBTG liegen, werden ab Pensionsstichtag 1. 1. 2006 spätestens zum Pensionsbeginn aufgewertet rückerstattet.
  • Beitragsrecht: Einzahlung in jedes beteiligte System (je bis zur HBTG); bei Überschreitung der Summen-HBTG Differenzbeitragsvorschreibung (§ 33a BSVG [PV]; § 33b BSVG [KV]) oder Erstattung (§ 118b BSVG [PV]; § 33c BSVG [KV]); in der UV keine Differenzvorschreibung. Beitragsgrundlagen ohne eigene Beiträge (Krankengeld, Kinderbetreuungsgeld, Präsenz-/Zivildiener-Vergütung, BSVG-Übergangsgeld, Arbeitslosengeld) bleiben außer Ansatz; laufende Beitragszahlung nach dem Bezügegesetz/Anrechnungsbetrag begründet keine gesetzliche PV → kein § 33a.
  • Historie: bis 31. 12. 2004 galt das Antragsprinzip — ohne Antrag auf Durchrechnung/Rückerstattung flossen zu viel bezahlte PV-Beiträge in die Höherversicherung (22,8 % des Überschreitungsbetrages); seit 1. 1. 2005 ist die Bildung einer Überschreitungsbeitragsgrundlage für die Höherversicherung iZm § 33a BSVG ausgeschlossen (→ lb-bsv-03).
  • Differenzbeitragsvorschreibung: seit 1. 1. 2020 amtswegig durch die SVS; vorläufige BG nur für Monate gleichzeitigen Bestands der Pflichtversicherung nach ASVG und/oder B-KUVG und/oder GSVG/FSVG und nach BSVG; Rangordnung ASVG vor GSVG/FSVG vor BSVG (vorherige teilweise Befreiung von der Beitragspflicht).
  • Formel vorläufige PV-Beitragsgrundlage: HBTG (= 35-Fache der täglichen HBTG gem § 108 Abs 3 ASVG) monatliche ASVG-BG (+ 1/12 nachgewiesene Sonderzahlungen) GSVG-BG (vermindert um BG gem § 35a GSVG) = Rest-BG; maßgeblich das Minimum aus § 23-BSVG-BG und Rest-BG; zu niedrige vorläufige BG → Nachentrichtung.
  • Formel endgültige PV-Beitragsgrundlage: HBTG × Anzahl der Beitragsmonate (deckende nur einfach) Jahressumme der ASVG-BG GSVG-Jahres-BG ( § 35a GSVG) = Rest-BG. Beispiel (Stand 2026-01): HBTG € 8.085 (= 35 × € 231) × 12 = € 97.020 ASVG € 85.020 = € 12.000 < BSVG-Jahres-BG € 24.000 → endgültige monatliche Differenzbeitragsgrundlage € 1.000. Neue Forderung nach § 33a Abs 2 BSVG: fällig mit Ablauf des auf die Vorschreibung folgenden Monats; Voraussetzungen: mind. ein Mehrfachversicherungsmonat im Jahr, sämtliche BG endgültig oder versteinert; KV und PV getrennt; Neuberechnung bei gemeldeten Änderungen.
  • Erstattung (§ 118b BSVG): wenn keine Differenzvorschreibung greift und die Beiträge je Versicherungsverhältnis voll entrichtet werden, amtswegige Erstattung des die HBTG übersteigenden Anteils: BSVG/GSVG/FSVG-Beiträge in jener Höhe, die die versicherte Person zu tragen hat; ASVG-Beiträge zu 45 % (Berechnung: Überschreitungs-Beitragsgrundlage × 22,8 % × 45 %); bis spätestens 30. 6. des Kalenderjahres nach gänzlicher Entrichtung; für Jahrgänge ab 1. 1. 1955 gilt das APG (§ 12 Abs 1 APG), dabei sind Teilversicherungen (§ 4a BSVG) und freiwillige Versicherungen zu berücksichtigen. Wegen der automatischen Differenzvorschreibung nur mehr Ausnahmefälle.
  • Verjährung/Lohnzettel: Nachverrechnung nach BG-Änderung → § 39 BSVG beachten; Rückzahlung → § 40 BSVG nicht; bei Guthaben-Rückzahlung iVm ASVG/B-KUVG (Bezug iSd § 25 Abs 1 Z 3 lit d EStG 1988) Lohnzettel der SVS bis 31. 1. des Folgejahres (§ 69 Abs 5 EStG 1988).
  • Wanderversicherung: § 120 BSVG sichert die Anrechnung von Pensionsversicherungszeiten, die nacheinander nach unterschiedlichen Gesetzen erworben wurden — der zuständige Träger behandelt alle Zeiten wie bei ihm erworben, kein Verlust bereits erworbener Zeiten.
  • EU/EWR: seit 1. 1. 2000 (Wegfall des Anhangs VII zur VO (EWG) 1408/71) keine Mehrfachversicherung bei Zusammentreffen einer BSVG-BG (Betriebsführer/ Angehörige) mit einer EU/EWR-Arbeitnehmer-BG; § 118b-Erstattungen können nur für österreichische Qualifikationen und Beitragsgrundlagen erfolgen.

Kernwerte & Fristen (Stand 2026-01)

Wert / Regel Detail
Monatliche HBTG € 8.085 = 35 × € 231 tägliche ASVG-HBTG (§ 108 Abs 3 ASVG) (Stand 2026-01)
Jahres-HBTG (12 Monate) € 97.020 (Stand 2026-01)
Rangordnung Versicherungsmonate ASVG vor GSVG/FSVG vor BSVG; keine BSVG-Versicherungszeit im Rahmen der Mehrfachversicherung
Höherversicherungs-Altregel bis 31. 12. 2004 flossen zu viel bezahlte PV-Beiträge in die Höherversicherung (22,8 % des Überschreitungsbetrags); seit 1. 1. 2005 ausgeschlossen
Rückerstattung über HBTG Beiträge ab 1. 1. 2005, Erstattung spätestens zum Pensionsbeginn ab Pensionsstichtag 1. 1. 2006 (aufgewertet)
Differenzvorschreibung seit 1. 1. 2020 amtswegig (§§ 33a, 33b BSVG)
Beispiel endgültige Differenz-BG € 97.020 € 85.020 = € 12.000 → monatlich € 1.000 (Stand 2026-01)
Neue Forderung fällig mit Ablauf des auf die Vorschreibung folgenden Monats (§ 33a Abs 2 BSVG)
ASVG-Erstattungsanteil 45 % der auf den Überschreitungsbetrag entfallenden Beiträge (Überschreitungs-BG × 22,8 % × 45 %) (Stand 2026-01)
Erstattungsfrist spätestens 30. 6. des Kalenderjahres nach gänzlicher Entrichtung
APG-Anwendung Jahrgänge ab 1. 1. 1955; § 12 Abs 1 APG; Teilversicherungen (§ 4a BSVG) und freiwillige Versicherungen berücksichtigen
Lohnzettel bis 31. 1. des Folgejahres bei Guthaben-Rückzahlung (§ 69 Abs 5 EStG 1988)
Verjährung Nachverrechnung: § 39 BSVG beachten; Rückzahlung: § 40 BSVG nicht anzuwenden
Wanderversicherung § 120 BSVG — Anrechnung nacheinander nach unterschiedlichen Gesetzen erworbener PV-Zeiten
EU/EWR seit 1. 1. 2000 keine Mehrfachversicherung mit EU/EWR-Arbeitnehmer-BG; § 118b nur für österreichische Qualifikationen/BG

Rechtsgrundlagen

  • § 33a BSVG (Differenzbeitragsvorschreibung PV) · § 118b BSVG (Erstattung PV) · §§ 33b, 33c BSVG (KV-Gegenstücke) — zitiert
  • § 23 BSVG (BSVG-Beitragsgrundlage) · § 4a BSVG (Teilversicherungen im § 118b-Kontext) — zitiert
  • § 120 BSVG (Wanderversicherung) — zitiert
  • § 39 BSVG (Verjährung Nachverrechnung) · § 40 BSVG (bei Rückzahlung nicht anzuwenden) — zitiert
  • § 108 Abs 3 ASVG (tägliche HBTG; HBTG = 35-Fache) — zitiert
  • § 35a GSVG (abzuziehende GSVG-BG in der PV-Differenzrechnung) · GSVG, FSVG (beteiligte Systeme) — zitiert
  • § 12 Abs 1 APG (Erstattungsberechnung für Jahrgänge ab 1. 1. 1955) — zitiert
  • Bezügegesetz (Anrechnungsbetrag — keine gesetzliche PV) · § 69 Abs 5 EStG 1988 (Lohnzettel) · § 25 Abs 1 Z 3 lit d EStG 1988 (Bezugsbegriff) · VO (EWG) 1408/71 (EU/EWR) — zitiert

Payroll-Relevanz (Odoo)

  • Arbeitgeberseite = ASVG-Teil: für Odoo relevant ist nur die unselbständige Beschäftigung des mehrfach Versicherten; die Zuordnung der Versicherungsmonate und die BSVG-Differenzrechnung sind SVS-/PVA-Trägerlogik.
  • Keine BSVG-Versicherungsmonate bei paralleler ASVG-Tätigkeit: für dienstzeitabhängige SV-Konzepte ist allein das ASVG-Verhältnis maßgeblich — die Module rechnen ohnehin je AN.
  • HBTG-Kappung (monatlich € 8.085, Stand 2026-01) als Plafondierungsmuster für hr.rule.parameter-gestützte SV-Beitragsgrundlagen; die jahressummenbezogene endgültige Abrechnung ist keine Payslip-Funktion.
  • Erstattungslogik § 118b (ASVG-Anteil 45 %) betrifft Trägerverrechnungen — kein Abbildungsziel im GemBG-Payroll.
  • Pensionskonto/APG (Jahrgänge ab 1955, Teilversicherungen): SVS-Leistungsrecht; keine Datenlieferung aus der Lohnverrechnung beyond Beitragsgrundlagen-Meldungen.
  • Hinweise, keine Spec: konsolidierte Mehrfachversicherungs-Abrechnungen bräuchten ein Träger-übergreifendes Datenmodell — derzeit kein Projektumfang.

Verweise

  • KB-intern: lb-bsv-03 (Freiwillige Versicherung Höherversicherung in der Pensionsversicherung; Überschreitungsbeitrags-Altregel) · lb-bsv-05 (Mehrfachversicherung Krankenversicherung) · lb-bsv-12 (Beitragsgrundlage Allgemeines, Mindest- und Höchstbeitragsgrundlage) · lb-pvs-11 (Pensionskonto) · lb-sva-07 (Rückforderung ungebührlich entrichteter Beiträge) · lb-sva-15 (Verjährung von Sozialversicherungsbeiträgen)
  • Projekt: personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md (SV-Rahmen)