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| lb-bsv-10 | 9 | Bäuerliche Sozialversicherung – Freiwillige Versicherung – Weiterversicherung in der Krankenversicherung | Lexis Briefings Personalrecht | Sozialversicherung | bauerliche-sozialversicherung | Fiedler | 2026-01 |
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Bäuerliche Sozialversicherung – Freiwillige Versicherung – Weiterversicherung in der Krankenversicherung
Lexis Briefings Personalrecht, Fiedler, Stand Jänner 2026 (lb-bsv-10).
Zusammenfassung
- Antragsprinzip: anders als die Pflichtversicherung (ex lege) setzt die freiwillige Versicherung immer einen Antrag voraus; Zweck ist der Erwerb bzw die Aufrechterhaltung von Versicherungsschutz nach Ende der Pflichtversicherung. Rechtsgrundlage für die Weiterversicherung in der Krankenversicherung: §§ 8 und 27 BSVG.
- Persönliche Voraussetzungen: zuletzt Krankenversicherung als Land- und Forstwirt nach dem BSVG; Wohnsitz im Inland; keine Pflichtversicherung in der Krankenversicherung nach einem anderen Bundesgesetz. Bei Bezug bedarfsorientierter Mindestsicherung besteht Pflichtversicherung gem § 9 ASVG — eine freiwillige Krankenversicherung ist dann nicht möglich.
- Vorversicherungszeit: 26 Wochen innerhalb der letzten zwölf Monate oder unmittelbar vor dem Ausscheiden sechs Wochen in einer gesetzlichen Krankenversicherung; die Zwölfmonatsfrist verlängert sich um Zeiten wie Anstaltspflege auf Kosten eines SV-Trägers und (außer)ordentlichen Präsenzdienst.
- Angehörige: nach dem Tod des Versicherten können sich der überlebende Ehe-/eingetragene Partner und zuvor mitversicherte Angehörige (§ 78 BSVG, zB Kinder, Enkelkinder, Stiefkinder, Pflegepersonen) weiterversichern; ebenso der frühere Ehe-/eingetragene Partner nach Nichtigerklärung, Aufhebung, Scheidung bzw Auflösung. Die KV kann von der Person fortgesetzt werden, die nach der SVS-Satzung als Angehörige gegolten hat (§ 78 Abs 7 BSVG). Pflegende sind bei pflegebedürftigen Versicherten mit Pflegegeld ab Stufe 3 (§ 5 Bundespflegegeldgesetz) anspruchsberechtigt (§ 78 Abs 6b BSVG) — gilt nicht, wenn die pflegebedürftige Person selbst kein BSVG-Versicherter ist; ein Student, dessen Anspruchsberechtigung an der Altersgrenze endet, kann sich nicht weiterversichern.
- Antragsfrist: sechs Monate nach Ende der Pflichtversicherung (zB Ausscheiden, Tod, Ehescheidung); nach gestelltem Pensionsantrag auch innerhalb von sechs Monaten nach Ablehnung einer Bescheinigung gem § 6 Abs 2 BSVG.
- Beginn/Ende: grundsätzlich unmittelbarer Anschluss an das Ende der Pflichtversicherung; bei Ablehnung der Bescheinigung zur vorläufigen Krankenversicherung Beginn mit dem Tag nach Zustellung des Ablehnungsbescheides. Ende bei Wegfall der Voraussetzungen (zB Beginn einer Pflichtversicherung, Zuerkennung einer Pension), durch Austrittserklärung zum Monatsletzten oder wenn die Beiträge für zwei Kalendermonate ganz oder teilweise unbezahlt bleiben. Bei rückwirkender Beendigung über die Sechsmonatsfrist hinaus wird über das Ende ein Bescheid erlassen — die Antragsfrist beginnt erst mit dessen Rechtskraft (Beispiel mit Versicherungslücke 1. 3. 2022 bis 18. 10. 2023).
- EU/EWR: Wohnsitzgleichstellung nach VO (EWG) 1408/71 bzw VO (EG) 883/2004 nur für Personen, die zuvor bereits österreichischen Rechtsvorschriften aufgrund (un)selbständiger Erwerbstätigkeit unterlagen; ausländische Versicherungszeiten zählen zu den Vorversicherungszeiten. Art 15 Abs 2 VO (EWG) 1408/71 und Art 14 Abs 2 VO (EG) 883/2004: bei Pflichtversicherung in einem anderen Mitgliedstaat ist dort grundsätzlich keine freiwillige (Weiter)versicherung in Österreich möglich — auch nicht nach Opting-out.
- Opting-out (§ 5 GSVG): Ärzte mit bloßem Wohlfahrtsfonds-Anspruch können eine Weiterversicherung nach § 8 BSVG oder eine freiwillige Krankenversicherung nach § 16 ASVG bzw § 14a GSVG wählen; für andere freiberuflich Erwerbstätige besteht die § 8 BSVG-Weiterversicherung nicht (Selbstversicherung nach § 16 ASVG oder § 14a GSVG).
- Beitrag: grundsätzlich von der Höchstbeitragsgrundlage gem § 23 Abs 9 BSVG — monatlich € 618,50 (Wert 2026), entsprechend dem Beitragssatz von 7,65 % nach § 24 BSVG; für nach § 78 Abs 7 BSVG gegoltene Angehörige ist die Höchstbeitragsgrundlage des bisherigen Pflichtversicherten heranzuziehen.
- Herabsetzung: über Antrag bis zum Mindestbetrag nach § 76a Abs 3 ASVG unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse — € 1.084,20 (Wert 2026), daraus € 82,94 monatlich. Antrag innerhalb von sechs Monaten → ab Beginn der Weiterversicherung, sonst ab folgendem Monatsersten; Geltung grundsätzlich bis zum Ablauf des nächstfolgenden Kalenderjahres; Erhöhung bei verbesserter wirtschaftlicher Lage (Zukunft), auch von Amts wegen; jährliche Aufwertung der Beitragsgrundlagen ab 1. 1. Ordensangehörige mit Armutsgelübde: Beitragsgrundlage nie niedriger als 25 % des 30-Fachen der Beitragsgrundlage nach § 76 Abs 1 Z 1 ASVG.
- Fälligkeit/Meldepflicht: Beiträge zu Beginn jedes Kalendermonats (Vorauszahlung möglich); jede für den Bestand bedeutsame Änderung (zB Wohnsitzwechsel) binnen eines Monats der SVS melden (§ 16 BSVG).
Kernwerte & Fristen (Stand 2026-01)
| Wert / Regel | Detail |
|---|---|
| Rechtsgrundlagen | §§ 8, 27 BSVG (Weiterversicherung KV) ✅; Beitragssatz § 24 BSVG, Höchstbeitragsgrundlage § 23 Abs 9 BSVG ✅ |
| Vorversicherungszeit | 26 Wochen innerhalb der letzten 12 Monate oder unmittelbar vor dem Ausscheiden 6 Wochen in gesetzlicher Krankenversicherung (Stand 2026-01); Fristverlängerung um Anstaltspflege/Präsenzdienst |
| Antragsfrist | 6 Monate nach Ende der Pflichtversicherung (Ausscheiden, Tod, Ehescheidung); nach Ablehnung einer Bescheinigung § 6 Abs 2 BSVG ebenfalls 6 Monate (Stand 2026-01) |
| Bescheiderlassung | bei rückwirkender Beendigung: Antragsfrist ab Rechtskraft des Endbescheides; Weiterversicherung frühestens ab Rechtskraft (Stand 2026-01) |
| Ende | Wegfall der Voraussetzungen (zB Beginn Pflichtversicherung, Pensionszuerkennung); Austrittserklärung zum Monatsletzten; Nichtzahlung für 2 Kalendermonate → Ende mit Ende des zweiten Monats, frühestens nach Ablauf des ersten vollen Kalendermonats (Stand 2026-01) |
| Regelbeitrag | von der Höchstbeitragsgrundlage: € 618,50 monatlich = 7,65 % Beitragssatz (Wert 2026) (Stand 2026-01) |
| Angehörige (§ 78 Abs 7) | Höchstbeitragsgrundlage des bisherigen Pflichtversicherten (Stand 2026-01) |
| Herabgesetzte Beitragsgrundlage | Mindestbeitragsgrundlage € 1.084,20 (§ 76a Abs 3 ASVG, Wert 2026) → monatlicher Beitrag € 82,94 (Stand 2026-01) |
| Herabsetzungswirkung | Antrag binnen 6 Monaten → ab Beginn, sonst ab folgendem Monatsersten; Geltung bis Ablauf des nächstfolgenden Kalenderjahres; Aufwertung ab 1. 1. (Stand 2026-01) |
| Ordensangehörige | Beitragsgrundlage ≥ 25 % des 30-Fachen der Beitragsgrundlage nach § 76 Abs 1 Z 1 ASVG (Stand 2026-01) |
| Sperrgrund | Bezug bedarfsorientierter Mindestsicherung → Pflichtversicherung gem § 9 ASVG, keine freiwillige KV (Stand 2026-01) |
| EU-Sperre | Art 15 Abs 2 VO (EWG) 1408/71 / Art 14 Abs 2 VO (EG) 883/2004: keine freiwillige Versicherung bei aufrechter Pflichtversicherung in anderem Mitgliedstaat (Stand 2026-01) |
| Fälligkeit | Beginn jedes Kalendermonats; Vorauszahlungen möglich (Stand 2026-01) |
| Meldepflicht | § 16 BSVG: bedeutsame Änderungen (zB Wohnsitzwechsel) binnen 1 Monat zur SVS (Stand 2026-01) |
Rechtsgrundlagen
- §§ 8 und 27 BSVG (freiwillige Weiterversicherung in der Krankenversicherung) — ausdrücklich zitiert ✅
- § 78 BSVG samt Abs 6b (anspruchsberechtigte Pflegende) und Abs 7 (Angehörigeneigenschaft nach SVS-Satzung) — zitiert ✅
- § 6 Abs 2 BSVG (Bescheinigung; Antragsfrist nach Ablehnung) — zitiert ✅
- § 23 Abs 9 BSVG (Höchstbeitragsgrundlage) und § 24 BSVG (Beitragssatz) — zitiert ✅
- § 16 BSVG (Meldepflicht) — zitiert ✅
- § 9 ASVG (Pflichtversicherung bei bedarfsorientierter Mindestsicherung), § 16 ASVG (Selbstversicherung), § 76a Abs 3 ASVG (Mindestbetrag der Herabsetzung), § 76 Abs 1 Z 1 ASVG (Untergrenze für Ordensangehörige) — zitiert ✅
- § 5 GSVG (Opting-out) und § 14a GSVG (freiwillige KV) — zitiert ✅
- § 5 Bundespflegegeldgesetz (Pflegegeld ab Stufe 3) — zitiert ✅
- Art 15 Abs 2 VO (EWG) 1408/71, Art 14 Abs 2 VO (EG) 883/2004 (EU/EWR-Kollisions- regeln) — zitiert ✅
Payroll-Relevanz (Odoo)
- Außerhalb des DN-Payroll-Kerns: die BSVG-Weiterversicherung ist Selbständigen-SV
(SVS-Vollzug), kein Dienstverhältnis — im
l10n_at_hr_payroll-Scope bewusst nicht abgebildet; Eintrag dient der Abgrenzung gegenüber ASVG-DN-Fällen. - Übertragbare Muster: Grenzen und Sätze (7,65 %; Mindestbeitragsgrundlage
€ 1.084,20) als jahresversionsierte Parameter im Stil von
hr.rule.parameterhalten — BSVG-Sonderwerte nie mit ASVG-DN-Beitragssätzen vermischen (→ lb-sva-06). - Fristen als Workflow-Hinweise: 6-Monats-Antragsfrist, Monatsletzten-Austritt, 2-Monate-Ende bei Nichtzahlung, 1-Monats-Meldepflicht — falls bäuerliche SV je als Nebenobjekt geführt wird, als Fristen-Wächter modellierbar; keine Standard-Work-Entry- Logik.
- Beitragsgrundlagen-Handling: monatliche Fixbeträge (618,50 € / herabgesetzt 82,94 €)
kommen ohne Entgeltabrechnung aus — bei allfälliger Abbildung als fixe Beitragsposition
je Monat (kein
hr.payslip-Entgeltbezug).
Verweise
- KB-intern: lb-bsv-01 (Bäuerliche Sozialversicherung – Beitrag und Beitragsvorschreibung) · lb-bsv-05 (Mehrfachversicherung Krankenversicherung) · lb-bsv-11 (Weiterversicherung in der Pensionsversicherung) · lb-bsv-12 (Beitragsgrundlage – Allgemeines, Mindest- und Höchstbeitragsgrundlage) · lb-sva-10 (Selbstversicherung in der Krankenversicherung, ASVG-Pendant)
- Projekt:
personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md(SV-Rahmen; ASVG-Werte verbindlich verifiziert — BSVG-Höchstbeitragsgrundlage ist ein eigenes 35-Fache-Regime, vgl. lb-bsv-12 ⚠). Kein GemBG-Bezug — BSVG-Thematik liegt außerhalb des Gemeinde-Payroll-Scopes (RECHTSQUELLEN-Bgld.mdnur für GemBG-relevante SV-Teile).