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lb-kbg-04 7 Gemeinsame Bestimmungen für alle Kinderbetreuungsgeldvarianten Lexis Briefings Personalrecht Schwangerschaft & Elternkarenz kinderbetreuungsgeld Sabara 2026-07
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KBGG § 2
KBGG § 2 Abs 2
KBGG § 2 Abs 6
KBGG § 2a
KBGG § 3 Abs 2
KBGG § 3 Abs 5
KBGG § 4
KBGG § 4a
KBGG § 5 Abs 2
KBGG § 5c Abs 1
KBGG § 5c Abs 2
KBGG § 5d
KBGG § 6
KBGG § 7
KBGG § 24c
KBGG § 26a
MeldeG
kinderbetreuungsgeld
kbg-voraussetzungen
einschleifregelung
anspruchsruhen
eltern-kind-pass
bezugsart-bindung
lb-kbg-01
lb-kbg-02
lb-kbg-03
lb-kbg-05
lb-kbg-06
lb-msf-03
lb-pap-01
lb-kar-04

Gemeinsame Bestimmungen für alle Kinderbetreuungsgeldvarianten

Lexis Briefings Personalrecht, Sabara, Stand Juli 2026 (lb-kbg-04).

Zusammenfassung

  • Anspruchsgrundlagen für alle KBG-Varianten (§ 2 KBGG): Anspruchsberechtigt ist ein Elternteil (auch Adoptiv-/Pflegeelternteil) bzw. eine Krisenpflegeperson (§ 2a KBGG), wenn (1) für das Kind Familienbeihilfe beansprucht wird (oder eine gleichartige EU/EWR/CH-Leistung), (2) gemeinsamer Haushalt — dauerhafte Wohn- und Wirtschaftsgemeinschaft von mindestens 91 Tagen durchgehend an derselben Adresse, beide hauptwohnsitzlich gemeldet (§ 2 Abs 6 KBGG) —, (3) Lebensmittelpunkt von Kind und Elternteil in Österreich, (4) die modellabhängige Zuverdienstgrenze nicht überschritten wird.
  • KBG gebührt unabhängig von Arbeitsverhältnis und Pflichtversicherung und setzt keine arbeitsrechtliche Karenz (MSchG/VKG) voraus. Maßgeblich ist das Einkommen des Anspruchsberechtigten, nicht das Familieneinkommen (Ausnahme: Beihilfe zum pauschalen KBG). KBG-Bezug löst eine Teilversicherung in der Kranken- und Pensionsversicherung aus — ebenso der Familienzeitbonus.
  • Rechtslage für Geburten ab 1. 3. 2017: pauschales KBG als Konto oder einkommensabhängiges KBG; für Geburten bis 28. 2. 2017 galt das pauschale KBG in vier Varianten. Ausländer brauchen rechtmäßigen Aufenthalt bzw. asylrechtliche Verortung; für geflüchtete Menschen aus der Ukraine gilt ab 1. 11. 2025 (BGBl I 2025/64) die FBH/KBG-Inanspruchnahme nur mehr mit Erwerbstätigkeit oder AMS-Vormerkung (Ausnahmen u. a. unter 18, über 65, erheblich behindertes Kind).
  • Gleichzeitiger Bezug beider Elternteile ist grundsätzlich ausgeschlossen (§ 2 Abs 2 KBGG); Ausnahme: bis 31 Tage anlässlich des erstmaligen Wechsels (§ 5d KBGG) — verkürzt die Höchstdauer, kein Bruch der 61-Tage-Mindestblöcke.
  • Einschleifregelung (§ 8a KBGG): Bei Überschreiten der Zuverdienstgrenze wird das KBG nur um den Überschreitungsbetrag gekürzt, nicht gänzlich aberkannt; bei mehreren Kindern je Kalenderjahr nur einmalige Rückforderung.
  • Beginn (§ 4 KBGG): nach Antrag frühestens ab Geburt bzw. Übernahme des Kindes, rückwirkend bis max. 182 Tage. Ende (§ 4a KBGG): mit Ablauf der beantragten Dauer bzw. der Höchstanspruchsdauer; Verzicht nur im Voraus für ganze Kalendermonate (widerruflich, max. 182 Tage rückwirkend); vorzeitige Beendigung mit bekanntzugebendem Termin, neuerlicher Bezug erst nach erneuter Antragstellung und mindestens einem Kalendermonat Frist.
  • Gewählte Bezugsart bindet beide Elternteile; einmalige Änderung binnen 14 Kalendertagen ab erstmaliger Antragstellung (§ 26a KBGG), keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand.
  • Härtefallverlängerung (§ 5c Abs 1 KBGG) ohne Elternwechsel bei Tod, Heil- und Pflegeanstalt, häuslicher Gewalt/Frauenhaus, Freiheitsstrafe: beim Konto max. +91 Tage; alleinerziehende Elternteile max. +91 Tage (§ 5c Abs 2 KBGG) bei Unterhalt ≤ € 100, und Nettoeinkommen ≤ € 1.400/Monat (+ € 300 je weiteres Kind). Beim einkommensabhängigen KBG (Geburten nach 31. 10. 2023) max. +61 Tage in Höhe der Sonderleistung (§ 24d Abs 3 KBGG).
  • Ruhen des Anspruchs (§ 6 KBGG): während Wochengeld/Sonderwochengeld oder gleichartiger Leistungen in deren Höhe; nicht aber beim Vater, wenn der Mutter wegen der Geburt eines weiterenen Kindes Wochengeld zusteht.
  • Eltern-Kind-Pass-Untersuchungen (§ 7, § 24c KBGG): ohne Nachweis der Untersuchungen wird das KBG ab einem bestimmten Zeitpunkt reduziert.

Kernwerte & Fristen (Stand 2026-07)

Wert / Regel Detail
Gemeinsamer Haushalt mind. 91 Tage durchgehende Wohn- und Wirtschaftsgemeinschaft an derselben Adresse (§ 2 Abs 6 KBGG)
Hauptwohnsitzmeldung Kind binnen 17 Tagen ab Unterkunftnahme (14 Tage KBGG + 3 Tage MeldeG); elektronische Übermittlung (EIDA)
Rückwirkende Antragstellung max. 182 Tage (§ 4 KBGG)
Mindestbezugsblock 61 Tage pro Elternteil, ununterbrochen
Reservetage (Konto, Grundvariante) je 91 Tage unübertragbar je Elternteil (einkommensabhängig: 61 Tage)
Wechsel zwischen Eltern max. zweimal; Unterbrechung beim Wechsel unschädlich
Gleichzeitiger Bezug bis 31 Tage, nur anlässlich des erstmaligen Wechsels (§ 5d KBGG)
Bindung an Bezugsart / Änderung einmalige Änderung binnen 14 Kalendertagen ab erstmaliger Antragstellung (§ 26a KBGG)
Neuerlicher Bezug nach Beendigung nach erneuter Antragstellung + mind. 1 Kalendermonat
Sonderleistung einkommensabhängig € 41,14 täglich (Wert ab 2025, unverändert 20262028)
Härtefallverlängerung Konto max. +91 Tage; Alleinerziehende: +91 Tage (Nettoeinkommen ≤ € 1.400/Monat, +€ 300 je weiteres Kind, Unterhalt ≤ € 100,)
Härtefallverlängerung einkommensabhängig max. +61 Tage, Höhe = Sonderleistung (Geburten ab 1. 11. 2023)
Ukraine-Regelung KBG-Zugang letztmals bis 31. 10. 2025; ab 1. 11. 2025 Zusatzerfordernis Erwerbstätigkeit/AMS-Vormerkung (BGBl I 2025/64)

Rechtsgrundlagen

  • KBGG: § 2, § 2 Abs 2, § 2 Abs 6 (Anspruch/Haushalt), § 2a (Krisenpflege), § 3 Abs 2 und Abs 5, § 5 Abs 2, § 5d (Reservetage, Wechsel, Parallelbezug), § 4, § 4a (Beginn/Ende), § 5c Abs 1 und Abs 2 (Härtefälle/Alleinerziehende), § 6 (Ruhen), § 7, § 24c (Eltern-Kind-Pass), § 24d Abs 3 (Härtefallverlängerung einkommensabhängig), § 26a (Bindung).
  • MeldeG (3-Tage-Anteil an der 17-Tage-Meldefrist).
  • Novellen: BGBl I 2019/24 (Krisenpflege/§ 2 Abs 6), BGBl I 2025/11 (Grenzbetragsanhebung), BGBl I 2025/64 (Ukraine-FBH/KBG), BGBl I 2025/25 (Valorisierungsaussetzung 2026/2027), RV 523 BlgNR 28. GP (2028 ⚠).
  • Judikatur (Fußnoten der Quelle): OGH 10 ObS 65/19k, 10 ObS 13/21s, 10 ObS 134/22m (Krisenpflege), 10 ObS 115/20i (Kinderabsetzbetrag als FBH), 10 ObS 143/23m (EU-Gleichartigkeit), 10 ObS 61/18w, 10 ObS 17/19a, 10 ObS 119/19a, 10 ObS 3/25a (Haushalt), OLG Wien 9 Rs 105/25i (Hauptwohnsitzmeldung), 10 ObS 180/19x, 10 ObS 127/22g (Lebensmittelpunkt), 10 ObS 72/21t (Einschleifregelung bei mehreren Kindern), 10 ObS 47/20i (Irrtum § 26a), Ro 2023/08/0020 (keine Wiedereinsetzung), 10 ObS 46/18i (Wechsel-Unterbrechung), 10 ObS 147/21x und 10 ObS 104/25d (ausländische Leistungen).

Payroll-Relevanz (Odoo)

  • KBG ist eine staatliche Leistung der Krankenversicherungsträger — kein Entgelt, keine SV-Beitragsgrundlage, kein Payslip-Output. Für die Abrechnung ist KBG-Bezug aber Statusinformation (Anstellungsunterbrechung/ Karenzkorridor), die das Ende und Wiederaufnehmen von Bezügen steuert.
  • Wochengeld-Schnittstelle: KBG ruht während Wochengeld/Sonderwochengeld in deren Höhe — beim Zusammentreffen von Schutzfrist (Wochengeld) und KBG-Bezug sind die Zeiträume sauber zu führen (lb-msf-03); der Parallelbezug bei Folgeschwangerschaft betrifft nur die Mutter.
  • Zuverdienstgrenze und Einschleifregelung: Jahresverdienst des KBG-Beziehenden inkl. Nebenbeschäftigungen entscheidet über Kürzung — Verdienstabfragen für das Bezugsjahr als Prozesspunkt (lb-kbg-06).
  • Keine Karenz nötig: arbeitsrechtliche Karenz (lb-kar-04) und KBG-Bezug sind unabhängige Zeiträume — im HR-Kalender getrennt abbilden.
  • Familienzeitbonus löst wie KBG eine Teilversicherung aus (lb-pap-01) — relevanter Hinweis für SV-Melde-Implikationen.
  • Zuständigkeit: jener Krankenversicherungsträger, bei dem Wochengeld bezogen wurde bzw. der Bezieher versichert ist — Auszahlungslogik außerhalb Odoo.

Verweise

  • KB-intern: lb-kbg-02 (Beihilfe zum pauschalen KBG — Ausnahme Familieneinkommen), lb-kbg-03 (einkommensabhängiges KBG, Sonderleistung), lb-kbg-05 (Konto-Variante, 91-Tage-Reservetage), lb-kbg-06 (Zuverdienstgrenze/Einschleifregelung), lb-kbg-01 (Familienbeihilfe); lb-msf-03 (Wochengeld/Ruhen); lb-pap-01 (Familienzeitbonus, Teilversicherung); lb-kar-04 (Karenz nicht Voraussetzung).
  • Projekt: personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md.
  • Hinweis: PDF-Footer „Erstellt von … 10.9.2026" = Export-Artefakt, ignoriert.