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lb-gsf-02 2 Geschäftsführer - Lohnnebenkosten Lexis Briefings Personalrecht Beschäftigungsverhältnisse geschaftsfuhrer Ghahramani-Hofer 2026-07
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FLAG § 41 Abs 2
EStG § 47 Abs 2
KommStG § 2 lit a
WKG § 122 Abs 8
ASVG § 4 Abs 4
GSVG
geschaftsfuhrer
lohnnebenkosten
dienstgeberbeitrag
kommunalsteuer
dz
beteiligung
lb-gsf-01
lb-gsf-03
lb-gsf-04
lb-gsf-05
lb-vst-03
lb-vst-04
lb-bes-06

Geschäftsführer Lohnnebenkosten

Lexis Briefings Personalrecht, Ghahramani-Hofer, Stand Juli 2026 (lb-gsf-02).

Zusammenfassung

  • Grundsatz: Die Lohnnebenkostenpflicht (Kommunalsteuer, Dienstgeberbeitrag DB, Zuschlag zum DB) für Geschäftsführerbezüge hängt von der Vertragsart und der Beteiligungshöhe ab. Der Gesellschafter-GF ist wegen seiner Eingliederung in den Organismus der Kapitalgesellschaft regelmäßig Dienstnehmer iSd KommStG und FLAG → idR KommSt, DB und DZ.
  • DB-Anknüpfung (§ 41 Abs 2 FLAG): Dienstnehmer ist, wer in einem Dienstverhältnis gem. § 47 Abs 2 EStG steht (Eingliederung, Weisungsbindung, kein Unternehmerrisiko) — ein steuerliches Dienstverhältnis liegt grundsätzlich nur bis max. 25 % Beteiligung vor; wesentlich Beteiligte (> 25 %) sind ebenfalls Dienstnehmer, wenn sonst alle Merkmale eines Dienstverhältnisses vorliegen.
  • Gleiche Anknüpfung für KommSt (§ 2 lit a KommStG) und DZ (§ 122 Abs 8 WKG, BGBl I 73/2017; nur Wirtschaftskammermitglieder entrichten den DZ). Die Wiener Dienstgeberabgabe (U-Bahn-Abgabe) hat eine eigene Definition; in der Praxis werden die DB-Regeln herangezogen.
  • Freie Dienstnehmer: Arbeitslöhne an freie Dienstnehmer sind seit 1. 1. 2010 lohnnebenkostenpflichtig — ein GF im freien Dienstvertrag löst Lohnnebenkosten aus, solange er ASVG-versichert ist (§ 4 Abs 4 ASVG); bei GSVG-Versicherung besteht (derzeit) keine Lohnnebenkostenpflicht.
  • Nach GF-Typus: gewerberechtlicher GF (ohne Organfunktion) wie jeder andere Arbeitnehmer (vollversichert, volle KommSt/DB/DZ); Fremd-GF und Gesellschafter-GF ≤ 25 % je nach steuerlichem Dienstverhältnis bzw. ASVG-freiem Dienstvertrag; wesentlich beteiligte Gesellschafter-GF > 25 % unterliegen nach der VwGH-Linie den Lohnnebenkosten (betriebliche Eingliederung genügt).

Kernwerte & Fristen (Stand 2026-07)

Abgabe / Regel Detail
DB § 41 Abs 2 FLAG iVm § 47 Abs 2 EStG; steuerliches Dienstverhältnis grundsätzlich nur bis 25 % Beteiligung; > 25 %: Dienstnehmer bei sonst vorliegenden Dienstverhältnismerkmalen
DZ § 122 Abs 8 WKG (BGBl I 73/2017): gleiche Bemessungsgrundlage wie DB; Pflicht nur für Wirtschaftskammermitglieder
KommSt § 2 lit a KommStG: gleiche Kriterien wie DB
Wiener Dienstgeberabgabe eigene Definition (Geschuldete Arbeitskraft); Praxis: Heranziehung der DB-Regelungen
Freie Dienstnehmer Lohnnebenkostenpflicht für Arbeitslöhne seit 1. 1. 2010; GF im freien Dienstvertrag nach ASVG (§ 4 Abs 4) → Pflicht
GSVG-Versicherte (derzeit) keine Lohnnebenkostenpflicht (Stand 2026-07)
Wesentlich beteiligter Gesellschafter-GF (> 25 %) DB, DZ und KommSt laut VwGH-Linie: Abstellen auf betriebliche Eingliederung (auf Dauer angelegte, nach außen erkennbare Tätigkeit zur Verwirklichung des Unternehmenszwecks)
Freibetrag/Freigrenze bei aperiodischer Auszahlung → lb-gsf-05 (1.095 €/1.460 €-Beispiel)

Rechtsgrundlagen

  • § 41 Abs 2 FLAG (DB-Dienstnehmerbegriff), § 2 lit a KommStG, § 122 Abs 8 WKG (BGBl I 73/2017) ausdrücklich zitiert.
  • § 47 Abs 2 EStG als steuerliche Anknüpfungsnorm; die Beteiligungsschwellen (25 %) nennt das Briefing inhaltlich, § 47 Abs 2 EStG ausdrücklich.
  • § 4 Abs 4 ASVG (freier Dienstvertrag) und GSVG (Versicherung „neuer Selbständiger") als Schalter für das Bestehen der Lohnnebenkostenpflicht genannt.
  • Höhe der Abgabensätze nennt das Briefing nicht — Sätze → personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md (FLAF § 41 FLAG, KommStG 1993, BMSVG). ⚠

Payroll-Relevanz (Odoo)

  • Eigener Lohnnebenkosten-Status: DB/DZ/KommSt-Pflicht darf nicht pauschal aus dem SV- oder Lohnsteuer-Status abgeleitet werden — je Mitarbeiter versioniert führen: Vertragsart, Beteiligungshöhe, Sperrminorität, SV-System (ASVG § 4 Abs 4 / GSVG / Vollversicherung).
  • 25 %-Schwelle und die >-50 %-/Sperrminoritäts-Fälle sind als Konfigurationsparameter (nicht hard-codierte Konstanten) zu führen; die Abgabensätze als hr.rule.parameter-Jahreswerte.
  • DZ-Pflicht hängt an der Wirtschaftskammer-Mitgliedschaft des Unternehmens → Mandanten-/Unternehmensattribut, nicht Mitarbeiterattribut.
  • Freier Dienstvertrag nach ASVG: Bezüge laufen durch die Lohnnebenkosten-Regeln, obwohl kein Dienstnehmerverhältnis iSd § 47 Abs 2 EStG vorliegt — separates Abgaben-Regelwerk neben der Lohnsteuer-Engine (Organ-Personalverrechnung, → lb-vst-03/lb-vst-04 für das AG-Pendant).

Verweise

  • KB-intern: lb-gsf-01 (Arbeitsrecht: Arbeitnehmereigenschaft) · lb-gsf-03 (SV-Status) · lb-gsf-04 (Steuerrecht) · lb-gsf-05 (Abrechnung: Freibetrag/Freigrenze) · lb-vst-03 (Vorstand-SV inkl. Lohnnebenkosten beim Regress) · lb-vst-04 (Vorstand: Lohnnebenkosten trotz fehlender Lohnsteuerpflicht) · lb-bes-06 (geringfügige Beschäftigung: Freigrenze)
  • Projekt: personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md (FLAF § 41 FLAG, KommStG, BMSVG-Sätze; Organe außerhalb R1, Abschnitt 1).