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| lb-gsf-02 | 2 | Geschäftsführer - Lohnnebenkosten | Lexis Briefings Personalrecht | Beschäftigungsverhältnisse | geschaftsfuhrer | Ghahramani-Hofer | 2026-07 |
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Geschäftsführer – Lohnnebenkosten
Lexis Briefings Personalrecht, Ghahramani-Hofer, Stand Juli 2026 (lb-gsf-02).
Zusammenfassung
- Grundsatz: Die Lohnnebenkostenpflicht (Kommunalsteuer, Dienstgeberbeitrag DB, Zuschlag zum DB) für Geschäftsführerbezüge hängt von der Vertragsart und der Beteiligungshöhe ab. Der Gesellschafter-GF ist wegen seiner Eingliederung in den Organismus der Kapitalgesellschaft regelmäßig Dienstnehmer iSd KommStG und FLAG → idR KommSt, DB und DZ.
- DB-Anknüpfung (§ 41 Abs 2 FLAG): Dienstnehmer ist, wer in einem Dienstverhältnis gem. § 47 Abs 2 EStG steht (Eingliederung, Weisungsbindung, kein Unternehmerrisiko) — ein steuerliches Dienstverhältnis liegt grundsätzlich nur bis max. 25 % Beteiligung vor; wesentlich Beteiligte (> 25 %) sind ebenfalls Dienstnehmer, wenn sonst alle Merkmale eines Dienstverhältnisses vorliegen.
- Gleiche Anknüpfung für KommSt (§ 2 lit a KommStG) und DZ (§ 122 Abs 8 WKG, BGBl I 73/2017; nur Wirtschaftskammermitglieder entrichten den DZ). Die Wiener Dienstgeberabgabe (U-Bahn-Abgabe) hat eine eigene Definition; in der Praxis werden die DB-Regeln herangezogen.
- Freie Dienstnehmer: Arbeitslöhne an freie Dienstnehmer sind seit 1. 1. 2010 lohnnebenkostenpflichtig — ein GF im freien Dienstvertrag löst Lohnnebenkosten aus, solange er ASVG-versichert ist (§ 4 Abs 4 ASVG); bei GSVG-Versicherung besteht (derzeit) keine Lohnnebenkostenpflicht.
- Nach GF-Typus: gewerberechtlicher GF (ohne Organfunktion) wie jeder andere Arbeitnehmer (vollversichert, volle KommSt/DB/DZ); Fremd-GF und Gesellschafter-GF ≤ 25 % je nach steuerlichem Dienstverhältnis bzw. ASVG-freiem Dienstvertrag; wesentlich beteiligte Gesellschafter-GF > 25 % unterliegen nach der VwGH-Linie den Lohnnebenkosten (betriebliche Eingliederung genügt).
Kernwerte & Fristen (Stand 2026-07)
| Abgabe / Regel | Detail |
|---|---|
| DB | § 41 Abs 2 FLAG iVm § 47 Abs 2 EStG; steuerliches Dienstverhältnis grundsätzlich nur bis 25 % Beteiligung; > 25 %: Dienstnehmer bei sonst vorliegenden Dienstverhältnismerkmalen |
| DZ | § 122 Abs 8 WKG (BGBl I 73/2017): gleiche Bemessungsgrundlage wie DB; Pflicht nur für Wirtschaftskammermitglieder |
| KommSt | § 2 lit a KommStG: gleiche Kriterien wie DB |
| Wiener Dienstgeberabgabe | eigene Definition (Geschuldete Arbeitskraft); Praxis: Heranziehung der DB-Regelungen |
| Freie Dienstnehmer | Lohnnebenkostenpflicht für Arbeitslöhne seit 1. 1. 2010; GF im freien Dienstvertrag nach ASVG (§ 4 Abs 4) → Pflicht |
| GSVG-Versicherte | (derzeit) keine Lohnnebenkostenpflicht (Stand 2026-07) |
| Wesentlich beteiligter Gesellschafter-GF (> 25 %) | DB, DZ und KommSt laut VwGH-Linie: Abstellen auf betriebliche Eingliederung (auf Dauer angelegte, nach außen erkennbare Tätigkeit zur Verwirklichung des Unternehmenszwecks) |
| Freibetrag/Freigrenze bei aperiodischer Auszahlung | → lb-gsf-05 (1.095 €/1.460 €-Beispiel) |
Rechtsgrundlagen
- § 41 Abs 2 FLAG (DB-Dienstnehmerbegriff), § 2 lit a KommStG, § 122 Abs 8 WKG (BGBl I 73/2017) ausdrücklich zitiert. ✅
- § 47 Abs 2 EStG als steuerliche Anknüpfungsnorm; die Beteiligungsschwellen (25 %) nennt das Briefing inhaltlich, § 47 Abs 2 EStG ausdrücklich. ✅
- § 4 Abs 4 ASVG (freier Dienstvertrag) und GSVG (Versicherung „neuer Selbständiger") als Schalter für das Bestehen der Lohnnebenkostenpflicht genannt. ✅
- Höhe der Abgabensätze nennt das Briefing nicht — Sätze →
personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md(FLAF § 41 FLAG, KommStG 1993, BMSVG). ⚠
Payroll-Relevanz (Odoo)
- Eigener Lohnnebenkosten-Status: DB/DZ/KommSt-Pflicht darf nicht pauschal aus dem SV- oder Lohnsteuer-Status abgeleitet werden — je Mitarbeiter versioniert führen: Vertragsart, Beteiligungshöhe, Sperrminorität, SV-System (ASVG § 4 Abs 4 / GSVG / Vollversicherung).
- 25 %-Schwelle und die >-50 %-/Sperrminoritäts-Fälle sind als
Konfigurationsparameter (nicht hard-codierte Konstanten) zu führen; die
Abgabensätze als
hr.rule.parameter-Jahreswerte. - DZ-Pflicht hängt an der Wirtschaftskammer-Mitgliedschaft des Unternehmens → Mandanten-/Unternehmensattribut, nicht Mitarbeiterattribut.
- Freier Dienstvertrag nach ASVG: Bezüge laufen durch die Lohnnebenkosten-Regeln, obwohl kein Dienstnehmerverhältnis iSd § 47 Abs 2 EStG vorliegt — separates Abgaben-Regelwerk neben der Lohnsteuer-Engine (Organ-Personalverrechnung, → lb-vst-03/lb-vst-04 für das AG-Pendant).
Verweise
- KB-intern: lb-gsf-01 (Arbeitsrecht: Arbeitnehmereigenschaft) · lb-gsf-03 (SV-Status) · lb-gsf-04 (Steuerrecht) · lb-gsf-05 (Abrechnung: Freibetrag/Freigrenze) · lb-vst-03 (Vorstand-SV inkl. Lohnnebenkosten beim Regress) · lb-vst-04 (Vorstand: Lohnnebenkosten trotz fehlender Lohnsteuerpflicht) · lb-bes-06 (geringfügige Beschäftigung: Freigrenze)
- Projekt:
personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md(FLAF § 41 FLAG, KommStG, BMSVG-Sätze; Organe außerhalb R1, Abschnitt 1).