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| lb-glb-05 | 6 | Gleichbehandlung - Grundsätzliches | Lexis Briefings Personalrecht | Verhaltenspflichten | gleichbehandlung | Vinzenz | 2026-08 |
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Gleichbehandlung – Grundsätzliches
Lexis Briefings Personalrecht, Vinzenz, Stand August 2026 (lb-glb-05).
Zusammenfassung
- Drei Schutzebenen der Gleichbehandlung: (1) das Antidiskriminierungsrecht in GlBG und BEinstG (Kern der Materie), (2) einzelgesetzliche Benachteiligungsverbote und (3) der arbeitsrechtliche Gleichbehandlungsgrundsatz als Richterrecht (→ lb-glb-01). Gemeinsamer Gedanke: Gleiches ist gleich zu behandeln; keine sachfremde Ungleichbehandlung durch den Arbeitgeber.
- Geschützte Merkmale: Geschlecht (§ 3 GlBG — inkl. sozialer/ kultureller Rollen „gender", Ehe-/Familienstand, Kinder; Elternkarenz von Vätern, transsexuelle Personen), ethnische Zugehörigkeit (§ 17 GlBG — ua Hautfarbe, Herkunft, Sprache; „nur Inländer"-Ausschreibungen unzulässig), Religion oder Weltanschauung (Bekenntnis, Lebensvorgaben und Kult; neutrale Kleiderordnungen uU zulässig), Alter (jedes Lebensalter — auch Dienstalter-, Branchenzugehörigkeits- und Vordienstzeiten-Kriterien können Jüngere diskriminieren), sexuelle Orientierung (ua betriebliche Sozialleistungen nur für Verheiratete), Behinderung (§ 3 BEinstG: nicht nur vorübergehende körperliche, geistige oder psychische Funktionsbeeinträchtigung bzw Beeinträchtigung der Sinnesfunktionen, die die Teilhabe am Arbeitsleben erschwert; chronische Krankheiten uU; Adipositas/symptomlose HIV-Infektion strittig — → lb-glb-06).
- Einzelgesetzliche Benachteiligungsverbote: Betriebsratsmitglieder (§ 115 Abs 3 ArbVG — ua Entgelt, Aufstieg, Schulungs-/Umschulungs- maßnahmen, Versetzung; erstreckt über § 9 Abs 2 AVRAG auf Sicherheitsvertrauenspersonen, Sicherheitsfachkräfte, Arbeitsmediziner); ausländische Arbeitnehmer (§ 8 Abs 1 AuslBG — keine schlechteren Lohn-/Arbeitsbedingungen als die Mehrzahl vergleichbarer inländischer AN); befristet Beschäftigte (§ 2b Abs 1 AVRAG); Teilzeitarbeitnehmer (§ 19d Abs 6 AZG — Anspruch auch gegen Kollektivvertrags- und Betriebsvereinbarungsparteien; unzulässig zB Ausschluss von außertourlichen Erhöhungen, Biennien, besonderen Vorrückungsregeln oder von Betriebspensionssystemen).
- Weitere GlBG-Instrumente: diskriminierungsfreie Stellenausschreibung (→ lb-glb-02) und Einkommensbericht ab 150 AN (→ lb-glb-04).
Kernwerte & Fristen (Stand 2026-08)
| Merkmal / Verbot | Norm (Stand 2026-08) |
|---|---|
| Geschlecht (inkl. gender, Familienstand, Kinder) | § 3 GlBG |
| Ethnische Zugehörigkeit, Religion/Weltanschauung, Alter, sexuelle Orientierung | § 17 GlBG |
| Behinderung (Begriff, Verbote) | § 3, § 7b BEinstG (→ lb-glb-06, lb-beh-04) |
| Betriebsratstätigkeit | § 115 Abs 3 ArbVG (+ § 9 Abs 2 AVRAG für SVP, Sicherheitsfachkräfte, Arbeitsmediziner) |
| Ausländische Arbeitnehmer | § 8 Abs 1 AuslBG |
| Befristet Beschäftigte | § 2b Abs 1 AVRAG |
| Teilzeitarbeitnehmer | § 19d Abs 6 AZG (auch KV-/BV-Parteien gebunden) |
| Fristen/Rechtsfolgen | je nach verletztem Verbot — GlBG/BEinstG → lb-glb-07 |
Rechtsgrundlagen
- GlBG §§ 3, 17 (geschützte Merkmale); BEinstG § 3 (Behinderungsbegriff) und § 7b (Verbotskatalog).
- ArbVG § 115 Abs 3 (Beschränkungs- und Benachteiligungsverbot der Betriebsratsmitglieder), AVRAG § 2b Abs 1 (Befristete) und § 9 Abs 2 (Schutzpersonen), AuslBG § 8 Abs 1 (ausländische AN), AZG § 19d Abs 6 (Teilzeit).
- Judikatur zitiert: 9 ObA 87/15g (Kündigung wegen Schwangerschaft), 9 ObA 117/15v (Kopftuch), 9 ObA 66/07g (Vordienstzeiten), 9 ObA 21/89, 9 ObA 1/91, OLG Wien 10 Ra 74/07m (Benachteiligung wegen BR-Tätigkeit); EuGH Beune, P/S, K B (Geschlecht/trans).
Payroll-Relevanz (Odoo)
- Teilzeit-Benachteiligungsverbot (§ 19d Abs 6 AZG) betrifft direkt die Entgeltlogik: Vorrückungen, Biennien, außertourliche Erhöhungen und gruppenbezogene Vergünstigungen dürfen Teilzeitkräfte nicht ausschließen — in Katalog-/Stufen-/Zulagenkonfigurationen der Engine prüfen (→ lb-tzb-02).
- Betriebsratstätigkeit: Entgelt-/Vorrückungsnachteile wegen BR-Tätigkeit (fehlende Voraussetzungen, gemindertes Provisionseinkommen) sind durch manuelle Korrekturbezüge auszugleichen — Einzelfall mit Dokumentationspflicht.
- Alter: Anknüpfung von Stufen-/Vorrückungssystemen an Dienstalter ist tauglich, kann aber Jüngere diskriminieren — Differenzierungen dokumentieren; keine automatische „Alters-Regel" ohne sachlichen Grund.
- Sozialleistungen nur für bestimmte Gruppen (zB Verheiratete) sind bei Dienstleistungs-/Zusatzleistungs-Konfigurationen diskriminierungsrechtlich zu prüfen (sexuelle Orientierung, Naheverhältnisse).
Verweise
- KB-intern: lb-glb-01 (arbeitsrechtlicher Gleichbehandlungsgrundsatz) · lb-glb-02 (Diskriminierungsbegriff) · lb-glb-03 (Belästigung) · lb-glb-04 (Einkommensbericht) · lb-glb-06 (Menschen mit Behinderung) · lb-glb-07 (Rechtsfolgen) · lb-tzb-02 (Teilzeit-Grundsätze, § 19d-AZG-Kontext)
- Projekt:
personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md. - Hinweis: Querverweise „Diskriminierung auf Grund einer Behinderung" und „Beschänkungs- und Benachteiligungsverbot" laufen im Export ins Leere (Briefings nicht im Korpus); nicht rekonstruiert. Export-Artefakte (Footer) ignoriert.