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| lb-pvs-09 | 9 | Pensionsberechnung – Kindererziehungszeiten | Lexis Briefings Personalrecht | Sozialversicherung | pension | Burger | 2026-07 |
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Pensionsberechnung – Kindererziehungszeiten
Lexis Briefings Personalrecht, Burger, Stand Juli 2026 (lb-pvs-09).
Zusammenfassung
- Zwei Wege im Neurecht (nach dem 31. 12. 1954 Geborene), kumulierbar:
- Teilversicherung in der Pensionsversicherung (§ 8 Abs 1 Z 2 lit g ASVG, § 3 Abs 3 Z 4 GSVG, § 4a Z 4 BSVG) — der überwiegend erziehende Elternteil erhält eine von der öffentlichen Hand finanzierte Teilgutschrift auf dem Pensionskonto, und der Kindererziehungsmonat zählt als Versicherungsmonat;
- „Pensionssplitting“ (§ 14 APG) — Übertragung von bis zu 50 % der Teilgutschrift des erwerbstätigen, nichterziehenden Elternteils auf das Pensionskonto des erziehenden Elternteils (zu Lasten des Übertragenden).
- Kinderbegriffe: leibliches Kind; Stiefkind (leibliches Kind des Ehegatten/eingetragenen Partners, auch nach Auflösung der Ehe — § 123 Abs 3 ASVG; nicht das Kind des bloßen Lebensgefährten); Wahlkind (Adoption, § 191 Abs 1 ABGB, ab Wirksamkeit); Pflegekind (unentgeltliche Pflege nach dem 31. 12. 1987).
- Anrechnung: immer nur für eine Person (§ 227a Abs 4 bis 6 ASVG); Vermutung zugunsten der weiblichen Versicherten, widerlegbar (zB gemeinsame Erklärung); Aufteilung bei wechselnder Überwiegenderziehung. Vorläufige Anrechnung ab Geburt; Feststellung durch Antrag frühestens nach Vollendung des 4. Lebensjahres, spätestens mit dem Pensionsantrag; danach keine Änderung der Zuordnung.
- Keine Negativvoraussetzungen: weder Karenz noch Kinderbetreuungsgeld-Bezug noch das Fehlen von Erwerbstätigkeit ist erforderlich — KEZ erhöhen die Pension auch neben einer parallelen Erwerbstätigkeit.
- Auslandserziehung: grundsätzlich nur Inlandserziehung; Ausnahmen bei kollisionsrechtlicher Pflicht — innerhalb der EU nach KoordinierungsVO 883/2004 iVm Art 44 DurchführungsVO 987/2009 (Kind in Österreich geboren, Erzieher hier beschäftigungsversichert, Erziehungsstaat berücksichtigt nichts, kein anderer Staat zuständig).
- Dauer/Höhe: erste 48 Kalendermonate nach Geburt (Mehrlinge: 60); erster Monat = Kalendermonat nach der Geburt; bei Adoption/Pflege zählt die Zählung ab der Geburt (Adoptiertes 36-Monate-Kind → max 12 Monate, allenfalls davor als Pflegekind); vorzeitiges Ende bei Wegfall der Voraussetzungen oder bei einem weiteren Kind. Beitragsgrundlage € 2.468,01 je KEZ-Monat (Wert 2026; § 44 Abs 1 Z 18 ASVG), davon 1,78 % als Teilgutschrift (€ 43,93/Monat); Finanzierung der Beiträge (22,8 % = € 562,71) zu 75 % FLAF / 25 % Bund (§ 52 Abs 4 Z 3 ASVG).
- Pensionssplitting: Antrag des nichterziehenden Elternteils beim leistungszugehörigen PV-Träger, basierend auf einer Elternvereinbarung (Übertragung gegen den Willen des erziehenden Elternteils unmöglich); kein Widerruf; Frist bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres (bei weiterem gemeinsamen Kind: des jüngsten); übertragbar sind nur Teilgutschriften aus Erwerbstätigkeit (nicht aus Nicht-Erwerbszeiten, zB Arbeitslosigkeit), vom Geburtsjahr bis zum Kalenderjahr der Vollendung des 7. Lebensjahres (max 8 Kalenderjahre), für alle gemeinsamen Kinder max 14 Kalenderjahre; Deckelung der Teilgutschriften je Jahr auf 1,78 % der Jahreshöchstbeitragsgrundlage.
Kernwerte & Fristen (Stand 2026-07)
| Wert / Regel | Detail |
|---|---|
| Erfasster Zeitraum | 48 Kalendermonate nach Geburt (Mehrlingsgeburt: 60); erster Versicherungsmonat = Folgemonat der Geburt; Ende spätestens mit 4. (Mehrlinge: 5.) Lebensjahr (Stand 2026-07) |
| Beitragsgrundlage | € 2.468,01 je Kindererziehungsmonat (Wert 2026; § 44 Abs 1 Z 18 ASVG); für alle gleich, unabhängig vom bisherigen Erwerbseinkommen (Stand 2026-07) |
| Teilgutschrift | 1,78 % der Beitragsgrundlage = € 43,93 je Monat; Pension + € 3,14 brutto/Monat je KEZ-Monat; max € 150,72/Monat (48 Monate); jährliche Aufwertung von Beitragsgrundlage und Gutschriften (Stand 2026-07) |
| Beitragsfinanzierung | 22,8 % der Beitragsgrundlage = € 562,71 je Monat, zu 75 % FLAF / 25 % Bund (§ 52 Abs 4 Z 3 ASVG) (Stand 2026-07) |
| Feststellungsantrag | frühestens nach Vollendung des 4. Lebensjahres des Kindes, spätestens mit dem Pensionsantrag; spätere Umzuordnung unmöglich (Stand 2026-07) |
| Mehrlings-/Folgekind-Beispiel | Tochter geb. 12. 4. 2018 (14 Monate), Zwillingsgeburt 26. 6. 2019 (60 Monate) → gesamt 74 Versicherungsmonate; wären die Zwillinge die Erstgeborenen: 62 Monate (14 + 48) (Stand 2026-07) |
| Pensionssplitting — Umfang | max 50 % der Teilgutschrift (niedrigere/ungleiche Prozentsätze je Kalenderjahr möglich); nur Erwerbsgutschriften; Jahr: Geburtsjahr bis Kalenderjahr des 7. Lebensjahres (max 8 Kalenderjahre/Kind); max 14 Kalenderjahre für alle gemeinsamen Kinder; Deckel 1,78 % der Jahreshöchstbeitragsgrundlage (Stand 2026-07) |
| Pensionssplitting — Frist | Antrag längstens bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres (bei weiterem gemeinsamen Kind: des jüngsten); Quellenbeispiel: Kind geb. 12. 4. 2019, Antrag bis 11. 4. 2029 eingelangt (Stand 2026-07) |
| Pensionssplitting — Verfahren | Antrag des nichterziehenden Elternteils beim leistungszugehörigen PV-Träger; Elternvereinbarung zugrunde; kein Widerruf; Steuervorteil durch Progressions-Verschleifung möglich (Stand 2026-07) |
| Splitting-Beispiel (Quelle) | Übertragungen 2019–2026: € 650,41 (HBG € 5.220,–) bis € 863,48 (HBG € 6.930,–); gesamt € 6.886,48 inkl Aufwertung → ±€ 491,89/Monat Bruttopension (Wert 2026) (Stand 2026-07) |
| Parallelität | KEZ und Erwerbstätigkeit schließen einander nicht aus; weder Karenz noch KBG-Bezug Voraussetzung (Stand 2026-07) |
Rechtsgrundlagen
- § 8 Abs 1 Z 2 lit g ASVG / § 3 Abs 3 Z 4 GSVG / § 4a Z 4 BSVG (Teilversicherung für Kindererziehung) — ausdrücklich zitiert ✅
- § 227a ASVG (Kindererziehungszeiten; Abs 3 vorzeitiges Ende, Abs 4–6 Anrechnung/zuordnende Person) — zitiert ✅; im Altrecht wurden KEZ als Ersatzzeiten angerechnet
- § 14 APG (Pensionssplitting; Abs 1 Übertragung) — zitiert ✅
- § 44 Abs 1 Z 18 ASVG (Beitragsgrundlage), § 52 Abs 4 Z 3 ASVG (Beitragsfinanzierung FLAF/Bund) — zitiert ✅
- § 123 Abs 3 ASVG (Stiefkind) und § 191 Abs 1 ABGB (Wahlkind) — zitiert ✅
- KoordinierungsVO 883/2004 iVm Art 44 DurchführungsVO 987/2009 (Auslandserziehung) — zitiert ✅
- Judikatur: OGH 10 ObS 330/99y ua = ARD 5124/7/2000 (Pflegekind, Verfassungsmäßigkeit); 10 ObS 137/20z (Zhang) — zitiert ✅
Payroll-Relevanz (Odoo)
- Kein Entgeltbestandteil: KEZ sind PV-Anrechnungszeiten — kein Lohnzettel-, Beitrags- oder Regelinhalt der DN-Payroll-Engine; kein echter Abrechnungs- Anknüpfungspunkt.
- Echter Anknüpfungspunkt — sv-laufbahnbezogene Auswertungen: KEZ-Monate (48/60 je Kind, Aufteilung je Elternteil, Vermutungs-/Vereinbarungsstand) als Datenattribute führen — sie zählen als Versicherungsmonate und sind für Frühpensionen (qualifizierte Monate, → lb-pvs-07) und Bonus-Beitragsmonate (→ lb-pvs-08) anschlussfähig.
- Teilzeit/Erwerbsparallelität: weil KEZ neben Erwerbstätigkeit wirken, braucht es keine Sonderbehandlung im Lohnlauf — reguläre Abrechnung der (reduzierten) Beschäftigung genügt (vgl. Karenz ohne KEZ-Bezug → lb-kar-04; KBG läuft unabhängig → lb-kbg-04).
- Pensionssplitting-Contingente (8 Kalenderjahre je Kind, 14 gesamt, 50 %-Cap, Antragsfrist 10. Lebensjahr) sind reine PV-Verfahrensdaten — allenfalls als HR-Hinweisfamilie für Beratung, nicht als Abrechnungslogik (→ lb-pvs-11).
- GemBG-Kontext: keine Direktwirkung; Versorgungs-/Pensionistenbezüge im
Bgld-Modul bleiben über
RECHTSQUELLEN-Bgld.mdgetrennt.
Verweise
- KB-intern: lb-kar-04 (Karenz – Anspruch, Beginn und Dauer; Karenz ist keine KEZ-Voraussetzung) · lb-kbg-04 (Gemeinsame Bestimmungen KBG; KBG-Bezug keine KEZ-Voraussetzung) · lb-pvs-07 (Hacklerpension; KEZ bis 60 Monate qualifiziert) · lb-pvs-08 (AZ-Bonus/Pensionsbonus; KEZ bis 60 Monate als Beitragsmonate) · lb-pvs-10 (Schul- und Studienzeiten, Gegenstück als nachkaufbare Zeit) · lb-pvs-11 (Pensionskonto, Teilgutschrift-Mechanik)
- Projekt:
personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md·personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Bgld.md(Pensionistenbezüge)