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| lb-pvs-10 | 9 | Pensionsberechnung – Schul- und Studienzeiten | Lexis Briefings Personalrecht | Sozialversicherung | pension | Burger | 2026-07 |
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Pensionsberechnung – Schul- und Studienzeiten
Lexis Briefings Personalrecht, Burger, Stand Juli 2026 (lb-pvs-10).
Zusammenfassung
- Grundsatz: Schul- und Studienzeiten bleiben für die Leistungsbemessung unberücksichtigt; nur für die Wartezeit einer Hinterbliebenenpension werden sie gezählt. Sie können durch nachträgliche Beitragszahlung („Nachkauf“) leistungswirksam gemacht werden.
- Zwei Rechtsregime: Zeiten vor dem 1. 1. 2005 sind Beitragszeiten der freiwilligen Versicherung (§ 229b ASVG, § 116c GSVG, § 107c BSVG); Zeiten ab dem 1. 1. 2005 führen zur nachträglichen Selbstversicherung (§ 18 ASVG, § 13a GSVG, § 10a BSVG) — beide mit 22,8 % der (monatlichen) Höchstbeitragsgrundlage, aber unterschiedlicher Bezugsbasis (Antragsjahr vs Jahr des nachgekauften Monats).
- Abgabenrecht: der Nachkauf ist zur Gänze Sonderausgabe (fällt nicht ins Sonderausgabenviertel).
- Verfahren: leistungswirksam erst mit Einlangen der Beiträge beim PV-Träger; kein Nachkauf nach dem Pensionsstichtag (Ausnahme: Antrag vor, Feststellung nach dem Stichtag). Der Antrag allein verpflichtet zu nichts — erlischt der Feststellungsbescheid mangels Zahlung binnen drei Monaten nach Zustellung, ist vor dem Stichtag ein neuer Antrag (mit neu berechneter Beitragshöhe) möglich.
- Höchstzahlen: je Schuljahr (Sept–Aug) max 12 Monate, je Semester (Sept–Feb, März–Aug) max 6 Monate; zusätzlich typabhängige Höchstgrenzen (mittlere Schule 2 Jahre, höhere Schule 3 Jahre, Hochschule 12 Semester, vorgeschriebene Ausbildung für einen eine abgeschlossene Hochschulbildung erfordernden Beruf 6 Jahre, Lehrinstitut für Dentisten Wien 1 Jahr). Erstes nachkaufbares Schuljahr: beginnend im Kalenderjahr der Vollendung des 15. Lebensjahres; ein Abschluss ist nicht erforderlich; nur Monate ohne parallele Versicherungszeit (zB Ferial-/Studentenjob) sind nachkaufbar. Inlands- oder EU/EWR/Schweiz-Bildungsgang (Anhang XI KoordinierungsVO 883/2004).
- Pensionswirkung vor 2014 (Kontoerstgutschrift, KEG): Nachkauf vor 2014 → in der KEG enthalten (§ 15 Abs 2 Z 3 APG); Nachkauf 2014–2016 → KEG neu berechnet; ab 2017 → eigene Ergänzungsgutschrift (§ 15 Abs 10 APG).
- Pensionswirkung ab 2014: Teilgutschrift von 1,78 % der Beitragsgrundlage; Break-even von „knapp 13 Jahren“ Pensionsbezug (= 22,8 % / 1,78 %). Im Altrechtsteil hängt die Rentabilität von der durchschnittlichen Beitragsgrundlage der besten 28 Versicherungsjahre vor 2014 ab (Quellenbeispiel: Hälfte der HBG → ca. 29 Jahre Bezugsdauer).
Kernwerte & Fristen (Stand 2026-07)
| Wert / Regel | Detail |
|---|---|
| Beitrag vor 1. 1. 2005 | 22,8 % der monatlichen HBG des Antragsjahres; € 1.580,04 je Monat bei Antrag 2026 (€ 6.930,– × 22,8 %) (Stand 2026-07) |
| Risikozuschlag | nur für vor dem 31. 12. 1954 Geborene; ab 1955 abgeschafft (Stand 2026-07) |
| Ratenzahlung (vor 2005) | Teilbeträge möglich, höchstens dreimal so lange wie nachgekaufte Monate; Unterbrechung ohne triftigen Grund → Neufestsetzung (Stand 2026-07) |
| Beitrag ab 1. 1. 2005 | 22,8 % der monatlichen HBG des Jahres des nachzukaufenden Monats, Aufwertung ins Nachkaufjahr; Quellenbeispiel: 2005er Monat 2026 nachgekauft = € 1.513,03 (HBG 2005: € 3.630,–); keine Ratenzahlung (Stand 2026-07) |
| Zahlungsfrist | Beiträge binnen 3 Monaten nach Zustellung des Feststellungsbescheids, sonst erlischt der Bescheid (Stand 2026-07) |
| Stichtagsgrenze | Nachkauf nur vor dem Pensionsstichtag; Leistungswirksamkeit mit Einlangen der Beiträge (Stand 2026-07) |
| Höchstzahl je Zeitraum | 12 Monate je Schuljahr (Sept–Aug); 6 Monate je Semester (Sept–Feb; März–Aug) (Stand 2026-07) |
| Höchstzahl je Bildungstyp | Lehrinstitut für Dentisten Wien 1 Jahr; mittlere Schule 2 Jahre; öffentliche höhere Schule (inkl Lycée français Wien, Akademie, verwandte Lehranstalt) 3 Jahre; Hochschule/Kunstakademie/Kunsthochschule 12 Semester; vorgeschriebene Ausbildung für einen eine abgeschlossene Hochschulbildung erfordernden Beruf 6 Jahre (Stand 2026-07) |
| Beginn nachkaufbarer Zeiten | erstes Schuljahr ab Kalenderjahr der Vollendung des 15. Lebensjahres; Abschluss nicht erforderlich (RIS-Justiz RS0084606); nur Monate ohne bestehende Versicherungsmonate (Stand 2026-07) |
| Auslandsbildung | Inland erforderlich; Gleichstellung für EU/EWR/Schweiz (Anhang XI KoordinierungsVO 883/2004) (Stand 2026-07) |
| Pensionswirkung vor 2014 | KEG-Systematik: vor 2014 in KEG (§ 15 Abs 2 Z 3 APG), 2014–2016 KEG neu berechnet, ab 2017 Ergänzungsgutschrift (§ 15 Abs 10 APG) (Stand 2026-07) |
| Pensionswirkung ab 2014 | Teilgutschrift 1,78 % der Beitragsgrundlage; Break-even knapp 13 Jahre Pensionsbezug (Stand 2026-07) |
| Beispiel (Quelle) | 12 Studienmonate 2015, Nachkauf 2026: Beitrag € 18.531,12 (12 × € 1.544,26); Teilgutschrift 2015 € 993,24 (⚠ Fußnote: „€ 993,74“ — Rechnung 4.650,– × 1,78 % × 12 ergibt € 993,24, Fußnote vermutlich Setzfehler), auf 2026 aufgewertet € 1.446,73 → +€ 103,34/Monat (Wert 2026); Break-even 180 Pensionen ≈ 13 Jahre (Stand 2026-07) |
| Rentabilität Altrechtsteil | je niedriger die durchschnittliche BG der besten 28 Versicherungsjahre vor 2014, desto länger der Bezugszeitraum; Beispiel Halbe HBG → ca. 29 Jahre (Stand 2026-07) |
Rechtsgrundlagen
- § 229b ASVG / § 116c GSVG / § 107c BSVG (freiwillige Versicherung für Zeiten vor 2005) — ausdrücklich zitiert ✅
- § 18 ASVG / § 13a GSVG / § 10a BSVG (nachträgliche Selbstversicherung ab 2005) — zitiert ✅
- § 227 Abs 3 ASVG / § 116 Abs 9 GSVG / § 107 Abs 9 BSVG (Beitragshöhe vor 2005) und § 76b Abs 3 ASVG / § 32a GSVG / § 27a BSVG (Aufwertung) — über Fußnoten zitiert ✅
- § 15 Abs 2 Z 3 und Abs 10 APG (Kontoerstgutschrift/Ergänzungsgutschrift) — zitiert ✅
- Anhang XI KoordinierungsVO 883/2004 (Gleichstellung ausländischer Bildungseinrichtungen) — zitiert ✅
- RIS-Justiz RS0084606 (kein erfolgreicher Abschluss erforderlich) — zitiert ✅
Payroll-Relevanz (Odoo)
- Privatleistung des Versicherten: der Nachkauf läuft vollständig außerhalb
der Dienstgeber-Abrechnung (Zahlung an den PV-Träger) — kein echter
Anknüpfungspunkt in
hr_payroll; ehrlich: keine DN-Payroll-Engine-Relevanz. - Kein Arbeitgeber-Prozess: auch die Abgabenfolge (Sonderausgabe zur Gänze) trifft den Versicherten in seiner Einkommensteuererklärung — nicht den Lohnlauf des Dienstgebers.
- Ferial-/Studentenjobs als Ausschlusskriterium: nachkaufbar sind nur Monate ohne bestehende Versicherungszeit — bei geringfügigen Studenten-/Ferialbeschäftigungen sind diese Monate bereits belegt; für sv-laufbahnbezogene Auswertungen (Versicherungsmonat-Zähler, → lb-pvs-07, lb-pvs-09) als Kategorisierungshinweis nützlich.
- Kontoerstgutschrift-Kontext: die KEG/Ergänzungsgutschrift-Systematik (§ 15 APG) betrifft Pensionskontodaten des Versicherten — als Datenattribut-Kontext für Auswertungen, nicht als Abrechnungslogik (→ lb-pvs-11).
- GemBG-Kontext: ohne Direktwirkung; Versorgungsbezüge (Bgld) unabhängig
geregelt (
RECHTSQUELLEN-Bgld.md).
Verweise
- KB-intern: lb-pvs-02 (Pensionsarten – Alterspension) · lb-pvs-07 (Hacklerpension — eingekaufte Schul-/Studienmonate sind dort keine qualifizierten Versicherungsmonate) · lb-pvs-09 (Kindererziehungszeiten, Gegenstück: staatlich mitfinanzierte Anrechnung) · lb-pvs-11 (Pensionskonto, KEG/Teilgutschrift) · lb-sva-08 (Selbst- und Weiterversicherung in der Pensionsversicherung)
- Projekt:
personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md·personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Bgld.md(Pensionistenbezüge) - Hinweis: Die Tabellenzeile „vorgeschriebene Ausbildung für den künftigen, abgeschlossene Hochschulbildung erfordernden Beruf“ ist im Export sprachlich verstümmelt (gemeint: vorgeschriebene Ausbildung für einen künftigen, eine abgeschlossene Hochschulbildung erfordernden Beruf) — sinngemäß übernommen, nicht rekonstruiert ⚠.