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| lb-sva-16 | 9 | Versicherungsschutz in Sonderfällen | Lexis Briefings Personalrecht | Sozialversicherung | beitragsrecht-asvg | Eichinger | 2026-07 |
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Versicherungsschutz in Sonderfällen
Lexis Briefings Personalrecht, Eichinger, Stand Juli 2026 (lb-sva-16).
Zusammenfassung
- Grundsatz und Ausnahmen: Die Pflichtversicherung ist grundsätzlich an die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit (selbstständig oder unselbstständig im Inland) geknüpft; in Sonderfällen besteht Versicherungsschutz ohne Tätigkeit — zentral beim Bezug von Leistungen nach dem AlVG, in der Teilversicherung der Pensionsversicherung, bei Familienhospiz-/Pflegekarenz sowie in der Krankenversicherung für Pensionisten.
- AlVG-Leistungsbezug: Bezieher von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe sind kranken-, unfall- und pensionsversichert (§ 6 Abs 2 AlVG). KV für die Zeit des Geldleistungsbezugs (§ 40 AlVG) — Arbeitslose und ihre Angehörigen können dieselben Leistungen wie Erwerbstätige in Anspruch nehmen; die Höhe des Krankengelds entspricht der Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes, der Notstandshilfe oder des Pensionsvorschusses; das Wochengeld „beläuft sich auf den um 80 % erhöhten Beitrag" (§ 41 Abs 1 AlVG; Stand 2026-07) — die Quellformulierung („Beitrag") ist auffällig, vermutlich ein Export-Artefakt ⚠, nicht rekonstruiert.
- UV-Teilversicherung (§ 8 Abs 1 Z 3 lit c ASVG) für Arbeitslose, die an AMS-veranlassten Um-/Nachschulungsmaßnahmen teilnehmen oder Schulungsmaßnahmen einer Arbeitsstiftung absolvieren; die jeweils bezogenen Leistungen gelten als Beitragsgrundlage, die Beiträge finanziert die Arbeitslosenversicherung (§ 40a AlVG).
- Pensionsversicherung (§ 8 Abs 1 Z 2 lit b ASVG): Arbeitslose sind während des Leistungsbezugs pensionsversichert (Teilversicherung); der PV-Beitrag wird aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung finanziert, seine Grundlage bildet nicht die Höhe des Arbeitslosengeldes oder der Notstandshilfe, sondern 70 % der Bemessungsgrundlage dieser Geldleistungen — die Pensionsbemessungsgrundlage ist damit höher als der tatsächlich bezogene Betrag.
- Teilversicherung in der PV: Als Versicherungszeiten zählen auch Beitragszeiten einer Teilpflichtversicherung, bei der die Beiträge nicht vom Versicherten, sondern vom Bund oder einer öffentlichen Institution geleistet werden — meist Kindererziehungszeiten, Präsenz- und Zivildienstzeiten sowie Zeiten des Arbeitslosengeldbezugs (§ 3 Abs 1 Z 2 APG): besondere Lebensumstände sollen sich nicht negativ auf die künftige Pension auswirken.
- Familienhospizkarenz (Sterbebegleitung naher Angehöriger bzw Begleitung schwerstkranker Kinder; vorübergehende Karenzierung, Arbeitszeitverkürzung oder Umlegung der Arbeitszeit): Dienstnehmer bleiben kranken- und pensionsversichert, wenn sie davor pflichtversichert waren (§ 29 AlVG); bei völliger Karenzierung stehen in der KV lediglich Sachleistungen zu (zB Medikamente, Krankenbehandlungen). Hatten sie bis dato nur eine geringfügige Beschäftigung ausgeübt, entsteht kein Versicherungsschutz in KV oder PV.
- Pflegekarenz: gleiche versicherungsrechtliche Behandlung (§ 29 AlVG) unter denselben Voraussetzungen wie die Familienhospizkarenz; möglich für nahe Angehörige, die zuvor Pflegegeld ab Pflegestufe 3 bezogen haben; bei an Demenz erkrankten oder minderjährigen nahen Angehörigen genügt die bescheidmäßige Zuerkennung der Pflegestufe 1.
- Krankenversicherung für Pensionisten: Pensionisten bleiben krankenversichert („§ 8 Abs 1 Z lit a und b ASVG" — die Z-Nummer ist im Export unvollständig ⚠, nicht rekonstruiert); der Beitragssatz entspricht 6 % der Bruttopension (2026) (Stand 2026-07); mit dem Pensionsbeginn tritt der Versicherungsschutz ein.
Kernwerte & Fristen (Stand 2026-07)
| Wert / Regel | Detail |
|---|---|
| AlVG-Leistungsbezug | Kranken-, unfall- und pensionsversichert (§ 6 Abs 2 AlVG) ✅ |
| Krankengeld | = zuletzt bezogenes Arbeitslosengeld/Notstandshilfe/Pensionsvorschuss (§ 40 AlVG) (Stand 2026-07) |
| Wochengeld | um 80 % erhöht (§ 41 Abs 1 AlVG); Quellformulierung „Beitrag" auffällig ⚠ (Stand 2026-07) |
| UV-Teilversicherung | AMS-Um-/Nachschulung, Arbeitsstiftungs-Schulungen (§ 8 Abs 1 Z 3 lit c ASVG); Beitragsgrundlage = bezogene Leistung; Finanzierung durch die ALV (§ 40a AlVG) |
| PV-Beitrag bei AlVG-Bezug | aus 70 % der Bemessungsgrundlage der Geldleistungen (§ 8 Abs 1 Z 2 lit b ASVG) (Stand 2026-07) |
| Teilversicherung PV | Kindererziehung, Präsenz-/Zivildienst, ALG-Bezug; Beiträge durch Bund/öffentliche Institutionen (§ 3 Abs 1 Z 2 APG) |
| Hospiz-/Pflegekarenz | KV+PV fortbestehend bei vorheriger Pflichtversicherung (§ 29 AlVG); völlige Karenzierung: nur Sachleistungen; nur geringfügige Vorbeschäftigung: kein Schutz |
| Pflegekarenz-Voraussetzung | Pflegegeld ab Stufe 3; Demenz/minderjährige Angehörige: Stufe 1 (bescheidmäßig) |
| Pensionisten-KV | 6 % der Bruttopension (2026); Eintritt des Schutzes mit Pensionsbeginn (Stand 2026-07) |
Rechtsgrundlagen
- § 6 Abs 2 AlVG, § 40 AlVG, § 40a AlVG, § 41 Abs 1 AlVG (Versicherung und Leistungen beim AlVG-Bezug) — zitiert ✅
- § 29 AlVG (KV+PV bei Familienhospiz- und Pflegekarenz) — zitiert ✅
- § 8 Abs 1 Z 2 lit b ASVG (PV bei AlVG-Bezug) und § 8 Abs 1 Z 3 lit c ASVG (UV-Teilversicherung) — zitiert ✅
- „§ 8 Abs 1 Z lit a und b ASVG" (KV für Pensionisten) — Z-Nummer im Export unvollständig/garbled ⚠ (nicht rekonstruiert; Verifikation über RIS offen)
- § 3 Abs 1 Z 2 APG (Beitragsleistung durch öffentliche Träger bei Teilversicherung) — zitiert ✅
Payroll-Relevanz (Odoo)
- Statusverwaltung ohne Entgeltzahlung: Familienhospiz-/Pflegekarenz und AlVG-Leistungsbezug als Work-Entry-/Vertragsstatus-Kategorien führen — der Versicherungsschutz läuft ohne DG-Beitragsabzug weiter; die Statushistorie dokumentiert die Versicherungstatbestände.
- Voraussetzungsprüfung „vorher pflichtversichert" (Karenz) bzw „geringfügig vorbeschäftigt = kein Schutz": Auswertbarkeit der Versicherungstatbestände am Employee (Kombination aus Versicherungsverlauf und Statushistorie).
- Ab-/Anmeldeanlässe: Ende des Schutzes bzw der KV-Pflichtversicherung und der Pensionisten-KV-Eintritt mit Pensionsbeginn an die Beendigungs-/Pensionsereignisse koppeln (Meldeanlass-Schnittstelle).
- Pensionisten-KV-Satz 6 % (2026) betrifft den Pensionsbezug, nicht die aktive Entgeltabrechnung — als Randdatenpunkt für Übergangsszenarien (DV-Ende → Pensionsantritt) dokumentieren.
- Teilversicherungszeiten (Kindererziehung, Präsenz-/Zivildienst, ALG) sind träger-/bundfinanziert — im Abrechnungskontext keine Beitragslogik, allenfalls Dossierinformation für Pensionskonten-Auskünfte.
Verweise
- KB-intern: lb-bso-02 (Arbeitslosengeld) · lb-kzs-02 (Familienhospizkarenz – Sozialversicherung) · lb-kzs-06 (Pflegekarenz & Pflegeteilzeit – Arbeitsrecht) · lb-msf-03 (Wochengeld) · lb-pvs-09 (Pensionsberechnung – Kindererziehungszeiten)
- Projekt:
personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md— dort sind die SV-Beitragssätze/-Komponenten 2026 verifiziert verbindlich (Abschnitt 4); der Pensionisten-KV-Satz 6 % (2026) ist dort nicht erfasst — keine Vergleichsmöglichkeit, Verifikation über RIS offen ⚠. - Hinweis (Export-Artefakte): Die Querverweise „Familienhospizkarenz – Sozialversicherung" und „Pflegekarenz & Pflegeteilzeit – Arbeitsrecht" sind als Briefings im KB vorhanden (lb-kzs-02, lb-kzs-06); die im Export unvollständige Zitationsstelle zur Pensionisten-KV und die Wochengeld-Formulierung wurden nicht rekonstruiert.