13d5dd8758
A-Runde rest points verified against the RIS norm texts downloaded 2026-09-11 (.additional_docs/ris_normtexte/, tagesaktuell): - A1 (corrected): 2026 Ueberstunden measure = EStG para 124b Z 440 lit c idF BGBl I 4/2026 (15 UStd/170 EUR for all pay periods 2026, Aufrollung 31.05.2026); the previous 'Z 476 lit c idgF BGBl I 43/2026' attribution was a wrong citation (Z 476 = Pendlerpauschale, para 33 Abs 5 Z 4/Abs 8 Z 2). Z 492/494 belong to the Feiertagsarbeitsentgelt rule para 68 Abs 1 (Aufrollung 30.09.2026 = Z 494 idF BGBl I 43/2026). lb-zus-07 and wk-akt-01 confirmed. - A4 (citation structure): ATZ-Geld = Art. 2 para 27 AlVG, Blockzeit quota scale = Art. 7 para 82 Abs 7/8 (788-884 weeks); the earlier 'para 27 not in force' finding was a search artifact. - A6 (closed): ALV-Entfall from 2027 = AlVG para 1 Abs 2 lit e idF BGBl I 62/2026 (NOR40280219, incl. Korridorpension/erfuellte Anwartschaft, Folgemonat); para 49 ASVG 2027 only removes the Telearbeitspauschale; AMPFG para 2a repealed 31.12.2026; IESG surcharge falls away with the ALV contribution. - A7 (Fundstellen closed): GFG = ASVG para 5 Abs 2, AK-Umlage = AKG para 61; new open point 2026-GFG (551.10 EUR = 2025 value, wertkritisch for Pauschale/DAG threshold before GP4/GP8). - A9 (closed): AZR 2025/2026 = 1,273.99/1,308.39 EUR (ASVG para 293 Anm. 2); AP5 Pfaendungstabelle buildable on EO paras 291a/292. - A10 (closed): Altrecht border = 1.1.1955 (APG para 1 Abs 3); '1954' only remains the LZP cohort (para 617 Abs 13 ASVG). - A3 (unchanged): paras 16 Z 4 lit f + 20 Abs 2 Z 1 EStG norm- verified; new Verwaltungspraxis not documentable at RIS - remains the only AP4 blocker. B16 Bezugszeitraum resolved (Z 492/494). Layer-2 Abgleich notes of the A1 family (5 entries) corrected; source quotations untouched (Beleg-Prinzip). Wissensbasis gates green (--registry/--check: 601 entries, 571 curated, 0 problems). RUNBOOK/PLAN/RECHTSQUELLEN/MEMORY also carry the parallel GP2 doc sync present in the working tree; GP2 code (addons/) stays uncommitted for its own commit.
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| lb-ues-02 | 5 | Überstundenpauschale und All-in | Lexis Briefings Personalrecht | Arbeitszeit | uberstunden | Thöny-Maier | 2025-12 |
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Überstundenpauschale und All-in
Lexis Briefings Personalrecht, Thöny-Maier, Stand Dezember 2025 (lb-ues-02).
Zusammenfassung
- Zwei Pauschalierungsformen: Beim Überstundenpauschale wird zusätzlich zum Gehalt ein monatliches Pauschale für eine fest vereinbarte Anzahl von Überstunden samt Zuschlag bezahlt — unabhängig davon, ob diese tatsächlich anfallen. Beim All-in deckt eine vereinbarte Gesamtsumme Grundgehalt, Zulagen/Zuschläge, Reise-/Wegzeiten und sämtliche zulässige Mehr- und Überstunden samt Zuschlägen ab.
- § 2g AVRAG (neue Verträge ab 1. 1. 2016): Der dem Arbeitnehmer zustehende Grundlohn ist zwingend im Arbeitsvertrag/Dienstzettel auszuweisen; fehlt der Ausweis, gebührt der branchen- und ortsübliche Ist-Grundlohn vergleichbarer Arbeitnehmer. Für Altverträge (vor 31. 12. 2015) gilt die Deckungsrechnung vom kollektivvertraglichen Mindestsatz (Verwendungs-/Berufsgruppe im aktuellen Jahr) aus.
- Deckungsrechnung (zwingend bei beiden Formen): Der Arbeitnehmer darf durch die Pauschalierung nicht schlechter gestellt sein als bei Einzelabrechnung; die Prüfung erfolgt mangels abweichender Vereinbarung für das Kalenderjahr. Deckt das Pauschale nicht, gilt es als Akontozahlung — die Differenz ist nachzuzahlen.
- Grenzen: Unzulässige Überstunden sind ohne ausdrückliche Erwähnung nicht erfasst. Die Einbeziehung der Urlaubsersatzleistung in ein All-in ist nichtig (Ablöseverbot des § 7 UrlG).
- Berechnungsmethode (Pauschale): Vereinbartes (bzw. Ist-)Grundgehalt ÷ Überstundenteiler = Grundstunde; Zuschlag darauf; Vergleich mit der Einzelabrechnung der geleisteten Stunden. Beispiel des Briefings: Grundgehalt € 2.200,– bei 40-h-Woche, Teiler 1/158 → Grundstunde € 13,92; Pauschale für 15 Überstunden à 50 % = € 313,12 × 14/Jahr; geleistet wurden 168 Überstunden à 50 % und 14 à 100 % = € 3.897,60 → Pauschale (€ 4.383,68) deckt, keine Nachzahlung.
- AZG-Novelle 2018-Konflikt bei Alt-All-ins: Die neu zulässigen (früher unzulässigen) Stunden waren bei Altverträgen nicht „mitgedacht" und bleiben daher grundsätzlich unabgegolten; ihre Leistung kann der Arbeitnehmer nach § 7 Abs 6 AZG grundlos ablehnen (> 10 h/Tag bzw. 50 h/Woche). Das Wahlrecht des § 10 Abs 4 AZG (Geld oder Zeitausgleich) geht vertraglich im All-in nicht unter.
- Verfall: Eine Verfallfrist beginnt erst mit der Geltendmachbarkeit, regelmäßig mit Ende des Durchrechnungszeitraums (default Kalenderjahr).
- Widerruf: Ein Überstundenpauschale ist ohne ausdrücklichen Widerrufsvorbehalt nicht widerruflich — auch nicht bei Wegfall des Überstundenbedarfs; mit Vorbehalt nur nach billigem Ermessen.
- Abgleich (verpflichtend, Stand-Divergenz): Dieses Briefing (2025-12) behandelt nur die arbeitsrechtliche Seite und zitiert keine § 68-EStG-Werte — ✅ kein Konflikt zu RECHTSQUELLEN-Privat. Die abgabenrechtliche All-in-Handhabung liefert das neuere Briefing lb-zus-07 (Stand 2026-07): 2026 steuerfrei die Zuschläge für die ersten 15 Überstunden, max. € 170,–/Monat; ab 2027 wieder 10 Überstunden / € 120,– — ✅ deckungsgleich mit RECHTSQUELLEN-Privat (RIS-korrigiert 11.09.2026: § 124b Z 440 lit c idF BGBl I 4/2026, Aufrollung bis 31. 5. 2026 — das lb-zus-07-Zitat ist RIS-bestätigt; die frühere „Z 476 lit c"-Zuordnung war ein Fehlzitat, Z 476 = Pendlerpauschale). Zudem: Herausrechnen der Zuschläge aus All-in mit dem Teiler 195,5 (LStR Rz 1162) — nur für die Steuerbegünstigung, nicht für die hier beschriebene arbeitsrechtliche Deckungsprüfung (→ lb-zus-07).
Kernwerte & Fristen (Stand 2025-12)
| Wert / Regel | Detail |
|---|---|
| Überstundenpauschale | feste monatliche ÜStd-Anzahl samt Zuschlag; gebührt auch ohne tatsächliche Leistung |
| All-in | Grundgehalt + Zulagen/Zuschläge + Reise-/Wegzeiten + sämtliche Mehr-/ÜStd samt Zuschlägen pauschal abgegolten |
| § 2g AVRAG | ab 1. 1. 2016 zwingender Grundlohn-Ausweis im Vertrag/Dienstzettel; sonst Ist-Grundlohn |
| All-in alt | vor 31. 12. 2015: Deckungsrechnung ab KV-Mindestsatz (Einstufung in Verwendungs-/Berufsgruppe) |
| Deckungsrechnung | Durchschnittsvergleich gegen Einzelabrechnung; default Zeitraum 1 Kalenderjahr; Unterdeckung → Akonto, Differenz nachzahlen |
| Unzulässige ÜStd | nur bei ausdrücklicher Erwähnung erfasst; Ø-Grenze 48 h/17 Wochen beachten |
| Urlaubsersatzleistung | Einbeziehung nichtig (§ 7 UrlG) |
| Verfallfrist | Beginn mit Geltendmachbarkeit, idR Ende des Durchrechnungszeitraums (Kalenderjahr) |
| Widerruf | ohne Widerrufsvorbehalt unzulässig; mit Vorbehalt nur nach billigem Ermessen; kein einseitiger Umstieg auf Einzelabrechnung |
| § 10 Abs 4 AZG | Wahlrecht Geld/Zeitausgleich (> 10 h/Tag bzw. 50 h/Woche) durch All-in nicht abbedingbar |
| § 68 Abs 2 EStG (Kontext) | 2026: 15 ÜStd / € 170,–, ab 2027: 10 / € 120,– — per lb-zus-07 (2026-07) ✅ RECHTSQUELLEN-Privat |
Rechtsgrundlagen
- § 10 AZG (Abgeltungsgrundsatz; Abs 4-Wahlrecht idF BGBl I 2018/53), § 7 Abs 6 AZG (grundlose Ablehnung > 10 h/Tag / 50 h/Woche), § 2g AVRAG (Grundlohn-Ausweis), § 7 UrlG (Ablöseverbot) — ✅ alle im Quelltext zitiert.
- AZG-Novelle 2018 (BGBl I 2018/53) als Änderungsgrundlage genannt.
- Lohnsteuerliche Werte (§ 68 Abs 2 EStG) stammen nicht aus diesem Briefing, sondern aus lb-zus-07 (Stand 2026-07) und sind dort gegen RECHTSQUELLEN-Privat abgeglichen (✅; § 124b-Zitierkonflikt ⚠ dort).
Payroll-Relevanz (Odoo)
- Entgeltmodell-Flag am Arbeitnehmer/Vertrag: Pauschale oder All-in (mit Ausweis-Grundgehalt wegen § 2g AVRAG); Payslip führt den Pauschalbetrag als eigenen Bezugsbestandteil.
- Deckungsrechnung als Jahres-Prüfbericht: geleistete Überstunden aus den Work-Entries (Grundstunden + Zuschläge je KV-Satz) gegen das abgerechnete Pauschale rechnen; bei Unterdeckung Differenz als Nachzahlungs-Work-Entry — Akonto-Wirkung automatisch dokumentieren.
- Getrennte Rechengrößen: arbeitsrechtliche Deckungsprüfung mit dem KV-Überstundenteiler; steuerliche Begünstigung mit Teiler 195,5 — nie mischen (→ lb-zus-07); Teiler als versionierte Parameter führen.
- Ruhe der Pauschale während Schwangerschafts-Beschäftigungsverboten als Regel-Ausnahme-Logik (→ lb-sch-01: Pauschale während der Verbotszeit nicht auszahlen; § 2g-Ausweis entscheidet über All-in-Reduktion).
- § 68-Abs-2-Freigrenzen (2026: 15/170; ab 2027: 10/120) als
hr.rule.parameter-Jahreswerte — nie hard-codieren (→ lb-zus-07).
Verweise
- KB-intern: lb-ues-01 (Ausmaß der Überstunden) · lb-ues-03 (Vergütung, Grundstunde) · lb-ues-04 (Leistungspflicht) · lb-zus-07 (abgabenrechtliche All-in-Handhabung, § 68-Abs-2-Werte, Teiler 195,5) · lb-zus-08 (arbeitsrechtliche ÜStd-Zuschläge) · lb-sch-01 (Ruhe der Pauschale bei MSchG-Verboten)
- Projekt:
personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md— § 68 EStG ✅ (verbindliche Referenz für die Freigrenzen inkl. § 124b-Z-Lage).