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2026-09-14 16:34:07 +02:00

107 lines
5.5 KiB
Markdown

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id: lb-swa-01
batch: 6
title: "Feststellung von Schwerarbeitszeiten"
work: "Lexis Briefings Personalrecht"
chapter: "Arbeitszeit"
topic: schwerarbeit
author: "Schreiber/Marek"
stand: 2026-07
source:
pdf: ".lexis360/Lexis360_feststellung_von_schwerarbeitszeiten.pdf"
text: ".lexis360/md/feststellung_von_schwerarbeitszeiten.md"
legal_bases: ["ASVG § 247 Abs 2", "ASchV § 1 Abs 1 Z 6"]
tags: [schwerarbeit, feststellungsverfahren, schwerarbeitszeiten, schwerarbeitspension, beweissicherung]
cross_refs: ["lb-swa-02", "lb-swa-03", "lb-swa-04", "lb-swa-05"]
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# Feststellung von Schwerarbeitszeiten
*Lexis Briefings Personalrecht, Schreiber/Marek, Stand Juli 2026 (lb-swa-01).*
## Zusammenfassung
- **Zweck:** An Schwerarbeit iSd Schwerarbeitsverordnung (ASchV) hängen
pensionsrechtliche Folgen (vorzeitiger Pensionsantritt, → lb-swa-03).
Versicherte können daher ihre Schwerarbeitszeiten beim
**Pensionsversicherungsträger feststellen** lassen; parallel melden
Dienstgeber Schwerarbeitszeiten jährlich dem Krankenversicherungsträger
(→ lb-swa-05).
- **Verfahren:** Nach § 247 Abs 2 ASVG hat der Pensionsversicherungsträger
auf **Antrag** des Versicherten die erworbenen **Schwerarbeitsmonate mit
Bescheid** festzustellen.
- **Antragsvoraussetzung:** Aufgrund der bisher erworbenen
Versicherungsmonate muss anzunehmen sein, dass die Voraussetzungen einer
Schwerarbeitspension **vor dem Regelpensionsalter** erfüllt werden.
- **Antragszeitpunkt:** frühestens **10 Jahre vor** einem möglichen
Pensionsantritt wegen Schwerarbeit — grundsätzlich ab Vollendung des
**50. Lebensjahres** (Stand 2026-07). Der Feststellungsantrag vor dem
Pensionsantrag verkürzt das Pensionsverfahren, da diesem meist
umfangreiche Erhebungen vorausgehen.
- **Zeitliche Erhebungsgrenze:** Festgestellt werden nur Zeiten ab
**vollendetem 40. Lebensjahr (Männer)** bzw. **ab vollendetem 35.
Lebensjahr (Frauen)** — deckungsgleich mit den Altersgrenzen der
Dienstgeber-Meldepflicht (→ lb-swa-05).
- **Mitgeprüft werden:** Schwerarbeit durch **parallele
Beschäftigungen**; Arbeiten unter **chemischen oder physikalischen
Einflüssen** mit mindestens **10 % Minderung der Erwerbsfähigkeit**
(MdE; beurteilt der **Unfallversicherungsträger**) sowie Zeiten nach
§ 1 Abs 1 Z 6 ASchV (Anspruch auf Pflegegeld zumindest Stufe 3).
- **Beweissicherung:** Im Verfahren werden **Anfragen an den (früheren)
Dienstgeber** gerichtet — Unterlagen aufbewahren: Dienstgeberbestätigung
mit Tätigkeitsbeschreibung, Schichtpläne, ggf. Fotos über Art und
Umstände der Arbeitserbringung.
- **Rechtsmittel:** Gegen den Feststellungsbescheid wegen
Nichtanerkennung von Schwerarbeitszeiten Klage beim **Arbeits- und
Sozialgericht**; **Klagefrist drei Monate** (Stand 2026-07). Im
Gerichtsverfahren können (frühere) Dienstgeber und Arbeitskollegen als
Zeugen einvernommen und der konkrete Arbeitsplatz überprüft werden.
## Kernwerte & Fristen (Stand 2026-07)
| Wert / Regel | Detail |
|---|---|
| Feststellungsnorm | § 247 Abs 2 ASVG: Schwerarbeitsmonate werden auf Antrag des Versicherten mit Bescheid festgestellt |
| Erhebungsgrenze | Männer ab vollendetem 40. Lebensjahr, Frauen ab vollendetem 35. Lebensjahr |
| Antragszeitpunkt | frühestens 10 Jahre vor Anfallsalter der Schwerarbeitspension, grundsätzlich ab Vollendung des 50. Lebensjahres (Stand 2026-07) |
| MdE-Beurteilung | chemisch/physikalische Einflüsse: mind. 10 % MdE, beurteilt vom Unfallversicherungsträger |
| Sonderprüfung § 1 Abs 1 Z 6 ASchV | Zeiten mit Pflegegeldanspruch zumindest Stufe 3 |
| Klagefrist | 3 Monate ab Bescheid, Arbeits- und Sozialgericht (Stand 2026-07) |
| Mitzubringende Belege | Dienstgeberbestätigungen mit Tätigkeitsbeschreibung, eigene Tätigkeitsbeschreibung, Schichtpläne, Fotos der Arbeitserbringung |
## Rechtsgrundlagen
- **§ 247 Abs 2 ASVG** (Feststellung der erworbenen Schwerarbeitsmonate
mit Bescheid) und **§ 1 Abs 1 Z 6 Schwerarbeitsverordnung**
(Pflegegeld ab Stufe 3) — ✅ im Quelltext zitiert.
- Der Tatbestand der chemischen/physikalischen Einflüsse wird ohne
§-Zitierung beschrieben; die Ziffer (§ 1 Abs 1 Z 3 ASchV) benennen die
Schwesterbriefings (→ lb-swa-02, lb-swa-04). MdE-Beurteilung obliegt
dem Unfallversicherungsträger.
## Payroll-Relevanz (Odoo)
- **Keine unmittelbare Entgelt-/Beitragswirkung** — die Feststellung ist
reine Pensionsversicherungssache. Odoo-Anknüpfung: **Datenhaltung und
Beweissicherung** für Auskünfte des (früheren) Arbeitgebers.
- **Revisionssichere Tätigkeitsdokumentation:** je Mitarbeiter/in die
Zuordnung Tätigkeit ↔ ASchV-Ziffer (Katalog → lb-swa-04) samt
Tätigkeitsbeschreibung und Schichtplänen archivieren — auch über das
Beschäftigungsende hinaus (Anträge frühestens ab 50. Lebensjahr,
Klageverfahren möglich).
- **Stammdatenqualität:** Geburtsdatum und Geschlecht steuern die
feststellungsfähigen Zeiträume (40/35-Jahres-Grenzen) und die
Meldepflicht (→ lb-swa-05).
- **Historie:** Jahres-Schwerarbeitsmeldungen (→ lb-swa-05) und
Work-Entry-Zeitreihen (→ lb-swa-02) sind die Rückgratdaten für
Dienstgeberauskünfte im Feststellungs- und Klageverfahren.
## Verweise
- **KB-intern:** lb-swa-02 (Einführung, Schwerarbeitsmonat) · lb-swa-03
(Schwerarbeitspensionen — Anfallsalter als Antragsmaßstab) · lb-swa-04
(Tatbestände im Detail) · lb-swa-05 (jährliche Dienstgebermeldung als
Beweisgrundlage)
- **Projekt:** Schwerarbeit/ASchV ist in
`personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-*.md` bislang nicht erschlossen
(❓ offen).