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177 lines
11 KiB
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id: lb-grz-08
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batch: 7
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title: "Standortverlegung"
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work: "Lexis Briefings Personalrecht"
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chapter: "Außerhalb des Betriebsstandortes"
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topic: entsendung
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author: "Reissner"
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stand: 2026-07
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source:
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pdf: ".lexis360/Lexis360_standortverlegung.pdf"
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text: ".lexis360/md/standortverlegung.md"
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legal_bases: ["ABGB § 905", "ABGB §§ 914 f", "ABGB § 1155", "AngG § 27 Z 4", "GewO 1859 § 82 lit f", "ArbVG § 101", "ArbVG §§ 105 ff", "ArbVG § 105 Abs 3 Z 1 lit i", "ArbVG § 97 Abs 1 Z 4", "ArbVG § 109 Abs 1 Z 1–6", "ArbVG § 109 Abs 3", "ArbVG § 2 Abs 2 Z 4"]
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tags: [standortverlegung, versetzung, versetzungsschutz, zwei-ebenen-theorie, arbeitsort, sozialplan, betriebsanderung]
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cross_refs: ["lb-grz-02", "lb-grz-03", "lb-tel-03", "lb-pen-06", "lb-rei-07", "lb-ent-02"]
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# Standortverlegung
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*Lexis Briefings Personalrecht, Reissner, Stand Juli 2026 (lb-grz-08).*
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## Zusammenfassung
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- **Ausgangslage:** Standortverlegung = Verlegung des Unternehmens, eines
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Betriebs desselben oder eines Betriebsteils an einen anderen Ort. Zwei
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arbeitsrechtliche Fragenkomplexe: (1) Liegt bei den am neuen Standort
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weiterarbeitenden Arbeitnehmern eine **Versetzung** vor — und welcher
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**Versetzungsschutz** greift? (2) Löst das Szenario einen
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**Sozialplanfall** aus?
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- **Versetzungsbegriff:** herkömmlicherweise eine **nicht unerhebliche
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Änderung** des Arbeitsortes, des Tätigkeitsbereichs oder beider;
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Bagatellfälle sind keine Versetzung. Auch die **Rücknahme von
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Homeoffice** kann eine Versetzung sein (Quelle mit Hinweis auf OGH
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3. 8. 2023, 8 ObA 27/23p).
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- **„Zwei-Ebenen-Theorie":** Der arbeitsvertragsrechtliche und der
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betriebsverfassungsrechtliche Versetzungsschutz sind **völlig getrennt**
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zu betrachten — für eine gültige Versetzung muss der Arbeitgeber die
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Voraussetzungen **beider** Ebenen erfüllen.
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- **Arbeitsvertragsrechtlich** ist zwischen **direktorialer** Versetzung
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(im bestehenden Arbeitsvertrag gedeckt → einseitig durch Weisung
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anordnenbar) und **vertragsändernder** Versetzung (nur mit Zustimmung
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des Arbeitnehmers) zu unterscheiden; der Schutz besteht in der
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Möglichkeit, die Zustimmung zur Vertragsänderung zu verweigern. Der
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geschuldete Arbeitsort folgt dem Erfüllungsort des Schuldverhältnisses
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(§ 905 ABGB): zuerst der Arbeitsvertrag (ggf. Interpretation nach
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§§ 914 f ABGB), subsidiär „Natur und Zweck des Geschäfts" — praktisch
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eine Interessenabwägung bzw. **Zumutbarkeitsbewertung**.
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- **Beispiel der Quelle** (Verlegung Innsbruck-Stadt → Hall in Tirol,
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ca. 10 km): Nennt der Arbeitsvertrag Innsbruck-Stadt, ist die Versetzung
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nach Hall **vertragsändernd** (Zustimmung nötig; für Zumutbarkeitserwägungen
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bleibt kein Raum); sagt der Vertrag nichts zum Arbeitsort, ist eine
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Interessenabwägung anzustellen — im Beispiel regelmäßig zumutbar
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(geringe Entfernung, gute Verkehrsanbindung).
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- **Verweigert der AN die Zustimmung**, befindet er sich im Recht: Eine
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ausgesprochene Entlassung ist ungerechtfertigt, weil die
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Entlassungstatbestände § 27 Z 4 AngG und § 82 lit f GewO 1859 nicht
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erfüllt sind. Rechtmäßiges AG-Mittel wäre die (Änderungs-)Kündigung —
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mit Abfertigungsanspruch (bei Änderungskündigung, sofern der AN die
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gesetzte Bedingung nicht erfüllt); Arbeitgeberkündigungen können nach
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§§ 105 ff ArbVG sozialwidrig sein; der Anfechtungsgrund der
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Vergeltungskündigung (§ 105 Abs 3 Z 1 lit i ArbVG) ist bei Kündigung
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nach Verweigerung einer Vertragsänderung im Allgemeinen **nicht**
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erfüllt.
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- **Pattsituationen:** Der AN kann vertragsgemäß weiterarbeiten — wird er
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nicht beschäftigt und erklärt er sich leistungsbereit, gebührt
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**Entgeltfortzahlung nach § 1155 ABGB**; oder er erbringt die vom AG
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gewollte Arbeit unter Protest und klagt auf Feststellung, dass unter
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den neuen Bedingungen keine Arbeitspflicht besteht.
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- **Betriebsverfassungsrechtlich (§ 101 ArbVG):** setzt einen zuständigen
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Betriebsrat voraus (ohne BR nicht anwendbar). Eine **dauernde** Versetzung
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(= voraussichtlich **13 Wochen oder länger**) ist dem BR **mitzuteilen**
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und auf Verlangen mit ihm zu beraten. Ist mit ihr eine **Verschlechterung
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des Entgelts oder der sonstigen Arbeitsbedingungen** verbunden (eine
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der beiden genügt), bedarf sie zu ihrer Rechtswirksamkeit der
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**vorherigen Zustimmung** des BR; bei Verweigerung kann die Zustimmung
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durch ASG-Urteil ersetzt werden, wenn die Versetzung sachlich gerechtfertigt
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ist. Ist die Versetzung rechtsunwirksam, kann der AN unter den
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bisherigen Bedingungen weiterarbeiten (bei Nichtbeschäftigung ebenfalls
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§ 1155 ABGB).
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- **Sozialplan:** Rechtsbasis idR eine **erzwingbare Betriebsvereinbarung**
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(§ 97 Abs 1 Z 4 ArbVG); als weitere kollektive Rechtsgrundlage kommt
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der Kollektivvertrag in Frage (§ 2 Abs 2 Z 4 ArbVG, praktisch wenig
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bedeutsam). Voraussetzungen (§ 109 Abs 3 ArbVG): **Betriebsänderung**
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iSd § 109 Abs 1 Z 1–6 ArbVG — dort ist Z 2 ausdrücklich die
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**„Verlegung des ganzen Betriebes oder von Betriebsteilen"** —,
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**wesentliche Nachteile** für alle oder erhebliche Teile der
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Arbeitnehmerschaft und ein Betrieb mit dauernd **mind. 20
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Arbeitnehmern**. Inhalte: Maßnahmen zur Verhinderung, Beseitigung oder
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Milderung der Nachteile, zB Werksbus, Übersiedlungsunterstützungen,
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AG-finanzierte Umschulung/Qualifizierung (allenfalls Arbeitsstiftungen),
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freiwillige Abfertigungen für den Fall des einvernehmlichen Ausscheidens.
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## Kernwerte & Fristen (Stand 2026-07)
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| Wert / Frist | Detail |
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| Versetzungsbegriff | nicht unerhebliche Änderung des Arbeitsortes oder des Tätigkeitsbereichs (oder beides); Bagatellfall keine Versetzung (Stand 2026-07) |
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| Zwei-Ebenen-Theorie | arbeitsvertragsrechtlicher und betriebsverfassungsrechtlicher Versetzungsschutz sind getrennt, beide zu erfüllen (Stand 2026-07) |
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| Direktorial/vertragsändernd | im Arbeitsvertrag gedeckt = einseitig anordnenbar; nicht gedeckt = Zustimmung des AN erforderlich (Stand 2026-07) |
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| Arbeitsort-Hierarchie | Arbeitsvertrag (Interpretation §§ 914 f ABGB) → subsidiär „Natur und Zweck des Geschäfts" (§ 905 ABGB) = Zumutbarkeitsabwägung (Stand 2026-07) |
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| Dauernde Versetzung (§ 101 ArbVG) | voraussichtlich **≥ 13 Wochen** → BR-Mitteilung; Beratung auf Verlangen (Stand 2026-07) |
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| BR-Zustimmung (§ 101 ArbVG) | bei Verschlechterung des Entgelts oder der sonstigen Arbeitsbedingungen (eine genügt); Ersatz durch ASG-Urteil, wenn sachlich gerechtfertigt; ohne BR keine Anwendung (Stand 2026-07) |
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| Entgeltfortzahlung | § 1155 ABGB bei Leistungsbereitschaft ohne Beschäftigung (Stand 2026-07) |
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| Sozialplan-Betriebsgröße | dauernd **mind. 20 AN** (§ 109 Abs 3 ArbVG) (Stand 2026-07) |
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| Sozialplan-Auslöser | Betriebsänderung § 109 Abs 1 Z 1–6 ArbVG (Z 2: Verlegung des ganzen Betriebes/von Betriebsteilen) + wesentliche Nachteile für die AN (Stand 2026-07) |
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## Rechtsgrundlagen
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- **ABGB § 905** (Erfüllungsort — Arbeitsortfindung), **§§ 914 f**
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(Vertragsinterpretation), **§ 1155** (Entgeltfortzahlung bei
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Nichtbeschäftigung trotz Leistungsbereitschaft) — ✅ ausdrücklich zitiert.
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- **§ 27 Z 4 AngG** und **§ 82 lit f GewO 1859** (Entlassungstatbestände —
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bei Verweigerung einer vertragsändernden Versetzung nicht erfüllt, die
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Entlassung daher ungerechtfertigt) — ✅.
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- **ArbVG § 101** (betriebsverfassungsrechtlicher Versetzungsschutz),
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**§§ 105 ff / § 105 Abs 3 Z 1 lit i** (allgemeiner Kündigungsschutz;
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Vergeltungskündigung idR nicht einschlägig), **§ 97 Abs 1 Z 4**
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(erzwingbare BV Sozialplan), **§ 109 Abs 1 Z 1–6 + Abs 3**
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(Betriebsänderung, Sozialplan-Voraussetzungen), **§ 2 Abs 2 Z 4**
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(KV als kollektive Rechtsgrundlage) — ✅.
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- **Judikatur (aus dem Quelltext):** OGH 3. 8. 2023, 8 ObA 27/23p =
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ARD 6871/10/2023 (Rücknahme von Homeoffice kann Versetzung sein);
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OGH 24. 3. 2022, 9 ObA 10/22v = DRdA-infas 2022/98, 224 (ASG ersetzt
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die BR-Zustimmung, wenn die Versetzung sachlich gerechtfertigt ist);
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OGH 9. 7. 1999, 9 ObA 51/99m = ZAS 2001, 78 und 14. 6. 2000,
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9 ObA 48/00z = DRdA 2001, 244 (Folgepflicht trotz aus dem Vertrag
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herauszulesender Arbeitsort-Festschreibung).
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- ⚠ **Wertung der Quelle:** Der Autor hält die Rechtsprechung, die auch
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bei ausdrücklich aus dem Arbeitsvertrag herauszulesender Festschreibung
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des Arbeitsortes eine „Folgepflicht" zu darüber hinausgehenden
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Arbeitsorten nach Interessenabwägung annimmt, vor dem Hintergrund des
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§ 905 ABGB für „unhaltbar" (kritisch dazu Goricnik RdW 2000, 547;
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Gerlach ecolex 2001, 131; Wachter DRdA 2001, 504 f; Löschnigg
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Arbeitsrecht14 Rz 6/035). Judikatur und Literaturkritik sind hier
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unverändert dokumentiert — keine gerichtliche Klärung vermerkt; vor
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Implementierungsentscheidungen an dieser Stelle RIS prüfen.
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## Payroll-Relevanz (Odoo)
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- **Arbeitsort als Vertragsdatenpunkt:** Der Standortwechsel ist im HR-Kern
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versioniert festzuhalten (Einsatzort am Vertrag bzw. Arbeitsort am
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Work Entry) — aus ihm folgen Pendlerpauschale-Neuberechnung und die
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Fahrtkosten-Einordnung (→ lb-pen-06, lb-rei-07).
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- **13-Wochen-Kriterium des § 101 ArbVG** („dauernd") ist ein
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Zeitkriterium, das am Kalender/Zeitsystem prüfbar ist.
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- **Entgeltfortzahlung § 1155 ABGB:** Bei unwirksamer Versetzung und
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Nichtbeschäftigung läuft die Zahlungspflicht ohne Arbeitssoll weiter —
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eigener Abrechnungsmodus „Annahmeverzug" mit dokumentierter
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Leistungsbereitschaft, ohne gebuchte Arbeitseinsätze.
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- **Sozialplanleistungen** (Werksbus, Übersiedlungsunterstützung,
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Abfindungen/freiwillige Abfertigungen) sind anlassbezogene Vergütungen:
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wie andere BV-basierte Leistungen über Eingabe-/Regelbausteine je
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Anlassfall führen (Muster → lb-ent-02); lohnsteuer-/SV-rechtliche
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Einordnung je Leistungsbestandteil klären.
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- **Verlegung ins Ausland:** Für am neuen Standort im Ausland
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weiterbeschäftigte AN sind anzuwendendes Arbeitsrecht und
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SV-Zuständigkeit gesondert zu klären (→ lb-grz-02, lb-grz-03) —
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dieser Eintrag behandelt nur die inländisch-arbeitsrechtliche Abfolge.
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## Verweise
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- **KB-intern:** lb-grz-02 (Auslandstätigkeit – anzuwendendes Arbeitsrecht
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bei Verlegung über die Grenze) · lb-grz-03 (Auslandstätigkeit – SV,
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Tätigkeit in der EU und der Schweiz) · lb-tel-03 (Homeoffice und
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Telearbeit — arbeitsrechtliche Behandlung der Telearbeitsvereinbarung;
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nach Fn 1 der Quelle kann die Rücknahme von Homeoffice eine Versetzung
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sein, OGH 8 ObA 27/23p) · lb-pen-06 (Pendlerförderung – Berücksichtigung
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||
durch den Arbeitgeber) · lb-rei-07 (Fahrtkosten – Versetzung auf Dauer:
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Fahrten ab dem 1. Tag der Versetzung privat) · lb-ent-02 (Entgelt –
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Betriebsvereinbarung; Sozialplan-BV-Ebene)
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- **Projekt:** `personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md`
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(Versetzung/Sozialplan sind allgemeines Arbeitgeberrecht; die Quelle
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nennt keine GemBG-spezifischen Regeln).
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- *Hinweis:* Die mit „(vgl … hier)" markierten Verweisstellen des Exports
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(u. a. bei § 27 Z 4 AngG, § 82 lit f GewO 1859, § 1155 ABGB) sind
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abgeschnittene Lexis-Links — nicht rekonstruiert; die genannten Normen
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stehen im Quelltext selbst. |