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id: lb-kbg-03
batch: 7
title: "Einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld"
work: "Lexis Briefings Personalrecht"
chapter: "Schwangerschaft & Elternkarenz"
topic: kinderbetreuungsgeld
author: "Sabara"
stand: 2026-07
source:
pdf: ".lexis360/Lexis360_einkommensabhangiges_kinderbetreuungsgeld.pdf"
text: ".lexis360/md/einkommensabhangiges_kinderbetreuungsgeld.md"
legal_bases: ["KBGG § 4", "KBGG § 4a", "KBGG § 5b", "KBGG § 6", "KBGG § 7", "KBGG § 8", "KBGG § 8a", "KBGG § 24", "KBGG § 24a", "KBGG § 24b", "KBGG § 24d Abs 1", "MSchG", "VKG", "VO (EG) 883/2004 Art 68"]
tags: [kinderbetreuungsgeld, einkommensabhangiges-kbg, sonderleistung, 182-tage-erfordernis, fiktives-wochengeld]
cross_refs: ["lb-kbg-01", "lb-kbg-02", "lb-kbg-04", "lb-kbg-05", "lb-kbg-06", "lb-msf-03", "lb-ent-01", "lb-kar-02", "lb-kzs-07"]
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# Einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld
*Lexis Briefings Personalrecht, Sabara, Stand Juli 2026 (lb-kbg-03).*
## Zusammenfassung
- Einkommensersatz für Eltern mit höherem Einkommen, die sich nur kurz aus dem
Berufsleben zurückziehen: 80 % des letzten Nettoeinkommens (§ 24a KBGG), max.
€ 80,12 täglich (Stand 2026-07; Wert 20252028 — Valorisierung 2026/2027
ausgesetzt).
- Bezugsdauer (§ 24b KBGG): bei Bezug durch einen Elternteil längstens 365 Tage
ab Geburt, bei Bezug durch beide (abwechselnd) max. 426 Tage; jedem Elternteil
sind 61 Tage unübertragbar vorbehalten; Bezug nur in Blöcken von mindestens
61 Tagen; je Kind max. zwei Wechsel (= max. drei Bezugsteile); nicht
genommene Tage verfallen ausnahmslos. Anlässlich des erstmaligen Wechsels
ist ein gleichzeitiger Bezug beider Elternteile von bis zu 31 Tagen möglich
(verkürzt die Anspruchsdauer).
- Zusatzvoraussetzungen (§ 24 KBGG) neben den gemeinsamen Grundvoraussetzungen
(Familienbeihilfe, gemeinsamer Haushalt, Lebensmittelpunkt Österreich —
lb-kbg-04): in den letzten 182 Kalendertagen unmittelbar vor der Geburt
durchgehend sv-pflichtige (kranken- und pensionsversicherungspflichtige)
und tatsächlich ausgeübte Erwerbstätigkeit; bloß unfallversicherte
geringfügige Beschäftigung genügt nicht; Unterbrechungen von insgesamt
max. 14 Kalendertagen sind unschädlich; Leistungen aus der
Arbeitslosenversicherung (auch kürzer als 14 Tage) sind vor und während des
Bezugs anspruchsschädlich.
- Zeiten eines MSchG-Beschäftigungsverbots oder von Elternkarenz (MSchG, VKG)
gelten als Erwerbszeiten — beim Beschäftigungsverbot nur, wenn die
sv-pflichtige Erwerbstätigkeit weiter aufrecht bleibt. Krankengeldbezug über
14 Tagen ohne Entgeltfortzahlung führt nur zur Sonderleistung nach
§ 24d Abs 1 KBGG.
- Grenzüberschreitend: „gleichgestellte Situation" iSd Art 68 VO (EG) 883/2004
nur bei Erfüllung der nationalen Gleichstellungserfordernisse; endet
spätestens mit dem 2. Lebensjahr des Kindes; „Scheinkarenz" begründet keine
österreichische Zuständigkeit.
- Berechnung immer zwei Varianten, die günstigere gilt (§ 24a Abs 1 und 2):
1) 80 % des auf den Kalendertag entfallenden Wochengeldes (Wochengeld-
bezieherinnen) bzw. 80 % eines fiktiven Wochengeldes (unselbstständig
erwerbstätige Väter; Beamtinnen und Beamte) — Sonderwochengeld bleibt
außer Ansatz; 2) Formel (Summe der maßgeblichen Einkünfte × 0,62 + 4.000)
/ 365 aus dem ESt-Bescheid des letzten Kalenderjahres vor der Geburt
(muss nicht rechtskräftig sein; auf Antrag via Arbeitnehmerveranlagung).
- Sonderleistung € 41,14 täglich (Stand 2026-07; Wert 20252028), wenn die
Berechnung weniger ergibt oder die Zusatzerfordernisse fehlen; € 33,
täglich auf Antrag, wer die Ablehnung mit Klage beim ASG bekämpft.
- Umstieg zwischen einkommensabhängigem und pauschalem KBG (Konto) nur
binnen 14 Kalendertagen ab erstmaliger Antragstellung.
## Kernwerte & Fristen (Stand 2026-07)
| Wert / Regel | Detail |
|---|---|
| Ersatzquote | 80 % des letzten Nettoeinkommens (§ 24a KBGG) |
| Tageshöchstbetrag | € 80,12 (Wert 20252028; Valorisierung 2026/2027 ausgesetzt, BGBl I 2025/25) |
| Bezugsdauer | 365 Tage (ein Elternteil) bzw. max. 426 Tage (beide) ab Geburt |
| Mindestblock / Reservetage | Blöcke von mind. 61 Tagen; 61 Tage je Elternteil unübertragbar |
| Wechsel | max. zweimal je Kind; gleichzeitiger Bezug bis 31 Tage nur beim erstmaligen Wechsel |
| 182-Tage-Erfordernis | unmittelbar vor Geburt durchgehend sv-pflichtig; Unterbrechungen ≤ 14 Kalendertage unschädlich; Krankengeld > 14 Tage → nur Sonderleistung |
| Zuverdienstgrenze im Bezugsjahr | € 8.600 ab 1. 1. 2025 (2024: € 8.100; 2023: € 7.800; 2022: € 7.600; 20202021: € 7.300) |
| Formelvariante | (Summe der maßgeblichen Einkünfte × 0,62 + 4.000) / 365 |
| Referenzzeitraum fiktives Wochengeld (Väter) | Monatsbezug der letzten drei Kalendermonate vor den letzten acht Wochen vor Geburt inkl. anteiliger Sonderzahlungen, abzüglich gesetzlicher Abzüge |
| Sonderleistung | € 41,14 täglich (Wert 20252028); € 33, täglich bei Klage gegen den Ablehnungsbescheid |
| Umstieg einkommensabhängig ↔ pauschal | binnen 14 Kalendertagen ab erstmaliger Antragstellung |
## Rechtsgrundlagen
- **KBGG:** § 24 (Zusatzerfordernisse), § 24a (Höhe/Berechnung), § 24b
(Dauer), § 24d Abs 1 (Sonderleistung); anwendbar daneben: § 4, § 4a
(Beginn/Ende), § 5b (Partnerschaftsbonus), § 6 (Ruhen), § 7 (Eltern-Kind-Pass),
§ 8 (Zuverdienstgrenze), § 8a (Einschleifregelung) — Details lb-kbg-04.
- **MSchG/VKG:** Beschäftigungsverbote und Elternkarenz gelten als
Erwerbszeiten, soweit die sv-Pflicht aufrecht bleibt.
- **VO (EG) 883/2004 Art 68** (gleichgestellte Situation, Grenzfälle);
Grenzbetragsanhebung BGBl I 2025/11; Valorisierungsaussetzung 2026/2027
BGBl I 2025/25, 2028 lt. RV 523 BlgNR 28. GP geplant ⚠.
- Judikatur (Fußnoten der Quelle): OGH 10 ObS 22/23t (Pflegekarenzgeld im
182-Tage-Zeitraum schädlich), 10 ObS 5/21i (Dienstfreistellung bei
aufrechter Entgeltfortzahlung + SV-Pflicht unschädlich), 10 ObS 92/15z,
10 ObS 137/19y und 10 ObS 107/20p (14-Tage-Regelung), 10 ObS 85/24h
(Krankengeld > 14 Tage → Sonderleistung), 10 ObS 120/19y (Wohnsitz im
Inland, Beschäftigung im Ausland begründet keinen Anspruch).
## Payroll-Relevanz (Odoo)
- Staatliche Leistung der Sozialversicherung: kein Entgeltbestandteil, keine
Beitragsgrundlage, kein Payslip-Output — die Lohnverrechnung liefert aber
die Bemessungsdaten.
- **Wochengeldbezieherinnen:** Tages-KBG = 80 % des Kalendertags-Wochengeldes;
Wochengeld muss als entgeltersatzpflichtiger Bezugsblock korrekt gerechnet
sein (lb-msf-03); Sonderwochengeld nicht als Bemessungsgrundlage.
- **Unselbstständig erwerbstätige Väter:** fiktives Wochengeld aus
Durchschnittsbezug über drei Kalendermonate vor den letzten acht Wochen vor
Geburt inkl. anteiliger Sonderzahlungen — Bezugs-/Abrechnungsperioden wie
beim Wochengeld aus Work-Entry-/Abrechnungsdaten ermitteln (lb-ent-01).
- **Formelvariante:** Jahres-Bruttobezüge inkl. 13./14. Gehalt fließen über
Arbeitnehmerveranlagung/ESt-Bescheid ein — saubere Jahresbemessungsdaten in
der Abrechnung sind Voraussetzung.
- 182-Tage-Prüfung über die sv-pflichtige Beschäftigungshistorie (Work
Entries), inklusive Gleichstellung von Schutzfrist-/Karenzzeiten.
- Zuverdienstgrenze im Bezugsjahr: Neben-/Geringfügigverdienst während der
Karenz beobachten (lb-kbg-06, lb-kar-02).
- Prozesspunkte: Antragsformular der SV, Umstiegsfrist 14 Kalendertage,
Arbeitnehmerveranlagung beim Wohnsitzfinanzamt.
## Verweise
- **KB-intern:** lb-kbg-02 (pauschales KBG, Umstieg), lb-kbg-04 (gemeinsame
Bestimmungen aller Varianten), lb-kbg-05 (Konto-Variante), lb-kbg-06
(Zuverdienstgrenze), lb-kbg-01 (Familienbeihilfe als Grundvoraussetzung);
lb-msf-03 (Wochengeld als Berechnungsgrundlage); lb-kar-02 (Beschäftigung
neben der Karenz).
- **Querbezüge:** lb-ent-01 (Abrechnungsperioden/fiktives Wochengeld);
lb-kzs-07 (Pflegekarenzgeld im 182-Tage-Zeitraum schädlich, OGH 10 ObS 22/23t).
- **Projekt:** `personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md`.
- *Hinweis:* PDF-Footer „Erstellt von … 10.9.2026" = Export-Artefakt, ignoriert.