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id: lb-bsv-18
batch: 9
title: "Pflichtversicherung und Versicherungsgrenzen Übergangsbestimmungen"
work: "Lexis Briefings Personalrecht"
chapter: "Sozialversicherung"
topic: bauerliche-sozialversicherung
author: "Fiedler"
stand: 2026-01
source:
pdf: ".lexis360/Lexis360_pflichtversicherung_und_versicherungsgrenzen_uberg.pdf"
text: ".lexis360/md/pflichtversicherung_und_versicherungsgrenzen_uberg.md"
legal_bases: ["BSVG § 252 Abs 2", "BSVG § 252 Abs 3", "BSVG § 24b", "BSVG § 262 Abs 3", "BSVG § 263 Abs 5", "BSVG § 277 Abs 5", "BSVG § 279 Abs 3", "BSVG § 279 Abs 4", "BSVG § 294 Abs 4", "BSVG § 337 Abs 1", "BSVG § 337 Abs 2", "BSVG § 338 Abs 1", "BSVG § 338 Abs 2", "BSVG § 354 Abs 2", "BSVG § 363 Abs 1", "BSVG § 363 Abs 5", "BSVG § 400 Abs 1", "BSVG § 400 Abs 2", "21. BSVG-Novelle", "Sozialrechts-Änderungsgesetz 2004"]
tags: [ubergangsbestimmungen, versicherungsgrenzen, hauptfeststellung, ehepartner-subsidiaritat, kv-ausnahme, bsvg]
cross_refs: ["lb-bsv-05", "lb-bsv-12", "lb-bsv-17", "lb-kvs-01"]
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# Pflichtversicherung und Versicherungsgrenzen Übergangsbestimmungen
*Lexis Briefings Personalrecht, Fiedler, Stand Jänner 2026 (lb-bsv-18).*
## Zusammenfassung
- **Funktion:** Übergangsbestimmungen im BSVG halten eine frühere Gesetzeslage für einen
bestimmten **Personenkreis** aufrecht (personenbezogen, nicht betriebsbezogen).
- **Ehepartner-Subsidiarität (§ 262 Abs 3 BSVG, KV-Ausnahme):** wer am **31. 12. 1998**
als Ehepartner von der Bauern-KV wegen anderweitiger Krankenversicherung ausgenommen
war, bleibt ausgenommen, solange jener Sachverhalt unverändert bleibt, der für die
Ausnahme am 31. 12. 1997 maßgeblich war. Voraussetzungen: seit zumindest 31. 12. 1997
verheiratet; Ehepartner seit zumindest 31. 12. 1998 in einer anderen gesetzlichen KV
pflichtversichert; Einheitswert über **ATS 20.000,** (Quelle: „ab 1. 1. 2022: ab
€ 1.500," ⚠ — das Datum wirkt wie ein Tippfehler, die € 1.500,-Grenze gilt nach
lb-bsv-17/§ 279 BSVG seit **1. 1. 2002**; nicht aufgelöst) bzw überwiegend
Lebensunterhalt aus der Landwirtschaft. Mit dem **Sozialrechts-Änderungsgesetz 2004**
wurde die Subsidiarität ab **1. 10. 2004** weitgehend aufgehoben (Vollversicherung ab
Betriebsbeitragsgrundlage **€ 1.015,**).
- **Fortbestands-Schranken:** gem **§ 277 Abs 5 BSVG** bleibt die KV-Ausnahme ab
**1. 1. 2001** nur bei Vorliegen eines Tatbestands des **§ 24b BSVG** (Befreiung vom
Zusatzbeitrag für Angehörige; Quelle schreibt „§ 24 b") aufrecht; gem **§ 294 Abs 4
BSVG** ab **1. 10. 2004** nur, wenn die Beitragsgrundlage am **30. 5. 2004** nicht
über **€ 1.015,** (= Einheitswert € 7.000,) lag. Ein **AG-Wechsel am Wochenende**
ist keine Lücke im Versicherungsverlauf (VwGH 2004/08/0013); eine
**Schutzfrist** steht einer aufrechten Pflichtversicherung gleich. Fällt die
Pflichtversicherung weg (Einheitswert unter € 1.500,) oder bezieht der Ehepartner
**Notstandshilfe bzw bedarfsorientierte Mindestsicherung**, endet die Befreiung.
- **Befreiung 04/95, Pensionsbezug 04/95 (§ 252 Abs 2 und 3 BSVG):** bei Senkung der
PV-Grenze von über **ATS 33.000,** auf **ATS 20.000,** (1. 4. 1995) gilt die alte
Grenze weiter (1) für Bezieher einer Eigenpension am 1. 4. 1995 — durchgehender
Pensionsbezug; die Befreiung bleibt auch bestehen, wenn der Einheitswert unter die
**aktuelle** Grenze sinkt; die frühere Grenze gilt auch bei Betriebsaufnahme nach dem
1. 4. 1995 — und (2) über **Antrag** für vor dem 1. 4. 1995 45-Jährige, die nur durch
die Grenzsenkung pflichtversichert würden (Antrag bis **31. 12. 1996**): Grenze
**ATS 33.000, (€ 2.400,)**, solange der Einheitswert sie nicht übersteigt bzw die
aktuelle Grenze (**€ 1.500,**) nicht unterschritten wird.
- **KV-Zehntelregelung (§ 263 Abs 5 BSVG):** mit der **21. BSVG-Novelle** kam es zur
Mehrfachversicherung in der KV; als Einschleifregelung stiegen die Beiträge ab 2000
jährlich um ein Zehntel — 2000: **1/10**, 2001: **2/10**, … bis zum vollen
Krankenversicherungsbeitrag im Jahr **2009**. ⚠ Die Quelle nennt den Zeitraum einmal
„2000 bis 2008", zählt dann aber bis zum vollen Beitrag „im Jahr 2009" — innerer
Widerspruch, nicht aufgelöst.
- **Zusatzbeitrag:** seit 1. 1. 2001 ist der KV-Versicherte für bestimmte
anspruchsberechtigte Angehörige verpflichtet, einen **Zusatzbeitrag** zu zahlen;
**Befreiung gem § 24b BSVG** möglich.
- **Euro-Umstellung (§ 279 Abs 3 und 4 BSVG):** mit 1. 1. 2002 wurden die Grenzen neu
festgesetzt: KV/PV von „über ATS 20.000, (= ab 21.000,)" zu **ab € 1.500,**
(= ATS 20.640,); UV von „ab ATS 2.000," zu **ab € 150,** (= ATS 2.064,). Da die
Euro-Grenzen nicht exakt den Schilling-Grenzen entsprechen, ändert sich ohne
**Sachverhaltsänderung** nichts in der Versicherungs- und Beitragspflicht.
- **Hauptfeststellung 2014/2015 (amtswegig, kein Antrag):** § 337 Abs 1 (Ausnahme KV/PV)
· § 337 Abs 2 (**Opting-in** KV/PV, Antragsfrist **31. 12. 2019**) · § 338 Abs 1/2
(UV-Ausnahme/Opting-in, Antragsfrist 31. 12. 2019) · § 354 Abs 2 (Nichtberücksichtigung
von Zuschlägen bei Betriebsaufgabe/wesentlicher Betriebsverringerung **vor dem
1. 4. 2018**) · § 363 Abs 1 (Verschiebung der sv-rechtlichen Wirksamkeit vom
**1. 1. 2017 auf 1. 4. 2018**) · § 363 Abs 5 (Übergangsregel für am
„1.0 1. 2017" ⚠ Lesefehler im Export; gemeint ist vermutlich der 1. 1. 2017 —
An-/Abgemeldete). Anwendung nur, solange der zum 31. 3. 2018 bewirtschaftete Betrieb
nicht um einen Einheitswert von zumindest **€ 100,** **vergrößert** wird.
- **Hauptfeststellung 2023 (amtswegig, grundsätzlich kein Antrag):** § 400 Abs 1 —
Einheitswerte der Hauptfeststellung 2023 sind für die Zeit **vor dem 1. 1. 2024**
sv-rechtlich nicht zu berücksichtigen; § 400 Abs 2 — wer am 31. 12. 2023 in KV/PV
pflichtversichert war und nur durch das sv-rechtliche Wirksamwerden der
Hauptfeststellung 2023 unter die Grenze **€ 1.500,** fällt, kann bis **31. 12. 2024**
beantragen, dass die Pflichtversicherung **aufrecht** bleibt (Widerruf zum Letzten
eines jeden Kalendermonats). Frühere Übergangsbestimmungen gelten weiter, solange
ihre Voraussetzungen zutreffen.
## Kernwerte & Fristen (Stand 2026-01)
| Wert / Regel | Detail |
|---|---|
| KV-Ausnahme Bestandsschutz | am 31. 12. 1998 Ausgenommene bleiben ausgenommen bei unverändertem Sachverhalt (§ 262 Abs 3 BSVG); maßgeblich: Verhältnisse zum 31. 12. 1997 (Stand 2026-01) |
| KV-Ausnahme Voraussetzungen | verheiratet seit ≥ 31. 12. 1997; Ehepartner in anderer gesetzlicher KV pflichtversichert seit ≥ 31. 12. 1998; Einheitswert über **ATS 20.000,** (Quelle: „ab 1. 1. 2022: ab € 1.500," ⚠) oder überwiegend Lebensunterhalt (Stand 2026-01) |
| § 277 Abs 5 | KV-Ausnahme ab **1. 1. 2001** nur bei Tatbestand des § 24b BSVG (Stand 2026-01) |
| § 294 Abs 4 | KV-Ausnahme ab **1. 10. 2004** nur, wenn Beitragsgrundlage am **30. 5. 2004****€ 1.015,** (= Einheitswert € 7.000,) (Stand 2026-01) |
| SRÄG 2004 | Aufhebung der Ehepartner-Subsidiarität ab **1. 10. 2004**; Vollversicherung ab Betriebsbeitragsgrundlage **€ 1.015,** (Stand 2026-01) |
| Wegfall der Befreiung | Einheitswert unter **€ 1.500,**; Bezug von Notstandshilfe/BMS durch den Ehepartner; AG-Wechsel am Wochenende unschädlich (VwGH 2004/08/0013) (Stand 2026-01) |
| Befreiung 04/95 (PV) | alte Grenze **ATS 33.000,** für Eigenpensionsbezieher am 1. 4. 1995 (durchgehend) und auf Antrag für vor dem 1. 4. 1995 **45-Jährige** (Antrag bis **31. 12. 1996**); Grenze ATS 33.000, (= **€ 2.400,**), solange Einheitswert nicht darüber bzw aktuelle Grenze (€ 1.500,) nicht unterschritten (Stand 2026-01) |
| KV-Zehntelregelung | ab 2000: **1/10**, jährlich + 1/10, voller Beitrag laut Quelle **2009** (Text nennt zugleich „2000 bis 2008" ⚠ innerer Widerspruch) (§ 263 Abs 5 BSVG) (Stand 2026-01) |
| Euro-Umstellung | KV/PV: über ATS 20.000, (= ab 21.000,) → **ab € 1.500,** (= ATS 20.640,); UV: ab ATS 2.000,**ab € 150,** (= ATS 2.064,); ohne Sachverhaltsänderung keine Änderung (§ 279 Abs 3/4 BSVG) (Stand 2026-01) |
| HF 2014/2015 | §§ 337, 338 (Ausnahmen/**Opting-in** bis **31. 12. 2019**), § 354 Abs 2 (Zuschläge bei Betriebsaufgabe/-verringerung vor 1. 4. 2018), § 363 Abs 1 (Wirksamkeit **1. 1. 2017 → 1. 4. 2018**), § 363 Abs 5 (An-/Abmeldungen; „1.0 1. 2017" ⚠ Lesefehler) — **amtswegig** (Stand 2026-01) |
| HF 2014/2015 Grenze | Übergangsbestimmungen entfallen bei Betriebs**vergrößerung** um Einheitswert ≥ **€ 100,** (Stand 2026-01) |
| HF 2023 | § 400 Abs 1: Einheitswerte nicht sv-wirksam für Zeit **vor 1. 1. 2024**; § 400 Abs 2: Aufrechterhaltungsantrag bis **31. 12. 2024** für von der HF 2023 Grenzunterschreiter (€ 1.500,), Widerruf zum **Monatsletzten** (Stand 2026-01) |
## Rechtsgrundlagen
- **§ 262 Abs 3 BSVG** (KV-Ausnahme Bestandsschutz) — zitiert ✅
- **§ 277 Abs 5 BSVG** (Fortbestand nur bei § 24b-Tatbestand) — zitiert ✅; die Quelle
schreibt „§ 24 b BSVG" — Schreibvariante zu **§ 24b BSVG** ✅
- **§ 294 Abs 4 BSVG** (30. 5. 2004-Grenze) — zitiert ✅
- **§ 252 Abs 2 und 3 BSVG** (Befreiung/Pensionsbezug 04/95) — zitiert ✅
- **§ 263 Abs 5 BSVG** (KV-Zehntelregelung) — zitiert ✅
- **§ 279 Abs 3 und Abs 4 BSVG** (Euro-Umstellung der Grenzen) — zitiert ✅
- **§§ 337 Abs 1/2, 338 Abs 1/2, 354 Abs 2, 363 Abs 1/Abs 5, 400 Abs 1/2 BSVG**
(Hauptfeststellungen 2014/2015 und 2023) — zitiert ✅; in § 363 Abs 5 zeigt die Quelle
das verstümmelte Datum „1.0 1. 2017" ⚠ (Export-Lesefehler, vermutlich 1. 1. 2017;
nicht rekonstruiert)
- **Sozialrechts-Änderungsgesetz 2004** (Aufhebung der Ehepartner-Subsidiarität) und
**21. BSVG-Novelle** (Mehrfachversicherung KV) — zitiert ✅
- Judikatur: VwGH 2004/08/0013 = ZfV 2005/1309 (Fußnote) ✅
## Payroll-Relevanz (Odoo)
- **Historische Normen:** sämtliche Übergangsbestimmungen regeln Altbestände (19952024)
— für das laufende GemBG-Payroll ohne Abbildungsbedarf; bewusst außerhalb des
`l10n_at_hr_payroll`-Scopes.
- **Grenzdaten als Parameterhistorie:** die mehrstufigen Versicherungsgrenzen (ATS →
€ 1.500,/150,) sind ein Lehrstück für **historisierte Grenzwerte mit
Gültigkeitszeiträumen** — genau das Muster von `hr.rule.parameter` mit from/to-Daten;
bei allfälliger BSVG-Abbildung wären die Übergangsstufen versioniert zu pflegen.
- **Stichtagslogik:** Antrags- und Wirksamkeitsdaten (1. 10. 2004, 1. 4. 2018,
31. 12. 2024) sind harte Datumsbedingungen — als bedingte Statusregeln modellierbar
(Hinweis, keine Spec).
- **Kein Meldewesen-Aufwand:** Übergangsbestimmungen wirken **amtswegig** — kein
Odoo-Meldeobjekt; der Aufrechterhaltungsantrag nach § 400 Abs 2 wäre ein SVS-Vorgang.
- **Abgrenzung:** Ehepartner-Subsidiarität betrifft die bäuerliche KV, nicht die
DN-Mitversicherung nach ASVG (→ lb-kvs-01 für den ASVG-Zusatzbeitrag für Angehörige).
## Verweise
- **KB-intern:** lb-bsv-05 (Mehrfachversicherung Krankenversicherung — Folge der
21. BSVG-Novelle) · lb-bsv-12 (Beitragsgrundlage Allgemeines; Grenz-/Beitragswerte) ·
lb-bsv-17 (Pflichtversicherung und Versicherungsgrenzen — Grundregeln, auf die sich
die Übergangsbestimmungen beziehen) · lb-kvs-01 (Krankenversicherung ASVG
Anspruchsberechtigung/Zusatzbeitrag für Angehörige; ASVG-Pendant zu § 24b BSVG)
- **Projekt:** `personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md` (SV-Rahmen). Kein GemBG-Bezug
(`RECHTSQUELLEN-Bgld.md` nur für GemBG-relevante SV-Teile).