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id: lb-url-13
batch: 7
title: "Urlaub - Wechsel Teilzeit Vollzeit"
work: "Lexis Briefings Personalrecht"
chapter: "Urlaub & Karenzierung"
topic: urlaub
author: "Niederfriniger"
stand: 2026-07
source:
pdf: ".lexis360/Lexis360_urlaub_wechsel_teilzeit_vollzeit.pdf"
text: ".lexis360/md/urlaub_wechsel_teilzeit_vollzeit.md"
legal_bases: ["UrlG § 2", "UrlG § 6", "VBG § 27a", "VBG § 27c Abs 1", "VBG § 27c Abs 2", "BDG § 65", "BDG § 66", "RStDG § 72", "RL 2003/88/EG Art 7", "RL 97/81/EG"]
tags: [urlaub, teilzeiturlaub, wechsel-vollzeit-teilzeit, aufwertung, abwertung, pro-rata-temporis]
cross_refs: ["lb-url-05", "lb-url-11", "lb-url-14", "lb-tzb-06"]
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# Urlaub Wechsel Teilzeit Vollzeit
*Lexis Briefings Personalrecht, Niederfriniger, Stand Juli 2026 (lb-url-13).*
## Zusammenfassung
- **Zwei Urlaubsarten:** Der OGH leitet aus § 2 UrlG einen
„kalendarischen" Urlaubsanspruch ab (Werktagsanspruch, immer 5 bzw.
6 Wochen, unabhängig vom Beschäftigungsausmaß — er umfasst auch Tage
ohne Arbeitspflicht). Davon unterscheidet das Recht Urlaubssysteme,
die auf die **tatsächliche Arbeitszeit** abstellen (Arbeitsstunden/
-tage; zB § 27a VBG, § 65 BDG, § 72 RStDG, § 48 Land- und
Forstarbeiter-DienstrechtsG): hier umfasst der Urlaub nur Zeiten
mit Arbeitspflicht.
- **Teilzeit beim kalendarischen Anspruch:** Umrechnung von Werktagen
auf tatsächlich geleistete Arbeitstage im Verhältnis zur jährlich zu
leistenden Arbeit (3 Tage/Woche → 15 Urlaubstage p. a.); das
Wochen-Ausmaß bleibt 5/6 (→ lb-url-05).
- **Wechsel des Beschäftigungsausmaßes (kalendarisch):** künftiger
Anspruch, laufender Jahrgang **und unverbrauchter (unverjährter)
Alturlaub** sind proportional **auf- bzw. abzuwerten** (Wechsel
Teilzeit→Vollzeit: Aufwertung; umgekehrt: Abwertung), sodass die
Anzahl offener Urlaubswochen gleich bleibt („Restwertberechnung",
zB 22 offene Teilzeit-Arbeitstage × 5/4 = 27,5 Vollzeit-Arbeitstage).
Bei unregelmäßiger Arbeitsverteilung: Jahresdurchschnittsberechnung
(zB jede zweite Woche 5 Tage → 2,5 Urlaubstage pro Urlaubswoche).
- **Unionsrecht:** Diese Auf-/Abwertungsmethode hält der OGH am
Gesetz fest, obwohl sie angesichts der EuGH-Judikatur (C-486/08,
C-415/12, C-219/14) **unionsrechtswidrig** erscheint; eine
richtlinienkonforme Auslegung des UrlG sei nicht möglich. ⚠
Rechtslage als unsicher markiert.
- **Arbeitszeitabstellende Systeme:** Unionsrechtlich vorgeschrieben
ist die **Pro-rata-temporis-Berechnung**: künftiger Anspruch im
Verhältnis zur Ausmaßänderung; im Wechseljahr anteilige Ermittlung
vor/nach der Änderung; Alturlaub bleibt im bisherigen Ausmaß
bestehen. Der Gesetzgeber hat dies für die Dienstrechts-Gesetze
ausdrücklich verankert (§ 27c Abs 2 VBG, § 66 Abs 2 BDG, § 72 Abs 4
RStDG, § 48 Abs 7 L-F-DienstrechtsG).
- **Urlaubsentgelt:** richtet sich nach dem Ausfallsprinzip (§ 6
UrlG) — maßgeblich ist das Entgelt, das zum Zeitpunkt des Konsums
gebührt hätte, nicht das bei Entstehung des Anspruchs; nach einer
Arbeitszeitreduktion kann der offene Resturlaub nicht zum früheren
(höheren) Entgelt verlangt werden (→ lb-url-14).
## Kernwerte & Fristen (Stand 2026-07)
| Wert / Regel | Detail |
|---|---|
| Kalendarischer Anspruch | § 2 UrlG: 30/36 Werktage = 5/6 Wochen für jedes Beschäftigungsausmaß; Teilzeit-Umrechnung auf Arbeitstage |
| Wechsel kalendarisch | proportionale Auf-/Abwertung — laufender Jahrgang, künftiger Anspruch **und** Alturlaub (Restwertberechnung, zB Faktor 5/4) |
| Unregelmäßige Verteilung | Jahresdurchschnitt (Urlaubstage p. a. ÷ 52 Wochen je Urlaubswoche) |
| Alturlaub | Auf-/Abwertung nur für unverbrauchte, **unverjährte** Ansprüche (→ lb-url-11) |
| Unionsrecht | EuGH-Entscheidungen sprechen gegen die OGH-Methode (C-486/08, C-415/12, C-219/14); OGH: keine richtlinienkonforme Auslegung des UrlG möglich ⚠ |
| Arbeitszeitabstellend | Pro-rata temporis: Vor-/Nach-Zeitraum anteilig, Alturlaub unverändert (Art 7 RL 2003/88/EG; RL 97/81/EG Anhang Rahmenvereinbarung § 4 Nr 2) |
| Urlaubsentgelt | Ausfallsprinzip: Entgelt zum Konsumzeitpunkt, nicht zum Entstehungszeitpunkt |
## Rechtsgrundlagen
- **§ 2, § 6 UrlG** — kalendarischer Anspruch, Ausfallsprinzip (→
lb-url-05, lb-url-14).
- **§ 27a, § 27c Abs 1 und 2 VBG · § 65, § 66 Abs 1 und 2 BDG ·
§ 72 Abs 3 und 4 RStDG · § 48 Land- und Forstarbeiter-DienstrechtsG**
— arbeitszeitabstellende Urlaubssysteme samt gesetzlich verankerter
Pro-rata-temporis-Berechnung.
- **Art 7 RL 2003/88/EG, RL 97/81/EG** (Rahmenvereinbarung Teilzeit
§ 4 Nr 2) — unionsrechtliche Vorgaben; ⚠ Konflikt zwischen EuGH und
OGH-Methodik beim UrlG-Kalenderjahr-Anspruch dokumentiert.
- Kalendarische Systeme auch in BUAG §§ 4 ff, LAG § 67, HausbesorgerG
§ 15, HeimAG § 20, TAG § 15, Bundesforste-DO §§ 43 ff.
## Payroll-Relevanz (Odoo)
- **Änderungsereignis Beschäftigungsausmaß:** Ein Wechsel der
Arbeitstage/-stunden pro Woche (→ lb-tzb-06) muss die laufende
Allocation **pro futuro neu bewerten** und den offenen Saldo
(inkl. Alturlaubs-Jahrgänge) per Stichtag auf-/abwerten —
Restwertberechnung als Automatik, da nicht zu Lasten des
Arbeitnehmers abbedingbar.
- **Jahrgangsbasierte Salden** (FIFO) sind Voraussetzung: Der
Auf-/Abwertungssatz ergibt sich je Jahrgang aus dem
Beschäftigungsausmaß vor/nach dem Wechsel; unverjährter Alturlaub
nimmt an der Wertung teil (→ lb-url-11).
- **Dienstrechts-Systeme:** bei arbeitszeitabstellenden
Anspruchstypen (Stunden-Urlaub) stattdessen Pro-rata-temporis
splitten — zwei Berechnungsmodi als Typ-Merkmal des
Urlaubsschemas.
- **Urlaubsentgelt:** bei reduziertem Ausmaß kein „Alter Entgeltstand"
für Resturlaub — Berechnung mit aktuellem Arbeitsvertrag/Ausmaß (→
lb-url-14).
-**Konventionsentscheid GP2 nötig:** Implementierung der OGH-
Methode vs. EuGH-Linie für UrlG-Betriebe ist eine dokumentierte
Rechtsrisiko-Entscheidung, keine reine Kodierungsfrage.
## Verweise
- **KB-intern:** lb-url-05 (Anspruch & Ausmaß, Teilzeit-Tabelle) ·
lb-url-14 (Urlaubsentgelt beim Wechsel) · lb-url-11 (unverjährter
Alturlaub als Voraussetzung der Umwertung)
- **Querbezüge:** lb-tzb-06 (Wechsel Vollzeit/Teilzeit — Vertragsseite)
- **Projekt:** `personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md`
(UrlG § 2 ✅ 30/36 Werktage; Umrechnungskonvention GP2 offen)