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571 Lexis-Briefings (lb-*) + 30 WIKU-Publikationen (wk-*) in 69 Clustern, Frontmatter-Schema als Single Source of Truth; kb.json + INDEX.md generiert. .gitignore für lizenzierte/lokale Corpora (.lexis360, .wiku, .firecrawl, .ris) sowie künftige RAG-Artefakte (data/).
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id: lb-beh-02
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batch: 2
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title: "Behinderte Arbeitnehmer - arbeitsrechtliche Besonderheiten"
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work: "Lexis Briefings Personalrecht"
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chapter: "Beschäftigungsverhältnisse"
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topic: behinderte
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author: "Vinzenz/David"
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stand: 2026-08
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source:
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pdf: ".lexis360/Lexis360_behinderte_arbeitnehmer_arbeitsrechtliche_besonder.pdf"
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text: ".lexis360/md/behinderte_arbeitnehmer_arbeitsrechtliche_besonder.md"
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legal_bases: ["BEinstG §§ 2, 7, 7a ff, 8, 12 Abs 1, 22a", "Budgetbegleitgesetz 2011", "UrlG"]
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tags: [behinderte, kundigungsschutz, lohnnebenkosten, behindertenvertrauensperson, entgeltschutz, beinstg]
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cross_refs: ["lb-beh-01", "lb-beh-03", "lb-beh-04"]
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# Behinderte Arbeitnehmer – arbeitsrechtliche Besonderheiten
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*Lexis Briefings Personalrecht, Vinzenz/David, Stand August 2026 (lb-beh-02).*
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## Zusammenfassung
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- **Anknüpfungspunkt** der Sonderregeln ist der Kreis der **begünstigten
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Behinderten** (§ 2 BEinstG): Grad der Behinderung von mindestens 50 % lt
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Bescheid. Nur die Diskriminierungsverbote (§ 7a ff BEinstG) gelten
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unabhängig davon für alle Menschen mit Behinderung (→ lb-beh-04).
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- **Beschäftigungspflicht und Ausgleichstaxe** ab 25 Arbeitnehmern; Details
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und Werte 2026 → lb-beh-03.
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- **Entgeltschutz (§ 7 BEinstG):** Begünstigt Behinderte dürfen wegen der
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Behinderung nicht schlechter entlohnt werden als vergleichbare nicht
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behinderte Arbeitnehmer.
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- **Besonderer Kündigungsschutz (§ 8 BEinstG):** Kündigung nur mit
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Zustimmung des Behindertenausschusses (Landesstelle des Bundesamts für
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Soziales und Behindertenwesen) nach Anhörung von Betriebsrat und
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Behindertenvertrauensperson bzw Personalvertretung. Ohne vorherige
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Zustimmung ist die Kündigung rechtsunwirksam — das Dienstverhältnis bleibt
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aufrecht —, außer in Ausnahmefällen (zB dem Arbeitgeber unbekannter
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Begünstigtenstatus) kommt nachträgliche Zustimmung in Betracht. Eines
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**Entlassungsschutzes** bedarf es nicht: Bei unberechtigter Entlassung
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hat der begünstigt Behinderte ein Wahlrecht (gelten lassen oder
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Fortsetzung), das Umgehungen verhindern soll.
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- **Lohnnebenkostenbefreiung:** Bezüge begünstigt Behinderter sind von DB,
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DZ und KommSt befreit; wird der Status erst durch die
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Ausgleichstaxen-Vorschreibung bekannt, ist eine Rückerstattung innerhalb
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von fünf Jahren möglich.
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- **Behindertenvertrauensperson (§ 22a BEinstG):** ab fünf begünstigt
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Behinderten zu wählen, beratend/überwachend, mit umfassenden
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Informationsrechten — aber ohne den Kündigungsschutz eines Betriebsrats.
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## Kernwerte & Fristen (Stand 2026-08)
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| Wert / Regel | Detail |
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| Begünstigtenstatus | Grad der Behinderung ≥ 50 % lt Bescheid (§ 2 BEinstG) |
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| Kündigung | Zustimmung des Behindertenausschusses erforderlich (§ 8 BEinstG); ohne Zustimmung rechtsunwirksam, außer nachträgliche Zustimmung in Ausnahmefällen (zB unbekannter Status); ausgeschlossen, wenn die Begünstigung Folge eines Arbeitsunfalls ist |
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| Zustimmungsgründe | Wegfall des Tätigkeitsbereichs, dauerhafte Unfähigkeit zur vereinbarten Arbeit, beharrliche Pflichtverletzung — je nur bei Unzumutbarkeit der Weiterbeschäftigung ohne erheblichen Schaden (Beweislast Arbeitgeber) |
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| Vorinformation | vor Einleitung des Kündigungsverfahrens Information an Betriebsrat, Personalvertretung und Behindertenvertrauensperson; Stellungnahme binnen **1 Woche** (§ 12 Abs 1 BEinstG) |
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| Wartezeit | Dienstverhältnisse ab 1. 1. 2011: kein Kündigungsschutz während der ersten **4 Jahre** (Budgetbegleitgesetz 2011); davor begründete: ab 6 Monaten Beschäftigung |
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| Zusatzurlaub | nicht gesetzlich (das UrlG enthält keinen); nur kollektivvertraglich oder per Betriebsvereinbarung |
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| Lohnnebenkosten | für Bezüge begünstigt Behinderter weder DB noch DZ noch KommSt |
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| Rückerstattung | DB/DZ/KommSt auf Antrag; Frist **5 Jahre** (Stand 2026-08) |
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| Behindertenvertrauensperson | ab **5** begünstigt Behinderten: 1 Vertrauensperson + 1 Stellvertreter; ab **15**: 2 Stellvertreter; ab **40**: 3 Stellvertreter (§ 22a BEinstG); Funktionsperiode **5 Jahre** (Konstituierung nach 31. 12. 2016), davor 4 Jahre; wählbar ab 6 Monaten Betriebszugehörigkeit und vollendetem 18. Lebensjahr |
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| Unterrichtungspflichten AG | Beginn, Ende, Veränderungen von Arbeitsverhältnissen begünstigt Behinderter; Arbeitsunfälle; Krankmeldungen von mehr als **6 Wochen pro Kalenderjahr** |
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## Rechtsgrundlagen
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- **BEinstG:** § 2 (begünstigte Behinderte), § 7 (Entgeltschutz), §§ 7a ff
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(Diskriminierungsverbote — gelten unabhängig vom Begünstigtenstatus,
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→ lb-beh-04), § 8 iVm § 12 Abs 1 (Zustimmungsverfahren, Vorinformation),
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§ 22a Abs 7 und 8 (Behindertenvertrauensperson: Aufgaben, Rechte).
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- **Budgetbegleitgesetz 2011** (Vierjahresfrist, Ausnahmen abschließend
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aufgezählt); **UrlG** nur negativ genannt — ein Zusatzurlaub ergibt sich
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aus keinem Gesetz, sondern nur aus KV oder BV.
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- ⚠ Die befreiten Abgaben (DB, DZ, KommSt) nennt das Briefing ohne
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§-Zitate; die Detailnormen (FLAG, KommStG) sind vor Implementierung
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gegen RIS zu verifizieren. Rechtsprechung zur rechtsunwirksamen Kündigung:
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9 ObA 146/13f = ARD 6392/10/2014; zur Mitteilungsobliegenheit des
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Arbeitnehmers aus der Treuepflicht (keine gesetzliche Meldepflicht) siehe
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die im Briefing zitierte Lehre.
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## Payroll-Relevanz (Odoo)
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- **Lohnnebenkostenbefreiung:** Je-Mitarbeiter-Merkmal „begünstigt
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behindert" (Bescheid, gültig ab/bis) auf Vertrags-/Mitarbeiterebene;
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die DB-, DZ- und KommSt-Regeln müssen für solche Bezüge neutralisiert
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werden — ohne Merkmal keine Befreiung.
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- **Rückerstattungsfall** (Status wird erst mit der
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Ausgleichstaxen-Vorschreibung bekannt): 5-Jahres-Frist als Prozessfrist
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führen; die Abrechnungshistorie muss die betroffenen Perioden und
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Abgaben reproduzierbar halten.
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- **Kündigungsschutz-Workflow:** Zustimmungserfordernis und 1-Wochen-
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Stellungnahme (§ 12) sind HR-/Compliance-Prozesse, keine Abrechnungswerte;
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Wartezeit (4 Jahre ab 1. 1. 2011) und Arbeitsunfall-Ausnahme als
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Stichtagsdaten am Mitarbeiter führen.
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- **Zusatzurlaub:** rein KV/BV-basiert — falls vorgesehen, als
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versionierten KV-Wert abbilden; keine gesetzliche Urlaubsregel.
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## Verweise
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- **KB-intern:** lb-beh-01 (Barrierefreiheitsbeauftragte — Vereinbarkeit mit
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BVP-Tätigkeit) · lb-beh-03 (Beschäftigungspflicht und Ausgleichstaxe,
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Werte 2026) · lb-beh-04 (Diskriminierungsschutz, Fristen, Schadenersatz)
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- **Projekt:** `personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md` (DB/DZ/KommSt-
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Kernregime der Privatwirtschaft).
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- *Hinweis:* Das Briefing verweist auf ein Folgebriefing „Begünstigt
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behinderte Arbeitnehmer", das im Export fehlt (Beschaffungslücke,
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Folgebatch); Export-Footer ignoriert. |