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2026-09-14 16:34:07 +02:00

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id: lb-pfa-09
batch: 4
title: "Lohnpfändung - Kostenersatz für Bearbeitung"
work: "Lexis Briefings Personalrecht"
chapter: "Entgelt: Anspruch & Abrechnung"
topic: lohnpfandung
author: "Kraft"
stand: 2026-07
source:
pdf: ".lexis360/Lexis360_lohnpfandung_kostenersatz_fur_bearbeitung.pdf"
text: ".lexis360/md/lohnpfandung_kostenersatz_fur_bearbeitung.md"
legal_bases: ["EO § 292h", "EO § 302"]
tags: [lohnpfandung, kostenersatz, drittschuldnererklarung, pfandungsdurchfuehrung, umsatzsteuer]
cross_refs: ["lb-pfa-04", "lb-pfa-05", "lb-pfa-06", "lb-pfa-07"]
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# Lohnpfändung Kostenersatz für Bearbeitung
*Lexis Briefings Personalrecht, Kraft, Stand Juli 2026 (lb-pfa-09).*
## Zusammenfassung
- Dem Drittschuldner stehen für den Aufwand der Pfändungsbearbeitung
**pauschale Kostenersätze** zu: einerseits für die
**Drittschuldnererklärung** (§ 302 EO), andererseits für **Berechnung
und Überweisung des pfändbaren Teils** (§ 292h EO).
- **Kostenersatz für die Drittschuldnererklärung (§ 302 EO):** im
Normalfall **€ 35,**; im Ausnahmefall — die gepfändete Person ist
unbekannt, nicht beim Dienstgeber beschäftigt oder bereits
ausgetreten — nur **€ 25,**.
- **Umsatzsteuer:** Nach der Praxis wurde die USt zeitweise aus den
Kostenersatzbeträgen herausgerechnet; der **VwGH** (2011/15/0181 =
ARD 6445/18/2015) entschied, dass die Erstellung der
Drittschuldnererklärung — ebenso wie Zeugenaussagen — eine **bloße
Wissenserklärung** und kein Ausdruck einer wirtschaftlichen Tätigkeit
ist. Der „Kostenersatz" ersetzt pauschal Aufwendungen/Nachteile des
von einem behördlichen Eingriff Betroffenen; **keine steuerbare
Leistung**, keine USt abzuführen. Der Gesetzestext wurde an diese
Rechtsprechung angepasst.
- **Varianten der Geltendmachung** (auf dem Formular anzukreuzen):
**Kosteneinbehalt vom Bezug** des Mitarbeiters (idR nur sinnvoll bei
**erstrangiger** Pfändung; bei Vorpfändungen muss mit dem Einbehalt
gewartet werden, bis die Exekution zum Zug kommt; das
**Existenzminimum darf nicht geschmälert** werden — der Einbehalt
geht idR zulasten des pfändbaren Betrags), **Verzicht** (dienstnehmerfreundliche
Praxis mancher Unternehmen) oder **Überweisung durch den Gläubiger**
(rasch und unabhängig vom Rang der Exekution).
- **Kostenersatz für die Pfändungsdurchführung (§ 292h EO):** bei der
**ersten** Zahlung an den betreffenden Gläubiger **2 %** des an den
Gläubiger gehenden Betrags, höchstens **€ 8,**; bei **weiteren**
Zahlungen jeweils **1 %**, höchstens **€ 4,**. Der Einbehalt erfolgt
in der Gehalts-/Lohnabrechnung.
- Die Kostenersätze sind **pauschaliert** — höhere tatsächliche Kosten
kann der Dienstgeber nicht geltend machen. Der Abzug **nur vom
pfändbaren Bezug** (nie vom Existenzminimum) verlängert idR die
Tilgungszeit, weil sich die an den Gläubiger gehende Rate um den
Kostenersatz verringert.
## Kernwerte & Fristen (Stand 2026-07)
| Wert / Regel | Detail |
|---|---|
| Kostenersatz Drittschuldnererklärung | Normalfall **€ 35,** (§ 302 EO); Ausnahmefall (Person unbekannt/nicht beschäftigt/bereits ausgetreten) **€ 25,** (Stand 2026-07) |
| Kostenersatz Pfändungsdurchführung, erste Zahlung | **2 %** des an den Gläubiger gehenden Betrags, max. **€ 8,** (§ 292h EO) (Stand 2026-07) |
| Kostenersatz Pfändungsdurchführung, weitere Zahlungen | jeweils **1 %**, max. **€ 4,** (Stand 2026-07) |
| Kosteneinbehalt | nur vom **pfändbaren Bezug**, niemals vom Existenzminimum (Stand 2026-07) |
| USt auf § 302-Kostenersatz | **keine** — bloße Wissenserklärung, keine steuerbare Leistung (VwGH 2011/15/0181, ARD 6445/18/2015) (Stand 2026-07) |
| Variante Gläubiger-Überweisung | rascher Erhalt, unabhängig vom Rang (Stand 2026-07) |
## Rechtsgrundlagen
- **§ 302 EO** (Kostenersatz für die Drittschuldnererklärung) und
**§ 292h EO** (Kostenersatz für Berechnung und Überweisung) — ✅ beide
ausdrücklich zitiert.
- Die USt-Beurteilung stützt sich auf die genannte VwGH-Entscheidung
(Quelltext-Fußnote) — ✅ im Quelltext referenziert.
## Payroll-Relevanz (Odoo)
- **Eigener Abzugsposten im Pfändungskontext:** Der Kostenersatz ist
Bestandteil des pfändbaren Betrags und mindert die Gläubigerrate —
als eigene Abzugs-/Verteilposition je Pfändung abbilden, nicht als
allgemeiner Lohnabzug.
- **Rang-/Zählabhängigkeit:** „erste Zahlung" vs. „weitere Zahlungen"
pro Gläubiger unterscheiden (2 %/max. € 8, vs. 1 %/max. € 4,); bei
Kosteneinbehalt vom Bezug die Zugreihenfolge (erstrangig vs.
nachrangig) berücksichtigen.
- **Existenzminimum bleibt unangetastet:** Einbehalt nur aus der
Pfändungsmasse — Reihenfolge in den Regeln erzwingen (EX zuerst).
- **Kein USt-Buchungsfall:** Der Kostenersatz löst im
Abrechnungs-/Buchungskontext keine USt aus — entsprechende
Automatiken dürfen nicht greifen.
- **Konfigurierbare Variante** je Pfändungsvormerkung: Einbehalt,
Verzicht oder Gläubiger-Überweisung.
## Verweise
- **KB-intern:** lb-pfa-04 (Begriff und Arten) · lb-pfa-05 (Existenzminimum
bleibt ungeschmälert) · lb-pfa-06 (Drittschuldnererklärung, deren
Kostenersatz) · lb-pfa-07 (Durchführung, Kostenersatz für die
Berechnung/Überweisung)
- **Projekt:** `personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md`;
Bgld.-Gemeinden siehe `RECHTSQUELLEN-Bgld.md`.
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