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id: lb-sac-17
batch: 2
title: "Sachbezug Mahlzeiten"
work: "Lexis Briefings Personalrecht"
chapter: "Entgelt: Anspruch & Abrechnung"
topic: sachbezuge
author: "Posch"
stand: 2026-07
source:
pdf: ".lexis360/Lexis360_sachbezug_mahlzeiten.pdf"
text: ".lexis360/md/sachbezug_mahlzeiten.md"
legal_bases: ["EStG § 3 Abs 1 Z 17", "EStG § 124b Z 377", "EStG § 26 Z 4", "EStG § 3 Abs 1 Z 16b", "ASVG § 49 Abs 3 Z 12", "LStR 2002 Rz 93 ff", "LStR 2002 Rz 95a"]
tags: [sachbezuge, mahlzeiten, essensbons, abgabenfreiheit, homeoffice, dienstreisen]
cross_refs: ["lb-sac-06", "lb-sac-14"]
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# Sachbezug Mahlzeiten
*Lexis Briefings Personalrecht, Posch, Stand Juli 2026 (lb-sac-17).*
## Zusammenfassung
- **Freistellung:** Freie oder verbilligte Mahlzeiten, die der Arbeitgeber
an **nicht in seinen Haushalt aufgenommene** Arbeitnehmer zur
Verköstigung am Arbeitsplatz **freiwillig** gewährt, sind zur Gänze
abgabenfrei (§ 3 Abs 1 Z 17 EStG, § 49 Abs 3 Z 12 ASVG). Belanglos ist,
ob im Betrieb verabreicht (Werksküche, Kantine) oder an den Arbeitsplatz
geliefert wird (LStR 2002 Rz 93). Bar ausbezahlte Essens-Zuschüsse sind
dagegen steuer- und beitragspflichtiger Arbeitslohn.
- **Essensbons gesetzlich verankert** seit Jahresende 2021 (§ 3 Abs 1 Z 17
lit a und b, § 124b Z 377 EStG): steuerfrei sind Gutscheine bis **€ 8,00
pro Arbeitstag**, die nur zur Konsumation von Mahlzeiten eingelöst
werden können, die von einer **Gaststätte oder einem Lieferservice**
zubereitet bzw. geliefert werden, sowie Gutscheine bis **€ 2,00 pro
Arbeitstag** zur Bezahlung von Lebensmitteln, die nicht sofort
konsumiert werden müssen. Die Konsumation kann seit 2022 auch zu Hause
erfolgen (Homeoffice).
- **Zwei Bon-Kategorien:** „großer" Essensbon € 8,00 (bis 30. 6. 2020:
€ 4,40) und „kleiner" Essensbon € 2,00 (bis 30. 6. 2020: € 1,10);
übersteigende Beträge sind steuerpflichtiger Sachbezug. Die
ASVG-Beträge wurden im Gleichklang erhöht (BGBl I 2020/54).
- **Voraussetzungen des € 8,00-Bons** (alle, sonst nur € 2,00 frei): keine
Bargeldablösung; freiwillige Gewährung (kein vertraglicher Anspruch);
Einlösung nur in Gaststätten mit **Vollmenü** (mind. zwei Gänge — jede
Gaststätte individuell prüfen); ausgeschlossen das Mitnehmen von
Speisen nach Hause.
- **Relaxierungen seit 1. 7. 2020** (LStR 2002 Rz 94, 95a): Einlösung an
jedem Wochentag (auch arbeitsfreien Wochenenden), kumuliert ohne
wertmäßiges Tageslimit, auch für die Verpflegung anderer Personen
(Partner, Kinder, Kollegen); Gutscheine auch elektronisch möglich
(Chipkarte, digitaler Bon, Prepaid-Karte). Entfallen sind die
Erfordernisse „nur an Arbeitstagen einlösbar" (1. 7. 2020), „eigene
Verpflegung" (1. 7. 2020) und „nahe Gaststätte" (1. 1. 2016).
Für einen freien Tag darf kein eigener Bon ausgegeben werden; ein für
einen Arbeitstag ausgegebener Bon darf aber an arbeitsfreien Tagen
eingelöst werden. Pro Arbeitstag nur **ein** Gutschein.
- **Nicht begünstigt:** In den Haushalt aufgenommene Arbeitnehmer (zB
Land- und Forstwirtschaft, Hausgehilfen mit voller freier Station).
- **Homeoffice:** Der Ort der Arbeitsleistung ist für die Freistellung
unerheblich (auch COVID-Heimarbeit); LStR 2002 Rz 96: 2020/2021 keine
Bedenken, wenn Speisen in Gaststätten abgeholt oder geliefert und zu
Hause konsumiert werden.
- **Dienstreisen:** Dort ausgegebene Essensbons sind wie **Tagesgeld** zu
behandeln (LStR 2002 Rz 98): Übersteigt die Summe aus ausgezahltem
Tagesgeld und Bonwert die nicht steuerbaren Ersätze (§ 26 Z 4 EStG)
bzw. steuerfreien Ersätze (§ 3 Abs 1 Z 16b EStG), liegt insoweit ein
steuerpflichtiger Bezug vor; € 2,00-Lebensmittelbons bleiben
unberücksichtigt.
## Kernwerte & Fristen (Stand 2026-07)
| Wert / Regel | Detail |
|---|---|
| „Großer" Essensbon | € 8,00/Arbeitstag steuer- und beitragsfrei (bis 30. 6. 2020: € 4,40) |
| „Kleiner" Essensbon | € 2,00/Arbeitstag (bis 30. 6. 2020: € 1,10) — Lebensmittel zum Mitnehmen; Gaststätten ohne Vollmenü (Lebensmittelgeschäfte, Konditoreien, Bäckereien, Fast-Food-Ketten, Würstelstände, Fleischhauereien) |
| Jahresbemessung | 220 Arbeitstage (5-Tage-Woche): € 8,00 bzw. € 2,00 × 220 |
| Unterjährige Ein-/Austritte | aliquot 18,3 Tage/Monat (220 : 12), auf volle Tage aufzurunden |
| Ausgabe/Einlösung | nur ein Gutschein pro Arbeitstag; Einlösung an jedem Wochentag, kumuliert ohne Tageslimit, auch für Verpflegung anderer Personen; digitale Form zulässig |
| Vollmenü-Kriterium | mind. zwei Gänge (Suppe/Vorspeise + Hauptspeise) — sonst nur € 2,00-Freistellung |
| Beispiel Dienstreise (Quelltext) | max. steuerfreies Tagesgeld € 26,40 + Essensbon € 8,00: nur € 18,40 des Tagesgeldes steuerfrei, € 8,00 steuerpflichtig, da der Essensbon bereits steuerfrei gewährt wurde |
| Bar ausgezahlte Zuschüsse | steuerpflichtiger Arbeitslohn — keine Befreiung |
| Freiwilligkeit | Anspruch aus Dienstvertrag/Kollektivvertrag → keine Abgabenfreiheit, voll steuer-/beitragspflichtiger Sachbezug |
## Rechtsgrundlagen
- **§ 3 Abs 1 Z 17 EStG** (inkl. lit a und b seit Ende 2021) mit
**§ 124b Z 377 EStG** sowie **§ 49 Abs 3 Z 12 ASVG** — ✅ zitiert.
- **§ 26 Z 4 EStG** (nicht steuerbare Reisekosten-Ersätze) und
**§ 3 Abs 1 Z 16b EStG** (steuerfreie Reisekosten-Ersätze) für die
Tagesgeld-Systematik auf Dienstreisen ✅.
- **LStR 2002 Rz 93 ff** (Freiwilligkeit, Gewährungsform), **Rz 94**
(Bon-Grenzen), **Rz 95a** (ein Gutschein/Arbeitstag, 220-Tage-Basis,
elektronische Form), **Rz 96** (Homeoffice/Abholung/Lieferung),
**Rz 98** (Dienstreisen), **Rz 99** (Haushaltsaufnahme) —
Verwaltungsmeinung; daneben BMF-Info 12. 5. 2020 (2020-0.092.779) und
BGBl I 2020/54 (ASVG-Anhebung im Gleichklang).
## Payroll-Relevanz (Odoo)
- **Zwei Grundfälle je Bezugsart:** (a) Sachleistung/Bon unterhalb der
Grenze mit erfüllten Voraussetzungen → abgabenfrei, keine
BG-Wirkung; (b) übersteigender Bonwert oder Bar-Zuschuss →
steuer-/beitragspflichtiger Sachbezug.
- **Tageszählung:** € 8,00/€ 2,00 je Arbeitstag und 220-Tage-Jahresdeckel
mit Aliquotierung (18,3 Tage/Monat, Aufrundung) brauchen eine je
Arbeitnehmer geführte Ausgabe-/Anwesenheitserfassung (Work
Entries/Nichtleistungszeiten wie Feiertag, Urlaub, Krankenstand
berücksichtigen); die Werte sind seit 2020 stabil, aber als
Jahresversionen (`hr.rule.parameter`) führbar.
- **Vollmenü-/Vertragsgaststätten-Verwaltung:** Zuordnung der
Einlösestellen zur Kategorie groß/klein bestimmt die Grenze —
Stammdatenfrage, nicht Abrechnungsregel.
- **Dienstreisen-Verrechnung:** Bonwert mit Tagesgeld gegen die
§ 26 Z 4-/§ 3 Abs 1 Z 16b-Grenzen rechnen — Anknüpfung an die
Reisekosten-/Tagesgeld-Abrechnung.
- **Freiwilligkeitsvermerk** je Zuwendung (freiwillig vs. Anspruch aus
Dienstvertrag/KV): kippt die Befreiung komplett.
## Verweise
- **KB-intern:** lb-sac-14 (Getränke — parallele Freistellung nach
§ 3 Abs 1 Z 18 EStG ohne Betragsgrenzen) · lb-sac-06 (Sachbezug —
Arbeitsrechtliche Fragen: Freiwilligkeit und Fortgewährung von
Sachbezügen)
- **Projekt:** `personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md`
(§ 3/§ 26/§ 67-Regime, Reisekosten)
- *Hinweis:* Der Quelltext zitiert als Beleg u. a. WIKU-Personal-aktuell
11/2020 (Homeoffice); Export-Footer („Erstellt von …", „Page n")
ignoriert.