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odoo-at-payroll/personalverrechnung/wissensbasis/dokumente/bereithaltungspflicht_bei_grenzuberschreitendem_ar.md
T
fegger 0d60308858 [ADD] personalverrechnung: Lexis360 knowledge base (Batch 4)
Fourth Lexis 360 intake (54 briefings after removing one identical
re-download, source Stands 2026-06 to 2026-08), extending the corpus
to 205 curated entries in 25 clusters. Focus of this batch: the
enforcement and employer-contribution side of payroll (all in the
'Entgelt: Anspruch & Abrechnung' chapter).

- 6 new clusters: lohndumping (13, LSD-BG incl. Sicherungsmittel and
  cross-border posting), lohnpfandung (14, EO garnishment mechanics),
  gplb (7), lohnnebenkosten (7, FLAF-DB/DZ/IESG/AK-Umlage/WBF/KommSt),
  lohnverrechnung (9, L16/Lohnzettel, mBGM, 109a, Aufrollung,
  Aufrechnung, Darlehen), nachzahlungen (4)
- cross-batch reconciliation: 'Darlehen und Vorschuesse'
  (lb-sac-13 -> lb-lvr-02) and 'Lohnzettel und Beitragsgrundlagen-
  nachweis' (lb-sac-21 -> lb-lvr-05) dangling references closed,
  cross_refs updated
- tool hardening: assign_ids returns mismatch warnings instead of
  appending to an out-of-scope variable (latent NameError that only
  fired when a mismatch actually occurred), keyword fallback
  reordered specific-before-generic (batch-4 lesson: generic
  'zuschlag' stole iesg_zuschlag before the topic map was pinned),
  7 fossil ids from the unpinned pass purged and reassigned
- RECHTSQUELLEN cross-checks (lnk cluster): FLAF-DB 3.7%, KommSt 3%,
  IESG 0.10%, WBF (other provinces 1%), Freibetrag staffel confirmed;
  flagged: lb-lnk-02 states the DB Freibetrag condition INVERTED vs
  the verified text (correct staffel evidenced via lb-lnk-03),
  lb-lnk-05 WBF Wien 1.5% vs 1.0% (RIS clarification needed), plus
  pfa Grundbetrag naming conflict (lb-pfa-03/05), Existenzminimum 2022
  (500/515 EUR, lb-pfa-12/14), mutilated statute citation in
  lb-lsd-13 (RIS check), 124b citation variants in the corpus
  (Z 440/Z 449 vs verified Z 476 lit c idgF BGBl I 43/2026)
- batch-5 candidates updated in the RUNBOOK (pfändungsrechtliche
  Behandlung von Sonderzahlungen, Rueckzahlung von Darlehen u. a.);
  README cluster table extended to batches 1-4

Validated: --registry 205 entries/25 clusters, --check 0 problems,
structural scan over all 205 curated docs, py_compile.
2026-09-10 11:34:37 +02:00

118 lines
7.3 KiB
Markdown

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id: lb-lsd-01
batch: 4
title: "Bereithaltungspflicht bei grenzüberschreitendem Arbeitseinsatz"
work: "Lexis Briefings Personalrecht"
chapter: "Entgelt: Anspruch & Abrechnung"
topic: lohndumping
author: "Burger"
stand: 2026-07
source:
pdf: ".lexis360/Lexis360_bereithaltungspflicht_bei_grenzuberschreitendem_ar.pdf"
text: ".lexis360/md/bereithaltungspflicht_bei_grenzuberschreitendem_ar.md"
legal_bases: ["LSD-BG §§ 21 f", "LSD-BG § 21a", "LSD-BG § 26 Abs 1", "LSD-BG § 26a Abs 1", "LSD-BG § 28", "LSD-BG § 41", "AZG § 28 Abs 2 Z 7", "AVRAG § 7d Abs 1", "RL 2020/1057/EU"]
tags: [lohndumping, lsd-bg, bereithaltungspflicht, entsendung, arbeitskraefteueberlassung, strafen]
cross_refs: ["lb-lsd-02", "lb-lsd-03", "lb-lsd-10", "lb-ent-10"]
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# Bereithaltungspflicht bei grenzüberschreitendem Arbeitseinsatz
*Lexis Briefings Personalrecht, Burger, Stand Juli 2026 (lb-lsd-01).*
## Zusammenfassung
- Damit Amt für Betrugsbekämpfung, KV-Träger und BUAK unmittelbar vor Ort
kontrollieren können, sind im **Entsendungsfall** Meldenachweise und
Lohnunterlagen **in deutscher Sprache am österreichischen Arbeits- bzw.
Einsatzort** bereizuhalten oder elektronisch zugänglich zu machen. Bei der
grenzüberschreitenden **Arbeitskräfteüberlassung** trifft die Pflicht nicht
den ausländischen Überlasser, sondern den **inländischen Beschäftiger**
(der Überlasser muss die Unterlagen nur übermitteln).
- **Wer:** bei Entsendung Arbeitgeber mit Sitz in einem EU-/EWR-Staat oder
der Schweiz; für die **Lohnunterlagen** zusätzlich auch Drittstaaten-
Arbeitgeber. Die Pflicht gilt auch für überlassene arbeitnehmerähnliche
Personen und bei Subüberlassung für den letzten Beschäftiger.
- **Wo:** am Arbeits-/Einsatzort (bei wechselnden Orten am ersten Einsatzort);
alternativ beim als Ansprechperson gemeldeten entsandten Arbeitnehmer, bei
einem inländischen Steuerberater/Rechtsanwalt/Notar, bei einer echten
inländischen Zweigniederlassung oder bei inländischer Konzernmutter/
-tochter. Elektronische Bereithaltung genügt, wenn die Einsichtnahme
**ohne zeitliche Verzögerung** möglich ist; mobile Arbeitnehmer im
Transportbereich führen die Unterlagen **ab Einreise im Fahrzeug** mit.
- **Dauer:** ab dem **ersten Entsendungstag** während des gesamten
Entsendezeitraums; Lohnunterlagen bis zum Ende des gesamten
Entsendezeitraums, auch wenn der einzelne Arbeitnehmer bereits ersetzt
wurde.
- **Unterlagenkatalog:** A1-Sozialversicherungsdokument (Bindungswirkung,
auch bei abweichendem Dienstgeber), Entsende-/Überlassungsmeldung,
allfällige Beschäftigungs-/Aufenthaltsgenehmigung sowie Lohnunterlagen —
Arbeitsvertrag/Dienstzettel, Lohnzettel, Lohnzahlungsnachweise
(ziffernmäßig bestimmte Beträge), Zulagen-/Zuschlagsaufzeichnungen,
Arbeitszeitaufzeichnungen, Einstufungsunterlagen (zB anrechenbare
Vordienstzeiten).
- **Sonderregeln:** mobile Arbeitnehmer im Straßenverkehr iSd RL 2020/1057/EU
und Entsendungen bis **48 Stunden** können einen Teil der Unterlagen
erst nach Aufforderung binnen 14 Kalendertagen übermitteln; reine
Transitfahrer brauchen nur Fracht-/Fahrtenschreiberbelege.
- Verletzung = Verwaltungsübertretung; der Strafbescheid muss konkret
benennen, welche Unterlagen für welche Arbeitnehmer fehlen. Melde-/SV-
Unterlagen (§ 26) und Lohnunterlagen (§ 28) sind **getrennt** strafbar.
## Kernwerte & Fristen (Stand 2026-07)
| Wert / Regel | Detail |
|---|---|
| § 26 Abs 1 LSD-BG | Nichtbereithaltung von Melde-, SV-Unterlagen und behördlicher Genehmigung: Geldstrafe bis zu **€ 20.000** (Stand 2026-07) |
| § 28 LSD-BG | Nichtbereithaltung von Lohnunterlagen: bis zu **€ 20.000**, im Wiederholungsfall bis zu **€ 40.000** (Stand 2026-07); Rsp: € 5.000 für 20 Arbeitnehmer angemessen, € 20.000 unangemessen, wenn die Strafe über dem Jahreseinkommen des Täters liegt |
| § 26a Abs 1 LSD-BG | mobile Arbeitnehmer im Straßenverkehr iSd RL 2020/1057/EU: bis zu **€ 20.000**, zusätzlich der **Fahrer** bis zu **€ 1.000** (Stand 2026-07) |
| Übermittlung auf Aufforderung | abgesendet bis zum Ablauf des **der Aufforderung zweitfolgenden Werktages** (Stand 2026-07); Aufforderung auch ohne Unterentlohnungsverdacht zulässig, aber nur für bereits fällige Lohnzahlungen |
| Nachreichfrist (mobile/48-h-Fälle) | Lohnzettel, Zahlungsnachweise, Einstufungs- und Arbeitszeitunterlagen binnen **14 Kalendertagen** nach Ende des Kontrollmonats, für Kontroll- und Vormonat (Stand 2026-07) |
| Kurzentsendung | Entsendungen bis **48 Stunden** (ohne mobile Arbeitnehmer): vor Ort nur Arbeitsvertrag/Dienstzettel und Arbeitszeitaufzeichnungen |
| Ermahnung statt Strafe | nur bei geringfügigem Verschulden und unbedeutenden Folgen; ohne funktionierendes Kontrollsystem keine Ermahnung |
| Kostenbeitrag | pauschal **10 %** der Strafe; bei gänzlicher Bestätigung durch das LVwG **20 %** (Stand 2026-07) |
## Rechtsgrundlagen
- **§§ 21 f LSD-BG** (Bereithaltungs- und Duldungspflichten), **§ 21a**
(mobile Arbeitnehmer im Straßenverkehr: Transit, RL-2020/1057-Fälle,
übrige Transportfälle mit reduziertem Unterlagenkatalog), **§ 26 Abs 1**,
**§ 26a Abs 1**, **§ 28** (Strafdrohungen), **§ 41** (Zustellung, wirksam
auch an den Vorarbeiter auf der Baustelle).
- **§ 28 Abs 2 Z 7 AZG:** unterlassene Arbeitszeitaufzeichnung ist eigens
strafbar; die Aufzeichnungen sind zugleich bereitzuhaltende
Lohnunterlagen.
- **§ 7d Abs 1 AVRAG** nur historisch (Rechtslage vor 1. 1. 2017:
arbeitnehmerähnliche Personen nicht erfasst).
- Flankierend: Duldung der Betretung, Auskunftserteilung, Einsichtsgewährung
und Übermittlungspflicht. Umfangreiche VwGH-/LVwG-Judikatur zu
Einzelfragen (elektronische Bereithaltung, Aufforderungsbegriff,
A1-Bindungswirkung) — ✅ jeweils mit Fundstellen im Quelltext.
## Payroll-Relevanz (Odoo)
- **Dokumenterzeugung:** Die Abrechnung muss die geforderten Unterlagen je
Arbeitnehmer erzeugen/griffbereit halten können — Dienstzettel, Lohnzettel
(Payslip-PDF), ziffernmäßig bestimmte Zahlungsnachweise (Belege aus dem
Zahlungsverkehr), Zulagen-/Zuschlagslisten, Arbeitszeitaufzeichnungen
(Work Entries) und Einstufungsunterlagen (KV-Gruppe/-Stufe inkl.
anrechenbarer Vordienstzeiten aus dem KV-Framework).
- **Elektronische Bereithaltung** „ohne zeitliche Verzögerung“ passt zum
Odoo-Ansatz (Payslip- und Zeiterfassungs-Exporte); das Risiko der
Gerätefunktion trägt der Arbeitgeber.
- **Fristen** (zweitfolgender Werktag, 14 Kalendertage) als Aufgaben-/
Fristenobjekte für den Fall einer behördlichen Aufforderung — kein
Standard-Odoo-Feature, nur Umsetzungshinweis.
- Für die **GemBG-Kommune** als inländische Arbeitgeberin ohne Entsendung
keine eigene Bereithaltungspflicht; relevant wird sie als **inländischer
Beschäftiger** bei grenzüberschreitender Überlassung.
## Verweise
- **KB-intern:** lb-lsd-02 (Einführung LSD-BG) · lb-lsd-03 (Meldepflichten
ZKO3/ZKO4 — die Meldenachweise sind selbst bereitgehaltene Unterlagen) ·
lb-lsd-10 (Kontrollbehörden, Täter & Verfahren) · lb-ent-10 (Lohn &
Gehalt — arbeitsrechtlicher Entgeltanspruch als Bezugspunkt der
Lohnunterlagen)
- **Projekt:** `personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md`
(General-AT-Produkt `l10n_at_hr_payroll_private` als primärer
Anwendungskontext); GemBG-Schiene nur in der Beschäftiger-Rolle.