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2026-09-14 16:34:07 +02:00

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id: lb-krs-02
batch: 7
title: "Krankengeld"
work: "Lexis Briefings Personalrecht"
chapter: "Krankenstand & Arbeitsunfall"
topic: krankenstand
author: "Ruß/Krabath"
stand: 2026-07
source:
pdf: ".lexis360/Lexis360_krankengeld.pdf"
text: ".lexis360/md/krankengeld.md"
legal_bases: ["AngG § 8", "EFZG § 2", "ASVG § 138 Abs 1", "ASVG § 139", "ASVG § 141", "ASVG § 142 Abs 1 Z 2", "ASVG § 143", "ASVG § 125", "ASVG § 88", "ASVG § 11 Abs 3", "ASVG § 19a", "GSVG § 164", "StGB § 91", "EStG § 69 Abs 2", "BPGG"]
tags: [krankengeld, krankenstand, oegk, bemessungsgrundlage, lohnsteuer, geringfugig]
cross_refs: ["lb-krs-03", "lb-krs-07", "lb-krs-08", "lb-wie-01", "lb-bes-06", "lb-kzs-07"]
---
# Krankengeld
*Lexis Briefings Personalrecht, Ruß/Krabath, Stand Juli 2026 (lb-krs-02).*
## Zusammenfassung
- **Subsidiärleistung:** Krankengeld ist die Geldleistung der
Krankenversicherung (idR ÖGK) für den krankheitsbedingten Entgeltausfall,
sobald der arbeitsrechtliche EFZ-Anspruch (§ 8 AngG bzw § 2 EFZG) nicht
mehr in voller Höhe besteht. Es ersetzt den Dienstgeber nicht, sondern
läuft **neben** ihm.
- **Beginn und Höhe:** Die Leistung fällt ab dem **4. Tag** der
Arbeitsunfähigkeit an (§ 138 Abs 1 ASVG) und beträgt **50 % der
Bemessungsgrundlage**, ab dem **43. Tag 60 %** (§ 141 ASVG); Satzungserhöhung
bis max. **75 %** bei mitversicherten Angehörigen möglich.
- **Bemessungsgrundlage (§ 125 ASVG):** sv-pflichtiges Einkommen des letzten
voll entlohnten Kalendermonats; **Sonderzahlungen** werden über einen
einheitlichen satzungsrechtlichen Zuschlag von **17 %** eingerechnet. Die
jährliche Valorisierung der Bemessungsgrundlage ist für 2026 bis 2028
ausgesetzt.
- **Dauer:** grundsätzlich **26 Wochen**; **52 Wochen**, wenn in den
letzten 12 Monaten mindestens 6 Monate Versicherung bestand (ÖGK: bis
**78 Wochen**, wenn die Wiedereingliederung innerhalb dieses Zeitraums
zu erwarten ist); vor Wegfall Information 6 Wochen im Vorhinein.
- **Ruhen/Verwirkung:** Der Anspruch ruht u. a. bei EFZ > 50 % (zur Hälfte bei
EFZ = 50 %), bei Übergangsgeld, Präsenz-/Zivildienst, Pflegekarenzgeld,
Wiedereingliederungsgeld und bei Nichtmeldung (Nachholung binnen
1 Woche). Verwirkung bei Raufhandel (§ 91 StGB), Trunkenheit/Suchtgift
(§ 142 ASVG) sowie nach § 88 ASVG.
- **Lohnsteuer** zahlt die ÖGK: Lohnsteuerpflicht erst bei Tagsatz > € 30,
(€ 900,/Monat); die ÖGK behält **20 %** ein, Pflichtveranlagung des
Arbeitnehmers — ⚠ Korpus-Widerspruch zu lb-wie-01 (dort 25 %), siehe unten.
## Kernwerte & Fristen (Stand 2026-07)
| Wert / Regel | Detail |
|---|---|
| Leistungsbeginn | ab **4. Tag** der Arbeitsunfähigkeit (§ 138 Abs 1 ASVG) |
| Höhe | 50 % der Bemessungsgrundlage; ab **43. Tag** 60 % (§ 141 ASVG); Satzung max. 75 % bei mitversicherten Angehörigen |
| Bemessungsgrundlage | sv-pflichtiges Einkommen des letzten voll entlohnten Monats (§ 125 ASVG); kurze DV → laufender Beitragszeitraum |
| SZ-Einbezug | einheitlicher satzungsrechtlicher **Zuschlag von 17 %** (✅ Quelltext); kein Ansatz, wenn der AN kollektiv-/einzelvertraglich auch im Krankengeldbezug ungeschmälerte SZ erhält (10 ObS 95/24d) |
| Valorisierung | BG-Aufwertung seit 2023 jährlich; **20262028 ausgesetzt** (Budgetbegleitgesetz 2025 bzw 20272028) |
| Anspruchsdauer | **26 Wochen**; **52 Wochen** bei ≥ 6 Monaten Versicherung in den letzten 12 Monaten; ÖGK bis **78 Wochen** bei erwarteter Wiedereingliederung (§ 139 ASVG) |
| Vorinformation | Krankenkasse informiert 6 Wochen vor Erreichen der Bezugshöchstdauer; Abschrift an PV-Träger |
| Ruhen (§ 143 ASVG) | Nichtmeldung (Nachholung 1 Woche) · EFZ > 50 % · EFZ = 50 % (zur Hälfte) · Übergangsgeld · Präsenz-/Zivildienst · Pflegekarenzgeld (BPGG) · Wiedereingliederungsgeld · Urlaubsersatzleistung/Kündigungsentschädigung (verlängern die Pflichtversicherung) |
| Verwirkung (§ 142 ASVG) | schuldhafter Raufhandel (rechtskräftige Verurteilung nach § 91 StGB) · unmittelbare Folge von Trunkenheit/Suchtgiftmissbrauch (Bsp.: 1,76 Promille auf der Fahrbahn, kokaininduzierter Sturz) |
| Geringfügig Beschäftigte | grundsätzlich **kein** Krankengeld (Teilversicherung); bei Mehrfachbeschäftigung über GFG/Vollversicherung doch 50/60 %; § 19a ASVG Selbstversicherung |
| Unbezahlter Urlaub | kein Krankengeld trotz aufrechter Pflichtversicherung (§ 11 Abs 3 ASVG; 10 ObS 23/23i) |
| Lohnsteuer | § 69 Abs 2 EStG: Tagsatz > € 30, (€ 900,/Monat); **20 %** Quellenabzug durch ÖGK (Stand 2026-07; ⚠ lb-wie-01 Stand 2026-08 nennt 25 % — vor Implementierung gegen RIS klären) |
## Rechtsgrundlagen
- **ASVG-Kern:** §§ 138 (Beginn), 139 (Dauer), 141 (Höhe), 125
(Bemessungsgrundlage), 142 (Verwirkung), 143 (Ruhen), 88 (allgemeine
Verwirkung) — alle im Quelltext ausdrücklich zitiert (✅).
- **Arbeitsrechtlicher Anknüpfung:** § 8 AngG, § 2 EFZG (EFZ-Anspruch, dessen
Ausschöpfung dem Krankengeld vorgelagert ist).
- **Abgabenrechtlich:** § 69 Abs 2 EStG für die Lohnsteuerpflicht der
Krankenversicherungszahlungen.
- **Nebenzitate:** § 91 StGB, § 164 GSVG (Übergangsgeld Selbstständige, kein
Ruhen), BPGG, § 11 Abs 3 ASVG, § 19a ASVG — ⚠ Normtexte vor Implementierung
gegen RIS verifizieren, insbesondere die aktuelle Lohnsteuer-Quote
(20 % vs 25 %, s. o.).
## Payroll-Relevanz (Odoo)
- **Krankengeld fließt nicht durch den Dienstgeber-Payslip:** Zahlung und
Lohnsteuer sind ÖGK-Sache; die PV-Relevanz für das AG-System liegt in der
**Arbeits- und Entgeltbestätigung** (ELDA) nach Ausschöpfung des vollen
EFZ-Anspruchs — Abschrift unverzüglich an den AN. Ein Hinweis-/Fristenmodell
auf dem Payslip („volle EFZ erschöpft am …") vermeidet verspätete AuE-Meldungen.
- **Bemessungsgrundlage braucht das letzte volle Bruttoentgelt:** Der
letzte voll entlohnte Kalendermonat inkl. 17 %-SZ-Zuschlag ist für die
ÖGK-Berechnung revisionssicher bereitzustellen (Sonderfall ungeschmälerte
SZ im Krankengeldbezug nach 10 ObS 95/24d).
- **Ruhen mitführen:** EFZ > 50 % bzw = 50 % steuert den Krankengeldanspruch —
dasselbe **50 %-Kriterium** wie bei der SV-Beitragsfreiheit der EFZ
(→ lb-krs-07); die Payslip-Logik sollte den EFZ-Phasenstatus (voll/halb/
erschöpft) als berechnete Größe halten.
- **Dauer-Konstanten** (26/52/78 Wochen; 50/60 %; 4./43. Tag) als
`hr.rule.parameter`-Jahreswerte führen, nicht hard-codieren;
Geringfügig- und unbezahlte-Urlaubs-Konstellationen müssen das
Krankengeld-Null-Ergebnis deterministisch ableiten.
## Verweise
- **KB-intern:** lb-krs-08 (EFZ-Regime als Voraussetzung) · lb-krs-03
(Meldung/Nachweis, Anerkennung durch den KV-Träger — Breadcrumb-Verweis der
Quelle) · lb-krs-07 (SV-Behandlung der EFZ und BMSVG-Bemessung) · lb-wie-01
(Wiedereingliederungsgeld verdrängt Krankengeld) · lb-bes-06 (geringfügige
Beschäftigung) · lb-kzs-07 (Pflegekarenzgeld als Ruhenstatbestand)
- **Projekt:** `personalverrechnung/RECHTSQUELLEN-Privat.md` (SV-Kernregime;
ELDA/eSV-Meldewesen-Kontext im payroll-Skill)
- *Export-Hinweis:* ÖGK-Fragenkatalog zur Arbeits- und Entgeltbestätigung ist
im Quelltext nur als Kurzlink enthalten, hier nicht reproduziert.